terra cognita 10/2007 Infothek

   

Bücher und Materialien

Sprachen

Einbürgerung und Sprachnachweis. Empfehlungen der EKA an die Gemeinden, die Kantone und den Bund.
Eidgenössische Ausländerkommission EKA
Sprachtests für Personen, die sich einbürgern lassen wollen, haben in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen und kontroverse Diskussionen gesorgt. Die steigende Zahl der Gesuche und die Verpflichtung, negative Einbürgerungsentscheide zu begründen, haben zahlreiche Gemeinden nach objektiven, messbaren Kriterien im Einbürgerungsverfahren suchen lassen. Ist die Sprache dabei der richtige Gradmesser? Und welche Prüfungsverfahren eignen sich dazu? Die Eidgenössische Ausländerkommission zeigt in ihren Empfehlungen Möglichkeiten auf, die Beurteilung der Sprachkompetenzen von Einbürgerungswilligen zu verbessern.

Bern: EKA 2006
Bestellung (gratis):eka-cfe@bfm.admin.ch
Download www.eka-cfe.ch

Rahmenkonzept für den Nachweis der sprachlichen Kommunikationsfähigkeit auf die Einbürgerung.
Günther Schneider, Stefanie Neuner-Anfindsen, Peter Sauter, Thomas Studer, Lukas Wertenschlag, Corinne Widmer
Welches Gewicht soll das Sprachkriterium bei der Einbürgerung haben? Welche Sprache(n) sollen die Einbürgerungsinteressierten können? Wie gut sollen sie diese Sprache(n) können, d.h. welches Sprachniveau soll z.B. für die mündliche Kommunikation vorausgesetzt werden? Wie und von wem soll das Sprachniveau festgestellt werden, und wann im Verlauf des Einbürgerungsverfahrens soll die Feststellung stattfinden? Das Rahmenkonzept diente der EKA als Grundlage für Empfehlungen zum Nachweis von Sprachkompetenzen im Einbürgerungsverfahren.

Fribourg: Université de Fribourg, Centre d'enseignement et de recherche en langues étrangères 2006
Download www.eka-cfe.ch

Was heisst Sprechen? Zur Ökonomie des sprachlichen Tausches.
Pierre Bourdieu
Sprechen ist soziales Handeln - unsere alltägliche Sprache reflektiert eine Reihe aussersprachlicher, sozialer Faktoren, ist Bourdieu überzeugt. Während die theoretische Sprachwissenschaft, z.B. nach Saussure und Chomsky, die soziale Komponente der Sprache oft zu abstrakt konzipiert und Soziolinguisten sich mitunter im empirischen Detail verheddern, gelingt es Bourdieu, mit diesem inzwischen zum wissenschaftlichen Klassiker gewordenen Werk ein neues Licht auf eine Reihe von Problemen im Zusammenhang mit Sprache und Sprachgebrauch zu werfen. Er beschreibt den alltäglichen sprachlichen Austausch als situierte Begegnungen zwischen Akteuren mit bestimmten sozial strukturierten Voraussetzungen und Kompetenzen, die bewirken, dass jede sprachliche Interaktion, wie persönlich und unbedeutend sie auch scheinen mag, die Spuren der sozialen Struktur trägt, die sie zum Ausdruck bringt und zugleich reproduzieren hilft.

Wien: Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung 2005
ISBN 3-7003-1518-X, € 24.90

Mehrsprachigkeit, Interkulturalität und Fremdsprachendidaktik in einem zweisprachigen Kontext.
Aline Gohard-Radenkovic (Hg.)
Mit den neuen Studiengängen bestätigt sich die fächerübergreifende Funktion der Fremdsprachendidaktik. Die Begriffe «Mehrsprachigkeit» und «Interkulturalität» sind nicht nur in der universitären Forschung und bei den Erziehungswissenschaften, sondern auch in politischen Stellungnahmen zur internationalen Mobilität weit verbreitet. Diese Begriffe werden hier in ihren vielseitigen Dimensionen untersucht, ausgehend vom Lern- und Forschungszentrum für Fremdsprachen der Universität Freiburg, welches dank seiner mehrsprachigen und multikulturellen Zusammensetzung einen idealen Ort bietet, um die individuelle Logik auf dem Sprachenmarkt sowie die institutionelle Logik auf dem universitären Markt zu beobachten.

Bern: Peter Lang Verlagsgruppe 2005
ISBN 3-03910-770-4, CHF 60.–

Grüezi Salaam Ciao – Reportagen aus der vielsprachigen Schweiz.
Karl Wüst, Roland Maurer, Frank von Niederhäusern, Willi Wottreng u.a.
Dieses Lesebuch versammelt Reportagen und lebendige Geschichten aus dem Sprachenlabor Schweiz.
Autorinnen und Autoren des Schweizer Feuilleton-Dienstes haben sich auf den Weg gemacht, um dieses Labor zu erkunden. Sie haben Grenzregionen besucht, wo die Landessprachen aufeinander prallen. Sie haben Leute getroffen, denen eines gemeinsam ist: die Liebe zu einer kulturell bereichernden Sprachenvielfalt. Und sie haben in dunkle Sprachecken geleuchtet, um diese Vielfalt breit zu dokumentieren. Entstanden ist ein spannend und vergnüglich zu lesendes Buch mit Texten aus allen Landesgegenden, ein Buch auch, das Menschen zu Wort kommen lässt, denen eine babylonische Schweiz ein grosses Anliegen ist.

Zürich: Orell Füssli Verlag 2006
ISBN 3-280-06076-1, CHF 29.80

LTI - Notizbuch eines Philologen.
Victor Klemperer
«LTI» (Lingua Tertii Imperii – Die Sprache des Dritten Reiches) analysiert, wie die Nazis mit Worten umgingen – und mit Worten Politik machten. Klemperers Buch ist auch heute noch eine lesenswerte Stil-Studie – und eine Warnung davor, dass sich erneut ein Regime der Sprache bemächtigt, sie «ihrem fürchterlichen System dienstbar» macht und «an der Sprache ihr stärkstes, ihr öffentlichstes und geheimstes Werbemittel» anwendet.

Leipzig: Reclam (1947) 1990
ISBN 3-379-00125-0, CHF 16.50


Sprache und Integration
Hartmut Esser
Nicht nur in der Schweiz steht die Integration von Migrantinnen und Migranten ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Auch in Deutschland sind Forderungen nach Pflichtsprachkursen oder Deutsch als Schulhofsprache ein Beleg dafür, dass Sprachkenntnissen eine grundlegende Bedeutung für eine erfolgreiche Integration beigemessen wird. Auf der Grundlage vorliegender Konzepte und empirischer Untersuchungen aus ganz unterschiedlichen Fachgebieten liefert Hartmut Esser in seiner soziologischen Analyse zahlreiche neue Erkenntnisse über die Bedingungen und Folgen des Spracherwerbs von Migranten.

