terra cognita 11/2007 Infothek

   

Bücher und Materialien

Medien und Integration

Medien und Migration. Europa als multikultureller Raum?
Heinz Bonfadelli, Heinz Moser (Hg.)
Die Fragen nach Migration und Integration sind gegenwärtig politisch äusserst brisant. Nicht zuletzt sind die Medien ins Zwielicht gekommen, weil sie es durch die digitale Technologie ermöglichen, dass Migranten in ihrer «fremden» Heimatkultur verhaftet bleiben. Vor diesem Hintergrund zeigt dieser Sammelband anhand von quantitativen und qualitativen Studien den Forschungsstand auf. Neben fundierten Daten zur Mediennutzung von Migranten im europäischen Raum stehen Fragen der Identitätsentwicklung und der damit verbundenen kulturellen Verortung im Mittelpunkt.

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007
ISBN 978-3-531-15129-8, CHF 56.-

Die Integrationsfunktion der Massenmedien. Begriffsgeschichte, Modelle, Operationalisierung
Andreas Vlasic
Die Annahme einer Integrationsfunktion der Massenmedien ist in der Kommunikationswissenschaft fest verwurzelt. Die Analyse zeichnet die Ideengeschichte des Integrationsbegriffs nach und zeigt die Verbindung dieses einflussreichen Konzepts zu Disziplinen wie Soziologie oder Politikwissenschaft. Auf Basis eines handlungstheoretischen Ansatzes wird ein Modell der Integrationsfunktion vorgeschlagen, das die Ebene des individuellen Handelns von Akteuren mit dem Einfluss der von ihnen vorgefundenen Strukturen verknüpft. Dadurch wird es möglich, integrationsrelevante Bereiche und Prozesse zu bestimmen.

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004
ISBN 978-3-531-14192-3, CHF 46.-

Integration durch Massenmedien / Mass Media-Integration. Medien und Migration im internationalen Vergleich / Media and Migration: A Comparative Perspective
Rainer Geissler, Horst Pöttker (Hg.)
Grundlage des Bandes ist eine internationale Tagung zur Rolle der Massenmedien bei der Integration von Migranten. Die Beiträge präsentieren nicht nur Forschungsergebnisse zur Situation in Deutschland, sondern es kommen auch Experten aus den USA, Kanada und den Niederlanden zu Wort, wo Medien und Sozialwissenschaftler langjährige Erfahrungen mit Migration haben. Ein weiterer Teil des Bandes ist dem Dialog zwischen Medienforschern und Medienpraktikern von Fernsehen, Hörfunk und Presse gewidmet.

Bielefeld: transcript Verlag 2006
ISBN 978-3-89942-503-1, CHF 47.90

Massenmedien und die Integration ethnischer Minderheiten in Deutschland
Rainer Geissler, Horst Pöttker (Hg.)
Der Anteil der Migranten in Deutschland an der Bevölkerung ist stark gewachsen und er wird noch weiter wachsen. Die Gesellschaft steht vor der Herausforderung, diese ethnischen Minderheiten zu integrieren. Massenmedien, die sich aufgrund ihrer Ausdifferenzierung ebenfalls in einem Umbruch befinden, spielen bei diesem Integrationsprozess eine wichtige Rolle. Der Band klärt das umstrittene Konzept der Integration durch Massenmedien, gibt einen Überblick über den Forschungsstand und enthält eine auf Vollständigkeit angelegte Bibliographie der wissenschaftlichen Literatur zum Thema Medien und Integration von Migranten.