Frankfurt: Campus Verlag 2006
ISBN 3-593-38197-4, CHF 93.–

Leben mit mehreren Sprachen. Sprachbiographien.
Rita Franceschini, Johanna Miecznikowski (Hg.)
Die hier aufgearbeiteten Sprachbiographien geben aus der Sicht der Betroffenen Antworten auf wichtige, mit dem Spracherwerb zusammenhängende Fragen: Welche Sprachen und Dialekte spielten in der frühen Kindheit, in der Schule, im Freundeskreis und später im Berufsleben eine Rolle? Wie und unter welchen Umständen hat sich das mehrsprachige Repertoire verändert? Welche Lernstrategien waren subjektiv erfolgreich? Welche Erinnerungen, Emotionen und Einstellungen werden mit unterschiedlichen Sprachvarietäten verbunden?

Bern: Peter Lang Verlag 2004
ISBN 3-03910-340-9, CHF 44.–

Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz.
NFP56
Die traditionelle Viersprachigkeit ist längst zur Vielsprachigkeit geworden. Dies wirft für Schule und Gesellschaft zweifellos Probleme auf. Andererseits aber eröffnet das sprachliche Kapital der Schweiz grosse Chancen, da die internationalen Verflechtungen Sprachenkenntnisse nötiger denn je machen. Die Vielfalt der Sprachen stellt heute neue Fragen an Schule, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und auch an jedes einzelne Individuum. Das NFP 56 erforscht und entwickelt Grundlagen zur Erhaltung, Förderung und Nutzung der Sprachenvielfalt in der Schweiz.

Bern: Schweizerischer Nationalfonds 2006
www.nfp56.ch

Grüezi und Willkommen. Die Schweiz für Deutsche.
Susann Sitzler
Es heisst «Grü-ezi» und nicht «Grüzzi». Damit fängt es laut Susann Sitzler an. Aber es gibt noch viel mehr, was die Deutschen von den Schweizern nicht wissen. Sie halten sie irrtümlich für freundlich und eher harmlos. Dieses Buch gibt Auskunft über das wahre Wesen der Schweizer und über die verborgenen Seiten ihres Charakters: Wie sind sie zu dem geworden, was sie sind, und vor allem: wieso? Die Autorin bietet auch handfeste Hinweise für deutsche Leserinnen und Leser: Wie begegnet man Schweizern im Alltag, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit am besten? Ein Buch, das auch für Schweizerinnen und Schweizer in der Begegnung mit Deutschen interessant ist.

Berlin: Ch. Links Verlag, 3. aktualisierte Auflage 2006
ISBN 3-86153-331-2, CHF 28.50

«Deutsch ist auch meine Sprache».
Mit Biografien von Migrantinnen und Migranten zu Bildung und Beruf.

Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann, Stabsstelle für Integrationsfragen Kt. BL und Schweizerischer Verband für Berufsberatung SVB (Hg.)
Zu den wichtigsten Voraussetzungen für Migranten und Migrantinnen im Integrationsprozess gehören Kenntnisse der Landessprache. Migranten und Migrantinnen, die in Sprachkursen in der Schweiz Deutsch lernen, kommen meist aus unterschiedlichen Bildungsniveaus, haben unterschiedliche Migrationshintergründe und unterschiedliche Ausgangssprachen. Sie benötigen auf ihre spezielle Situation zugeschnittene Materialien für die Beschäftigung mit der Sprache. Auf diesem Hintergrund ist dieses einzigartige Deutschlehrmittel entstanden. Es besteht aus zwei Teilen: einem Lesebuch und einem didaktischen Begleitheft.
Das Lesebuch vereinigt 12 Portraits von Migrantinnen und Migranten, die seit einiger Zeit in der Schweiz leben und über ihre Herkunft und ihren Werdegang in der Schweiz, insbesondere über ihre Erfahrungen mit dem Sprachlernen und anderen Bildungsfragen berichten. Jedes Portrait wird in drei Spachniveaustufen angeboten, abgestimmt auf den Europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Zu jedem Portrait gibt es im Anhang Sachinformationen zur Aus- oder Weiterbildung, welche die betreffende Person absolviert hat. Das 28-seitige didaktische Begleitheft informiert die Lehrpersonen über Lernziele, Zielgruppen, Niveaus und Zeitgefässe des Lehrmittels und bietet Anregungen und Hinweise für den Einsatz des Lesebuchs im Deutschunterricht, wobei alle Sprachverarbeitungsbereiche (Sprechen, Hörverstehen, Leseverstehen, Wortschatz, Schreiben, Grammatik) angesprochen werden.

Dübendorf: Schweizerischer Verband für Berufsberatung SVB 2005.
CHF 24.–, Lehrerheft: CHF 12.–

Leseknick – Lesekick.
Leseförderung in vielsprachigen Schulen.

Barbara Sträuli Arslan unter Mitarbeit von Stefan Mächler und Claudia Neugebauer
Das Buch «Leseknick - Lesekick. Leseförderung in vielsprachigen Schulen» ist die erste deutschsprachige Publikation zu diesem Thema. Es zeigt auf, wie Schulen schlecht lesende Schülerinnen und Schüler im Lesen fördern können. Es unterstützt Schulen darin, nachhaltige Programme zur Leseförderung aufzubauen. Auch macht es zahlreiche Vorschläge für eine verstärkte Leseförderung inner- und ausserhalb des Unterrichts. Zielpublikum sind Lehrpersonen von Kindergärten und Schulen, Fachleute der Aus- und Weiterbildung und weitere pädagogisch Interessierte.

Zürich: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich 2005
ISBN 3-03713-128-4, CHF 42.50

Sprachenvielfalt in Schule und Bibliothek.
Bibliomedia, QUIMS Bildungsdirektion des Kantons Zürich
Schulen und Bibliotheken müssen gemeinsam Mittel und Wege finden, wie Kinder mit schwierigen Startbedingungen trotzdem zum Lesen motiviert werden können. Die Schule vermittelt das für den Aufbau der Lesekompetenz nötige Wissen und sorgt mit geeigneten Materialien für positive Leseerlebnisse. Die Bibliothek mit ihrem vielfältigen und frei zugänglichen Angebot bietet eine schier grenzenlose Fülle von Geschichten, und Phantasieräumen. Die Publikation will Anregungen und Anstösse zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Schule und Bibliothek geben und damit einen Beitrag zur erfolgreichen Integration aller zugewanderten Bevölkerungskreise leisten.

Solothurn: Bibliomedia Schweiz 2005
CHF 15.–

Bibliomedia Schweiz.
Bibliomedia (Hg.)
Materialien und Tipps zur Einführung fremdsprachiger Kunden in die Bibliothek: Mustertexte in Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Kroatisch, Albanisch und Türkisch

Solothurn: Bibliomedia Schweiz 2004
Bestellung: direktion@bibliomedia.ch

InterDIALOGOS 1/2006
Lesen und Zweisprachigkeit: die Rolle der Familie, der Schule und der Bibliotheken.

La Chaux-de-Fonds: Association InterDIALOGOS 2006
CHF 15.–

Lernen lernen.
AkDaF (Hg.)
Unter dem Titel «Lernen, lernen» versammelt der Herbst-Rundbrief eine bunte Palette von Beiträgen, in denen sich Autoren und Autorinnen aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Arbeitsumfeldern der wichtigen und hochaktuellen Sprachdebatte nähern.

Zürich: Arbeitskreis Deutsch als Fremdsprache DaF 2006, Rundbrief 55
CHF 9.–

Wie gut ist mein Deutsch?
Bausteine zur Sprachstandsermittlung im Bereich SEK II.

Susann Schläppi
Die Sprachstandsermittlung ermöglicht das Erfassen der Kompetenzen (A1 bis B1) und Defizite der Lernenden. Lehrpersonen können die Lernenden damit kompetenter beraten, möglichen Handlungsbedarf aufzeigen und ihnen, wenn nötig, ein sinnvolles Stütz- und Förderangebot empfehlen. Zielgruppen: Fremdsprachige Lernende, die am Anfang einer Berufslehre stehen oder sich darauf vorbereiten.

Bern: h.e.p. verlag ag 2006
Ausgabe für Lernende: ISBN 3-03905-228-4, CHF 4.–
Ausgabe für Lehrpersonen: ISBN 3-03905-227-6, CHF 25.–

Arbeitsmarktorientierte Deutschförderung. Rahmenkonzept.
Ernst Maurer
Das Rahmenkonzept setzt Eckpfeiler für die gezielte und systematische Förderung von arbeitsmarktbezogenen Kommunikationsfähigkeiten. Diese werden als zentrales Element beruflicher Handlungskompetenz verstanden. Das Rahmenkonzept richtet sich an Arbeitsmarktbehörden und Bildungsträger, die Bildungsangebote mit dem Ziel in Auftrag geben bzw. durchführen, die Arbeitmarktfähigkeit von fremdsprachigen Stellensuchenden wirkungsvoll und nachhaltig zu erhöhen.

Bern: seco 2006
Bezug: tindaro.ferraro@seco.admin.ch

www.lessico.ch
Dialekte existieren nicht nur in der deutschen Schweiz. Wer sich für die italienischen Dialekte interessiert, die im Tessin gesprochen werden, kann sich auf dieser Website kundig machen und nachschauen, welche Begriffe beispielsweise für «madre» in Bosino, in der Leventina oder in Poschiavo verwendet werden. Die Suchfunktion existiert für beide Richtungen: Dialèt-Italiano und Italiano-Dialèt.

 
Neuerscheinungen
   
   
   
 
 
 

Neuerscheinungen

Migrations- und Integrationspolitik

Jahrbuch für Migrationsrecht 2005/2006.
Alberto Achermann, Martina Caroni, Astrid Epinay, Walter Kälin, Minh Son Nguyen (Hg.)
Das zweite «Jahrbuch für Migrationsrecht» behandelt als Schwerpunkt Fragen rund um das Recht auf Familiennachzug. Aufgezeigt wird, welche Auswirkungen das neue Ausländergesetz in diesem Bereich hat und wie das Nachzugsrecht – auch gegenüber Angehörigen von Drittstaaten – in der EU gehandhabt wird. Auch der Begriff des «Rechtsmissbrauches im Ausländerrecht», der hier anhand der Praxis des Bundesgerichts untersucht wird, findet oft in Fällen mit Bezug auf das Recht auf Familiennachzug Anwendung. Eine Abhandlung widmet sich schliesslich Rechtsschutzfragen, wie sie sich aus dem Zusammenspiel der Ausländerrechtgesetzgebung und der neuen Gerichtsverfassung ergeben. Das Jahrbuch referiert die einschlägige Rechtsprechung von Bundesgericht und Asylrekurskommission und des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte. Es zeichnet die wesentlichen Rechtsentwicklungen in der Schweiz, in der EU und in weiteren internationalen Gremien nach, einschliesslich der Menschenrechtsorgane der UNO. Es hat den Anspruch, Gesetzgebung und Praxis des Migrationsrechts zu dokumentieren und zu analysieren.

Bern: Stämpfli Verlag 2006
ISBN 3-7272-2761-5, CHF 75.–

Völkerrecht - Eine Einführung.
Walter Kälin, Astrid Epiney, Martina Caroni, Jörg Künzli (Hg.)
Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung der Wirtschaft und der Politik hat auch das Völkerrecht in den letzten Jahren stets an Bedeutung gewonnen. Das Skriptum dient einer ersten Einführung in die Materie. In vier Teilen werden die Rechtsquellen des Völkerrechts, das Verhältnis zwischen Völkerrecht und Landesrecht, die Staaten, internationalen Organisationen und Individuen als Subjekte des Völkerrechts sowie die wichtigsten Mechanismen der Rechtsdurchsetzung im internationalen Bereich behandelt. Das Skriptum legt den Schwerpunkt auf Materien, über welche auch Juristinnen und Juristen mit primär landesrechtlicher Ausrichtung Bescheid wissen sollten. Die gegenseitige Durchdringung von Völker- und Landesrecht schafft im Rechtsalltag oft Schwierigkeiten. Dazu gehört nicht zuletzt der Umstand, dass völkerrechtliche Dokumente oft schwer zugänglich und in englischer oder französischer Fachterminologie verfasst sind. Umfangreiche Zitate geben Zugang zu wichtigen Dokumenten im Original und erlauben, den Umgang mit solchen Texten zu üben.