Bielefeld: transcript Verlag 2005
ISBN 978-3-89942-280-1, CHF 55.-

Massenmedien, Migration und Integration. Herausforderungen für Journalismus und politische Bildung
Christoph Butterwegge, Gudrun Hentges (Hg.)
In der aktuellen Diskussion über Zuwanderung spielen die Massenmedien eine Schlüsselrolle. Sie filtern für die Meinungsbildung wichtige Informationen und beeinflussen so das Bewusstsein der Menschen, denen sich die gesellschaftliche Realität zunehmend über die Rezeption von Medien erschliesst. Medien liefern nicht nur (Zerr-)Bilder von Migranten und Migrantinnen und ethnischen Minderheiten, die das Denken und Handeln der Einheimischen negativ beeinflussen, sondern prägen auch deren Haltung im Hinblick auf Modelle für das Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion, indem sie Möglichkeiten bzw. Grenzen der Integration ausloten und öffentliche Debatten darüber organisieren. Eine kritische Medienpädagogik und die interkulturelle Medienbildung gehören daher zu Kernelementen politischer Bildung in der Einwanderungsgesellschaft.

Bielefeld: transcript Verlag, 2. korr. und akt. Aufl. 2006
ISBN 978-3-531-35047-9, CHF 34.-

Migranten und Medien
Heribert Schatz, Christina Holtz-Bacha, Jörg-Uwe Nieland (Hg.)
In dem Buch geht es um die Frage, ob und wie die Medien zur Orientierung und Integration der ethnischen Minderheiten beitragen, etwa indem sie Möglichkeiten bieten, an sozialen Kontexten, Lebensstilen und gesellschaftlichen Ereignissen in Deutschland zu partizipieren. Angesichts der individuellen und sozialen Prolemlagen, der verschiedenen religiösen, kulturellen und politischen Erfahrungshorizonte sowie der unterschiedlichen rechtlichen Stellung der einzelnen Migrantengruppen in Deutschland müssen an die Medien höchst vielfältige Anforderungen gestellt werden, zumal sich Teile dieser Migranten verstärkt ausländischen Medienangeboten zuwenden.

Wiesbaden: Westdeutscher Verlag (neu: VS Verlag)
ISBN 978-3-531-13506-9 (vergriffen)

Migranten im tatort
Christina Ortner
Eigentlich will Bengi sich nur um ihre kleine Schwester kümmern. Illegal kehrt die ausgewiesene Türkin deshalb nach Deutschland zurück. Zufällig erwischt sie jedoch einen Mörder auf frischer Tat. Als die Polizeifahnder im Trüben fischen, hilft ihnen die Illegale und muss zum Dank endgültig das Land verlassen… Menschen, Schicksale, Missstände: im tatort der ARD werden sie wie in der Episode „In der Falle“ immer wieder aufgegriffen. Auch Migranten und ihre Lebenssituation spielen zunehmend eine Rolle in fiktionalen TV-Formaten. Da gerade Kriminalfilme möglichst realitätsnah an der Gegenwart und der Alltagssituation der Zuschauer bleiben wollen, wird in ihnen Migration mit all ihren Facetten vermehrt aufgegriffen. Damit spiegeln die Programme ebenso das Bild der Gesellschaft, wie sie andererseits Meinungsbilder prägen.

Marburg: Tectum Wissenschaftsverlag 2007
ISBN 978-3-8288-9401-3, € 17.- € 24.90

Medien, Migration, Integration. Elektronische Massenmedien und die Grenzen kultureller Identität
Die Ausländerbeauftragte der Freien und Hansestadt Hamburg, Hamburgische Anstalt für neue Medien (HAM) (Hg.)
Die in diesem Band veröffentlichten Beiträge widmen sich aus verschiedenen Perspektiven der Frage, wie die aktuelle Medienentwicklung Prozesse der Bildung kultureller Identität und kultureller Integration beeinflusst. Befördert sie die interkulturelle Verständigung ? Errichtet sie neue Grenzen ? Oder müssen die tradierten Vorstellungen von kultureller Zugehörigkeit angesichts transnationaler Netzwerkkommunikation ganz neu überdacht werden ?