Bern: Stämpfli Verlag 2006
ISBN 3-7272-1524-0, CHF 42.−

Migration, Integration und Menschenrechte.
Widerspruch 51
In Zeiten der Globalisierung wird die Arbeitsmigration in die reichen Einwanderungsländer der EU andauern. Auch innerhalb der «Festung Europa» führen neue gesellschaftliche Spaltungen, «Parallelgesellschaften» und Fremdenfeindlichkeit zu sozialen Spannungen. In diesem Zusammenhang stellen sich Fragen um den Stellenwert von Integration und Menschrechten. In welchem Ausmass heute die Konzepte der «Integration» umstritten und umkämpft sind, zeigt die kontroverse Debatte in diesem umfang- und materialreichen Heft. Über 35 Autorinnen und Autoren aus ganz unterschiedlichen Arbeits- und Erfahrungszusammenhängen berichten, analysieren und besprechen nicht nur, sondern erschliessen auch in Ansätzen neue Modelle und Konzepte staatlicher Souveränität, transnationaler Bürgerrechte, der Gleichberechtigung und der politischen Partizipation.

Zürich: Widerspruch 2006
Bestellung: vertrieb@widerspruch.ch, CHF 25.–
ISSN 1420-0945

Integration.
Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH Asyl 3/06
Die Ausgabe 3/06 der Zeitschrift «Asyl» befasst sich schwerpunktmässig mit dem Thema Integration. Die Beiträge widmen sich insbesondere neuen Ansätzen auf schweizerischer und europäischer Ebene.

Bern: SFH Asyl 3/06
Bestellung: Stämpfli Verlag, Postfach, 3001 Bern

Integration, Identität, Differenz.
Der Integrationsprozess aus der Sicht spanischer Migrantinnen und Migranten.
Marina Richter
Die Migration aus Spanien in die Schweiz begann in den 1960er Jahren mehrheitlich als Gastarbeitermigration. Später wanderten Spanierinnen und Spanier unter gänzlich anderen Voraussetzungen ein. Am Beispiel der Eingewanderten, die heute noch in der Schweiz leben, untersucht die Autorin die Sichtweise der Betroffenen als Ergänzung zu offiziellen Definitionen des Integrationsbegriffes, wie Politik und Wissenschaft sie darstellen. Was verstehen Migrierte unter Integration und wie unterscheiden sich diese Definitionen? Inwiefern beeinflussen diese Definitionen ihren Alltag? Wie schätzen Migrierte die eigene Integration ein und wie bewerten sie diese? Auf der Grundlage von zahlreichen Interviews schält diese Studie unterschiedliche Kontexte für die einzelnen Migrierten heraus. Sie unternimmt den Versuch, anhand einer differenzierten Betrachtungsweise den spezifischen Situationen der einzelnen Migrierten gerecht zu werden.

Bern: Peter Lang Verlag 2006
ISBN 3-03910-998-2, CHF 78.–

Internationaler Migrationsausblick.
Programme pour le développement économique et la création d'emplois au niveau local (LEED) de l'OCDE (Hg.)
Diese erste Ausgabe des «Internationalen Migrationsausblicks» analysiert die jüngsten Trendentwicklungen im Bereich der Wanderungsbewegungen und -politik in allen OECD-Ländern. Erstmals enthält der Bericht für die meisten OECD-Länder auch harmonisierte Statistiken über die langfristigen internationalen Zuwanderungsströme. Unterstrichen werden dabei die wachsende Bedeutung der Zuzüge aus Russland, der Ukraine, China und Lateinamerika sowie die zunehmende Feminisierung der Migrationsströme. Der Bericht geht auf die Bedeutung der Zuwandererpopulation und ihres Beitrags zum Humankapital im Aufnahmeland ein. Auch die Bestimmungsfaktoren der Beschäftigungssituation werden analysiert.

Paris: OECD Publishing 2006
ISBN: 9264025356 (D), € 79.–

Diskriminierung und Integration – (Rechts-)Geschichten in einem sozialen System.
Analysen und Perspektiven von Assistierenden des Rechtswissenschaftlichen Instituts der Universität Zürich und Beiträge von ausgewählten Freunden.

Beatrice Luginbühl, Juana Schmidt (Hg.)
Nicht jede Benachteiligung ist eine Diskriminierung im juristischen Sinne. Die Publikation prüft, wo die Grenzen der Toleranz und der Integration zu stecken und welche Drittinteressen zu beachten sind. Sie suchen nach Antworten auf die Frage, wo es Lücken im Gesetz zu füllen gilt, um Diskriminierungen vorzubeugen. Gesetzesvorschläge zeigen auf, wie Integration und Gleichstellung gefördert werden können. Zudem wird erkennbar gemacht, wie man sich in unserem Rechtssystem gegen Diskriminierung wehren kann. Die Autorinnen und Autoren haben die Fragen der Diskriminierung und Integration unter diesen Gesichtspunkten in den verschiedensten Facetten beleuchtet.

Luzern: Caritas-Verlag 2006
ISBN 3-905455-93-5, CHF 78.–

Die Fremdmacher. Widerstand gegen die schweizerische Asyl- und Migrationspolitik.
Anni Lanz, Manfred Züfle (Hg.)
Wie Fremde und Fremdes in den letzten dreissig Jahren konstruiert und vom ebenso konstruierten Eigenen ab- und ausgegrenzt werden, beschreiben Manfred Züfle und Anni Lanz aus der Sicht eines politisch denkenden Schriftstellers und einer Basisaktivistin. Das Buch wurde im Auftrag von Solidarité sans frontières und aus Anlass ihres 20-jährigen Jubiläums geschrieben.

Zürich: Edition8 2006
ISBN 3-85990-090-X, CHF 22.–

Diskursstrategien im Rechtspopulismus. Freiheitliche Partei Österreichs und Schweizerische Volkspartei zwischen Opposition und Regierungsbeteiligung.
Oliver Geden
Rechtspopulistische Parteien betreiben die Wählermobilisierung aus der Opposition heraus häufig mit sehr grossem Erfolg. Mündet dies jedoch in Regierungsbeteiligungen auf nationaler Ebene, so lässt der Wählerzuspruch meist schlagartig wieder nach. Oliver Geden rückt mit der Freiheitlichen Partei Österreichs und der Schweizerischen Volkspartei zwei Akteure ins Blickfeld, die den Übergang von Oppositions- zu Regierungsparteien mit höchst unterschiedlichem Erfolg bewältigt haben. Anhand von Medienanalysen sowie von eigens durchgeführten Interviews mit FPÖ- und SVP-Politikern zeichnet der Autor nach, in welcher Weise die inhaltliche Ausgestaltung rechtspopulistischer Politik von strategischen Erwägungen geprägt ist. Dabei wird deutlich, dass die Strukturen und Dynamiken der schweizerischen Politik einer rechtspopulistischen Partei günstigere Rahmenbedingungen für dauerhafte Wahlerfolge bieten als dies in Österreich der Fall ist.

Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2006
ISBN 3-531-15127-4, € 34.90


Historische Perspektiven

50 Jahre Asyl in der Schweiz (1956-2006). Lehrmittel und Dokumentarfilm.
Guillemette Gold, Raffaele Poli (Hg.)
Dieses Unterrichtsdossier ist der Asyl- und Flüchtlingsthematik in der Schweiz gewidmet. Es richtet sich in erster Linie an Lehrkräfte der nachobligatorischen Schulstufe. Das Dossier besteht aus zwei Materialien, die sich gegenseitig ergänzen: einem Lehrmittel sowie einem Dokumentarfilm zum Thema. Das Unterrichtsdossier enthält Originalkopien von Zeitungsartikeln, die in der Presse der Deutsch- und Westschweiz zwischen 1956 und 2003 erschienen sind. Es werden Interpretationen geliefert, deren Ziel es ist, in einer zeitlichen und thematischen Perspektive zum Nachdenken darüber anzuregen, wie sich die Presse dem Thema Asyl und Flüchtlinge gewidmet hat. Der Dokumentarfilm, der 33 Minuten dauert, gibt Aussagen von vierzehn Flüchtlingen und Asyl Suchenden wieder.

Sémaphores Films (www.semaphores.ch) 2006
Lehrmittel/DVD CHF 33.–
Bestellungen: secretariat.sfm@unine.ch


Bildung

Heterogenität und Integration. Umgang mit Ungleichheit und Differenz in Schule und Kindergarten.
Albert Tanner, Hans Badertscher, Rita Holzer, Andreas Schindler und Ursula Streckeisen (Hg.)
«Heterogenität und Integration» beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Voraussetzungen von Kindern, ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, ihrer Sprache oder anderen Verschiedenheiten. Namhafte Vertreterinnen und Vertreter der interkulturellen und integrativen Pädagogik analysieren den Umgang der Schulen in der Schweiz und Deutschland mit diesen Unterschieden und zeigen Perspektiven zu einer verbesserten Integration auf. Es folgen Berichte von Praktikerinnen aus Schule, Sozialarbeit und Beratungsinstitutionen zum altersgemischten Lernen, zum Umgang mit interkulturellen Konflikten und zur Gewaltprävention. Abschliessend wird ein Blick auf die Erfahrungen mit Integration in Ländern wie Italien, Schweden und Finnland geworfen.

Zürich: Seismo 2006
ISBN 3-03777-040-6, CHF 48.–

Where Immigrant Students Succeed – A Comparative Review of Performance and Engagement in PISA 2003.
Organisation for Economic Co-operation and Development (OCDE) (ed.)
Successful integration of immigrant populations is essential for ensuring social cohesion in immigrant receiving nations. Immigrants bring a wealth of human capital which, if nurtured carefully, can positively contribute to economic well-being and cultural diversity of the host country. Yet, tapping into this potential remains a major challenge for policy makers. What barriers exist for young immigrants today? Can school contribute to reducing those barriers and in turn help young immigrants succeed in their adopted countries? Drawing on data from the OECD's Programme for International Student Assessment (PISA), this report examines the performance of students with immigrant backgrounds and compares it to that of their native counterparts. As well as providing information on countries' approaches to the integration of immigrants, it looks at other factors that could influence immigrant students' peformance – such as their attitudes to school, their motivation and learning strategies as well as their social background and the language spoken at home – giving valuable implications for educational policy.

Paris: OECD Publishing 2006
ISBN 9264023607, € 30.–

Arbeit

Die ganze Welt zu Hause.
Cosmobile Putzfrauen in privaten Haushalten.

Maria S. Rerrich
Heute putzen Frauen aus aller Welt Wohnungen in Deutschland. Sie verlassen ihre Heimat und ihre Familien, um dort Geld zu verdienen. Maria S. Rerrich führte in Hamburg und München Interviews mit cosmobilen Putzfrauen und sprach auch mit Arbeitgeberinnen und einschlägig arbeitenden Experten aus Verwaltung, Politik und Sozialarbeit. Sie ermöglicht so einen Einblick in die Lebensführung der zum Teil illegal in Deutschland lebenden Frauen und fragt, wie ihre sozialen Netzwerke funktionieren, wie sie wohnen und ihre Freizeit verbringen, was sie tun, wenn sie krank sind.

Hamburg: Hamburger Edition HIS Verlags-GmbH 2006
ISBN 3-936096-67-5, € 16.–

Arbeits- und Lebensbedingungen von Cabaret-Tänzerinnen in der Schweiz.
Janine Dahinden, Fabienne Stants
Die Studie präsentiert die Arbeits- und Lebenssituationen aufgrund von ExpertInneninterviews und einer Befragung von Cabaret-Tänzerinnen. Sie zeigt die Komplexität der Einflussfaktoren auf ihre Situation und zeichnet nach, inwiefern diese von den Bedingungen der Migration, migrationspolitischen Vorgaben und dem Kontext der Sexarbeit mitbestimmt sind.

Neuchâtel: SFM, 2006
ISBN 2-940379-05-7, CHF 30.–

Sans-Papiers in der Schweiz: unsichtbar – unverzichtbar.
Schweizerisches Rotes Kreuz (Hg.)
In der Schweiz leben zwischen 80'000 und 300'000 Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung – so genannte Sans-Papiers. Die Ursachen, die zu einem illegalen Aufenthaltsstatus führen, sind vielfältig und vielfältig sind auch die Lebensumstände, in denen diese Menschen hier leben. Die Publikation behandelt aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven die für die Sans-Papiers-Frage in der Schweiz sozial und gesellschaftspolitisch relevanten Themen – unter anderem die Grund- und Menschenrechte, die soziale Sicherheit, die Gesundheitsressourcen und -versorgung, Durch die Aufzeichnung einzelner Lebensgeschichten von Sans-Papiers in der Schweiz werden die theoretisch behandelten Themenbereiche auf eindrückliche Weise veranschaulicht. Diese Geschichten erlauben gleichzeitig einen Einblick in unterschiedlichste Facetten der Lebenswirklichkeit von Sans-Papiers. Informationen zu rechtlichen und ein Verzeichnis nützlicher Adressen runden die Publikation ab.

Zürich: Seismo Verlag 2006
ISBN 3-03777-043-6, CHF 38.–

Sans-Papiers.
Schweizerisches Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien SFM Forum No. 6
Da illegale Migrationen einen signifikanten Fall misslingender Rechtsdurchsetzung bezeichnen, die Staaten sich zurechnen müssen, ist ihnen abverlangt, die daraus resultierenden Folgeprobleme zu bearbeiten und dafür pragmatische Formen zu finden, die dies erlauben, ohne zugleich Rechtsbruch und das Unterlaufen politischer Souveränität zu belohnen beziehungsweise Anreize dafür zu schaffen. Es geht bei allen solchen Arrangements offensichtlich um das Abwägen verschiedener hoch bewerteter, aber miteinander in Konflikt stehender Güter: Die Gültigkeit des Rechts und die staatliche Kapazität der Rechtsdurchsetzung einerseits und der potentielle Ausschluss einer grossen Zahl von Menschen von Gütern wie Gesundheit, Rechtsschutz und schulische Ausbildung mit individuell und gesellschaftlich hohen Folgekosten andererseits.

Neuchâtel: SFM 2006, Forum No. 6
Kostenloses Abonnement beim Herausgeber

Sozialpolitik

Einmal arm – immer arm.
Lebensgeschichten zur sozialen Vererbung und Mobilität in der Schweiz.

Marta Ostertag, Carlo Knöpfel
Vom Tellerwäscher zum Millionär – dieser Traum stammt aus Amerika und ist das Paradebeispiel für den sozialen Aufstieg. Aber längst nicht alle, die aufsteigen wollen, können. Und nicht alle, die aufsteigen konnten, haben es durch eigene Leistung geschafft. Caritas Zürich hat anhand von zwölf Lebensgeschichten von Menschen aus dem Kanton Zürich folgende Fragen untersucht: Welches sind die Faktoren, die den sozialen Aufstieg begünstigen? Und welche Massnahmen können private Sozialorganisationen anbieten, um soziale Mobilität zu fördern? Marta Ostertag und Carlo Knöpfel kommen zum Resultat, dass Armut langfristig nur verringert werden kann, wenn soziale Vererbung vermindert wird.

Luzern: Caritas-Verlag 2006
ISBN 3-85592.103-4, CHF 16.-

Handbuch Armut in der Schweiz.
Christin Kehrli, Carlo Knöpfel
Armut in der reichen Schweiz ist ein gesellschaftlicher Skandal. Die hohe Lebensqualität gilt nicht für alle. Jede siebte Person in der Schweiz kann die Existenz nicht aus eigener Kraft sichern. Armut ist in der Schweiz kaum sichtbar. Dass sie dennoch existiert, wird verschwiegen, übersehen, verharmlost. Entsprechend ist das allgemeine Wissen zur Armut in der Schweiz bescheiden. Was ist Armut? Wer ist davon betroffen? Wer kennt die verschiedenen Gesichter der Armut? Mit dem «Handbuch Armut in der Schweiz» füllt der Caritas-Verlag eine Lücke. Das Handbuch bietet einen kompakten Überblick über das bestehende Wissen zur Armut in der Schweiz. Die Mechanismen von Armut und sozialer Sicherheit sollen nicht nur von Fachkreisen verstanden werden. Die Texte sind daher in einer gut lesbaren Sprache geschrieben und werden mit anschaulichen Darstellungen ergänzt.

Luzern: Caritas-Verlag 2006
ISBN 3-85592-101-6, CHF 42.–

2gethere - Interkulturelle Jugendarbeit in Vorarlberg.
Koje - okay. zusammenleben (Hg.)
Jugendarbeit ist vielfältig, bunt, kreativ und erreicht mit unkonventionellen Ideen und Projekten Jugendliche mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen und Wünschen – auch Jugendliche mit Migrationshintergrund. Das Buch «2gethere» präsentiert 22 ausgewählte Beispiele aus der Interkulturellen Jugendarbeit Vorarlbergs. Die Projektbeschreibungen und Analysen vermitteln die zentralen Erfolgsindikatoren, wie z. B. Zielgruppen-, Ressourcen- und Prozessorientierung, in anschaulicher Weise und dienen somit als Leitfaden für die Konzeption, Planung und Umsetzung weiterer Projekte im Bereich der Interkulturellen Jugendarbeit und angrenzender Handlungsfelder. «2gethere» verweist auf den Prozess und zugleich auf das Ziel, im Einwanderungsland anzukommen und sich hier zu Hause zu fühlen. Die einzelnen Projekte handeln von der Suche nach Heimat, Anerkennung, Identität und Orientierung und tragen damit zum «2gethere», zum wahrhaften Ankommen bei.

Hohenems: Bucher Verlag, 2006
ISBN 3-902525-49-9, € 15.–

Wohnen / Raumplanung

Soziokulturelle Unterschiede in der Schweiz.
Vier Indizes zu räumlichen Disparitäten, 1990-2000.

Michael Hermann, Corinne Heye, Heiri Leuthold
Die vier in dieser Studie entwickelten Disparitätsindizes zeigen, dass die Bevölkerung der Schweiz zwischen 1990 und 2000 städtischer geworden ist. Das heisst: Der soziale Status ist gestiegen, die Lebensformen haben sich individualisiert, die Fremdsprachigkeit hat zugenommen und der Alterungsprozess ist vorangeschritten. Dabei ist nicht nur der ländliche Raum urbaner geworden, sondern auch die Zentren haben sich auf dem Pfad der Urbanisierung weiterbewegt. Der Gegensatz zwischen städtischen und ländlichen Räumen bleibt deshalb bestehen. Eine zunehmende Bedeutung erhalten soziokulturelle Disparitäten innerhalb von Ballungsräumen. Die vier neuen Indizes erfassen die soziokulturellen Bevölkerungsprofile von grossen (z.B. Sprachregionen) und kleinen Räumen (z.B. Stadtquartiere). Als Werkzeuge zur Unterstützung von Planungsmassnahmen sind sie auf unterschiedlichen Ebenen einsetzbar.

Neuchâtel: Bundesamt für Statistik 2005
ISBN 3-303-21012-8, CHF 17.–

Integrationsmaschine Stadt?
Interkulturelle Beziehungsdynamiken am Beispiel von Bern.

Angela Stienen (Hg.)
Im Zentrum des Buches steht Bern. Anhand der Geschichte der Arbeitsmigration im 20. Jahrhundert, des Wandels eines innenstadtnahen Stadtteils, einer Quartierpolitik, die gleichzeitig den Ansprüchen nachhaltiger Quartierentwicklung und den Anforderungen des globalen Standortwettbewerbs zwischen den Städten genügen will, und der Rolle von Migrantenorganisationen zeigen die Autorinnen und Autoren die verborgenen Mechanismen von Integration und Ausgrenzung auf. Indem sie nach der Logik der Normalität fragen, weisen sie nach, warum Appelle an Begegnung und Toleranz nicht greifen.

Bern: Haupt Verlag 2006
ISBN 3-258-07031-5, CHF 68.–

Psychologie / Gesundheit

Handbuch «Diversität und Chancengleichheit» mit DVD «Verstehen kann heilen»
Peter Saladin (Hg.)
In der Schweiz ist der Gesundheitszustand von Angehörigen der Migrationsbevölkerung in verschiedenen Bereichen schlechter als jener der Einheimischen. Migrantinnen und Migranten sind einerseits grösseren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, andererseits finden sie weniger leicht Zugang zu unserem Gesundheitssystem. Das Handbuch «Diversität und Chancengleichheit. Grundlagen für erfolgreiches Handeln im Mikrokosmos der Gesundheitsinstitutionen» unterstützt Spitäler, Kliniken und Institutionen der Langzeitpflege in ihrem Bestreben, Zugangsbarrieren abzubauen und transkulturelle Kompetenz zu erlangen. Die Publikation des Bundesamts für Gesundheit ist in Zusammenarbeit mit «H+ Die Spitäler der Schweiz» entstanden und basiert auf Erfahrungen, die im Rahmen des Netzwerks Migrant-Friendly Hospitals gesammelt worden sind. Sie enthält als Beilage eine DVD mit dem im Auftrag des BAG realisierten Film «Verstehen kann heilen. Globale Migration – lokale Lösungen im Gesundheitswesen», der praxisnah veranschaulicht, was Migrantinnen und Migranten im Spital erleben.

Bern: Bundesamt für Gesundheit BAG 2006
Bestellung: geschaeftsstelle@hplus.ch, gratis.

Forschung Migration und Gesundheit im Rahmen der Bundesstrategie «Migration und Gesundheit 2002-2007».
Bundesamt für Gesundheit BAG (Hg.)
Der bebilderte Sammelband dokumentiert die Erkenntnisse und Empfehlungen jener Forschungen, welche das BAG im Rahmen einer Ausschreibung ausgewählt hat. Artikel in der Muttersprache der Forschenden (Deutsch, Französisch, Englisch), Zusammenfassung der einzelnen Artikel in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch.

Bern: BAG 2006
CHF 38.–
Download www.bag.admin.ch

Gewalt / Krisen

Antisoziales Verhalten bei Kindern, psychosoziale Risiken bei Jugendlichen: Was bringt Prävention und Beratung?
NFP52 Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (Hg.)
Das dritte Themenheft des NFP 52 widmet sich der Sensibilisierung für psychosoziale Probleme von Kindern und Jugendlichen und zeigt Ansatzpunkte zur besseren Nutzung und Optimierung von Beratungsangeboten auf.
In jüngster Zeit wurde den Ausdrucksformen antisozialen Verhalten von Kindern und Jugendlichen viel Beachtung geschenkt. Wie sind die Entwicklungschancen von Kindern, die Opfer von Gewalt werden? Wie können Eltern geschult werden, damit sie ihre Kinder unterstützen können? Wie sind die Einstellungen und das Wissen über psychische Gesundheit bzw. Krankheit von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien?

Bern: Schweizerischer Nationalfonds 2006
www.nfp52.ch

Straffällige ohne Schweizer Pass. Kriminalisieren – Entkriminalisieren – Exportieren?
Franz Riklin
Ob Straftäter über einen Schweizerpass verfügen oder nicht, spielt keine Rolle – das verlangt das Prinzip der Gleichbehandlung. Ist das tatsächlich so? Im Zentrum der jährlichen Tagung 2005 der Fachgruppe «Reform im Strafwesen« stand die Frage, wie unsere Rechtsordnung und die Praxis mit Straftätern ohne Schweizerpass umgehen und umgehen sollten. Unter dem gleichen Titel ist eine Dokumentation mit den wichtigsten Referaten der Tagung erschienen.

Luzern: Caritas Schweiz, 2006 (kostenlos)
info@caritas.ch


Religion

Initiativen und Organisationen des interreligiösen Dialogs in der Schweiz.
Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut SPI (Hg.)
Mit einer Broschüre unter dem Titel «Initiativen und Organisationen des Interreligiösen Dialogs in der Schweiz», will die Pastoralplanungskommission der Schweizer Bischofskonferenz (PPK) eine Hilfestellung für alle am interreligiösen Dialog Interessierten bieten. Der Dialog unter den Religionen sei heute notwendiger denn je, heisst es in der Einleitung. Die neue Broschüre vermittelt eine Übersicht über die vielfältigen Initiativen und Organisationen, denen der interreligiöse Dialog am Herzen liegt.

St. Gallen: SPI 2006
Bestellung: spi-ppk@kath.ch

Im Tod sind alle gleich. Die Bestattung nichtchristlicher Menschen in der Schweiz.
Barbara Richner
Seit den 1990er Jahren verstärkt sich in der Schweiz die Aufmerksamkeit für religiöse Forderungen nichtchristlicher Minderheiten insbesondere durch Anliegen, welche muslimische Gläubige an Behörden und Öffentlichkeit formulieren. Vorstösse dieser Art lösen immer wieder heftige Diskussionen darüber aus, welchen Platz Religion innerhalb der Gesellschaft einnehmen soll, und mehr noch darüber, wie das Zusammenleben in einer «multikulturellen» Gesellschaft ausgestaltet werden soll. Dabei geht es um politisch-normative Grundlagen im Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt. Diese letzteren, dominierenden Debatten drehen sich um den Begriff Integration, sind stark politisiert und werden in der Öffentlichkeit – nicht zuletzt wegen ihrer Thematisierung von Konflikten – breit wahrgenommen. Insbesondere religiös definierte gesellschaftliche Vielfalt stellt aktuell ein ganz zentrales politisches Thema dar.

Zürich: Chronos 2006
ISBN 3-0340-0790-6, CHF 38.–

Mehrheit und muslimische Minderheit in der Schweiz.
Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR (Hg.)
In ihrer Stellungnahme befasst sich die EKR mit der Beziehung der Mehrheitsgesellschaft zur muslimischen Minderheit in unserem Land. Die Kommission stellt in der öffentlichen Debatte die Tendenz fest, Muslime kollektiv für das Weltgeschehen verantwortlich zu machen. Diskriminierungen finden im täglichen Leben der Muslime, z.B. in den Bereichen Arbeiten, Wohnen und bei Baugesuchen statt, wo Religion kein Ausschlusskriterium bilden darf. Es geht der EKR nicht um eine Hervorhebung kultureller und religiöser Besonderheiten oder gar um die Forderung nach einer Sonderposition für Muslime. Ziel ist vielmehr die Akzeptanz im täglichen Zusammenleben im Sinne von «Alle anders – alle gleich» (so der Titel der aktuellen Jugendkampagne des Europarats).

Berne: ERK 2006
Bestellung: ekr-cfr@gs-edi-admin.ch, CHF 10.–
www.ekr-cfr.ch

Tariq Ramadan und die Islamisierung Europas.
Ralph Ghadban
In den Medien streitet man darüber, ob Ramadan Traditionalist oder eher Islamreformer sei. Ist er Islamist, Salafit, Salafireformer oder Liberaler? Die Beantwortung dieser Frage durch die hier vorgelegte Auseinandersetzung mit Ramadans Schriften ist entscheidend für die Einschätzung seiner Position in Bezug auf Integration, Islamisierung, Menschenrechte und Demokratie.

Berlin: Verlag Hans Schiler 2006
ISBN 3-89930-150-1, € 17.–

Europas muslimische Eliten. Wer sie sind und was sie wollen.
Jytte Klausen
Terroristen und Schläfer, Zwangsehen und Ehrenmorde beherrschen die Schlagzeilen – immer wieder ist von Parallelgesellschaften die Rede. Doch die grosse Mehrheit der in Europa lebenden Muslime hat mit diesem Bild nichts gemein. Ihre führenden Vertreter kommen in diesem Buch zu Wort.
Muslime stellen eine beachtliche Bevölkerungsgruppe in Europa. Ihre Integration ist eine politische Herausforderung. Ein Slogan wie der vom «Kampf der Kulturen» geht jedoch an der Alltagsrealität vorbei. Jytte Klausen hat mehr als 300 muslimische Frauen und Männer – Politiker, Ärzte, Juristen, Unternehmer, Sozialarbeiter – aus Deutschland und fünf weiteren europäischen Ländern zu ihrer Sicht auf das gesellschaftliche Zusammenleben befragt. Diese politisch engagierten Eliten lehnen religiösen Fundamentalismus ab, wünschen sich aber ein Europa, in dem der Islam als Religion anerkannt und seine Institutionen unterstützt werden. Das Buch bietet einen einmaligen Einblick in das Denken dieser Menschen, die sich vielfach als Europäer verstehen, und trägt damit zur Versachlichung der Debatte um die Rolle des Islam in westlichen Gesellschaften bei.

Frankfurt: Campus Verlag 2006
ISBN 3593380179, CHF 52.20

Muslimas in der Schweiz.
FraZ September 2006
Muslimischen Frauen wird im Moment viel Interesse entgegengebracht. Denn an der Frauenfrage scheinen sich christlich und islamisch geprägte Kulturen zu scheiden. Aber: Geht es hier wirklich um Religion? Die Musliminnen in der Schweiz kommen aus ganz verschiedenen Ländern mit sehr unterschiedlichen Traditionen. Die Frauenzeitung hat versucht, diese Vielfalt einzufangen.

Zürich: Verein FraZ Frauenzeitung, 2006
Bestellung www.frauenzeitung.ch, CHF 10.–

Ratgeber

Schweiz in Sicht – Demokratie – Politik – Institutionen.
Vincent Golay, Mix & Remix (Illustr.)
Dieses Kompendium gibt einen Einblick in die politischen Institutionen und Mechanismen der Schweiz. Es erhellt eine Reihe von Begriffen und Konzepten, denen man täglich – in den Medien ebenso wie in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen – begegnet: Verfassung, politische Rechte, Demokratie, Föderalismus, Gewaltenteilung oder die Frage nach der Rolle des Staates in Wirtschaft und Gesellschaft. Themen mithin, zu denen jede Bürgerin und jeder Bürger Grundkenntnisse haben sollte.

Zürich: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich 2007
ISBN 3-03713-182-4, CHF 14.–

Welschkorn, Türgge, Mais.
Kommunikation mit Menschen aus andern Ländern und Kulturen.

Koordinationsstelle für Integration des Kantons St. Gallen (Hg.)
Gleich wie einst der Anbau und die Zubereitung von Mais von unseren Vorfahren erst erlernt werden musste, will auch die Kommunikation mit fremden Menschen gelernt sein Das Verstehen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft ist nämlich besonders anfällig für Missverständnisse. Es erfordert deshalb besondere Anstrengungen und spezielles Know-how: Know-how in interkultureller Kommunikation. Der Leitfaden vermittelt die Grundlagen der interkulturellen Kommunikation für Behörden und Verwaltungen.

St. Gallen: Koordinationsstelle für Integration des Kantons St. Gallen, 2006
ISBN 3-033-00888-5, CHF 12.30
Bestellung: drucksachen.sk@sg.ch, Download: www.enzian.ch

Reportagen / Porträts und Geschichten

Zweiheimisch. Bikulturell leben in Deutschland.
Cornelia Spohn
«Zweiheimisch» fühlen sich Menschen, die mit zwei Kulturen leben. Zum Beispiel Sarra. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater stammt aus Tunesien, wo auch Sarra aufgewachsen ist. Oder Steven: Seine Eltern sind als Boatpeople aus Vietnam geflohen. Oder Mehmet, dessen Familie aus der Türkei kommt. Sie und neun andere «zweiheimische» junge Menschen kommen im Buch zu Wort.
Wie Abdullah, der zielstrebig seinen Traum, Schauspieler zu werden, verfolgt. Oder wie Jennifer, die sich als «halbschwarz» bezeichnet und in eigenen Kompositionen ihre Erfahrungen verarbeitet. Es berührt und begeistert, mit wie viel Energie und Mut sie ihren eigenen Weg verfolgen. Die 12 Porträts dieses Buches zeigen ein weithin unentdecktes Potenzial unserer Gesellschaft. Von der Stärke und Kreativität dieser jungen Menschen lässt sich viel lernen. Drei Journalisten haben diese Geschichten aufgeschrieben. «Zweiheimisch» zu sein charakterisiert auch ihren Lebensweg: Mely Kiyak ist Tochter kurdischer Einwanderer, Ferdos Forudastans Vater stammt aus Iran, Vito Avantarios Eltern kamen aus Italien.

Hamburg: Edition Körber-Stiftung 2006
ISBN 978-3-89684-063-9, € 14.–

 

 
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