Berlin: Vistas Verlag
ISBN 3-89158-301-X, € 17.-

Interkulturelle Kompetenz und Medienpraxis
Jörgen Klussmann (Hg.)
Das Handbuch, von Medienfachleuten geschrieben, bietet zahlreiche Anregungen und Hinweise für einen dialogischen Journalismus, der der Umsetzung des Prinzips «Dialog der Kulturen» verpflichtet ist. Nachrichten sind lebenswichtige Informationen, die helfen, Zusammenhänge zu verstehen. Leider ist gerade die Berichterstattung über fremde Kulturen nicht frei von Manipulationen. So werden manche Regionen fast immer als exotische Ferienparadiese dargestellt, während bestimmte Regionen in Afrika oder der Nahe Osten fast ausschließlich als Konfliktherde beschrieben werden. Das Publikum erfährt dabei oft nur sehr wenig über Hintergründe und Ursachen. Diese verkürzte Berichterstattung hat nicht bloss Auswirkungen auf den Wissensstand der Rezipienten, sie bestimmt auch den Umgang mit Flüchtlingen und Migranten im eigenen Land.

Frankfurt: Brandes + Apsel Verlag 2004
ISBN: 3860997904, CHF 33.90

Racism and cultural diversity in the mass media
European  Research Centre on Migration und Ethnic Relations
This report analyses the way the mass media reports on ethnic issues, tracing the developments, the effect of media reporting and identifying positive action to combat racism and promote cultural diversity. It provides a comparative overview of media research with regard to racism and examples of good media practice on anti-racism and cultural diversity in 15 EU Member States.

Vienna, European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia 2002
Download: eumc.europa.eu

Wie sagen wir es den Medien?
Gegen Rassismus und Diskriminierung, für bessere Integration – Anregungen für die Öffentlichkeitsarbeit.

Heinz Däpp
Ein positives Medienecho ist für Projekte im Bereich der Rassismus- und Diskriminierungsbekämpfung entscheidend. Doch wie verschaffen wir uns Medienpräsenz? Die Medien, scheint uns, haben gewisse Widerstände, über Rassismusbekämpfung zu berichten. Wie kann diese Zurückhaltung überwunden werden? Wie können wir unsere Themen jenseits von Sensationslust einem breiten Publikum verständlich machen? Die Publikation führt Organisationen und Projektträger, die sich um Rassismusbekämpfung und Integrationsförderung bemühen, in die Medienarbeit ein. Sie gibt Tipps, wie wir unsere Botschaft den Medien und damit der Öffentlichkeit mitteilen können.

Fachstelle für Rassismusbekämpfung/EDI, 2005
Bezug: gratis, www.edi.admin.ch/ara

 

 
Neuerscheinungen
   
   
   
 
 
 

Neuerscheinungen

Migrations- und Integrationspolitik

Ausländer- und Asylstatistik
Teil 1: Bestand und Bewegungen. 2006/1; Teil 2: Retrospektive Ergebnisse. 2006/2
Bundesamt für Migration BFM (Hg.)
Das Teil 1 der Ausländer- und Asylstatistik befasst sich mit dem Bestand und den Bewegungen (Geburten, Todesfälle, usw.) der ausländischen Bevölkerung im Jahre 2006. Das Teil 2 zeigt in Zahlenreihen, die teils bis 1850 zurück reichen, wie sich die Ein- und Auswanderung im Laufe der Zeit verändert hat. Die statistischen Berichte des BFM erlauben mit den umfangreichen Daten einen Überblick über die verschiedenen Aspekte der Migrationspolitik.

Bern: ODM / BFM 2007, CHF 25.–
Bestellung: info@bfm.admin.ch

Wir und die Anderen
Elisabeth Beck-Gernsheim
Welch ein Glücksfall: Innenminister Schäuble ruft den Dialog mit den deutschen Muslimen aus. Hier ist ein Buch, das den Weg weist. Während auf der Ebene der Politik sich allmählich die Einsicht durchzusetzen beginnt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, steht in der öffentlichen Wahrnehmung ein vergleichbarer Bewusstseinswandel aus. Beck-Gernsheims Buch handelt von der Folklore des Halbwissens, das in Medien und Alltag über Migranten und ethnische Minderheiten kursiert. Kopftuch, Zwangsheirat und andere Missverständnisse.

Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, Neuausgabe 2007
ISBN 978-3-518-45872-3, CHF 15.60


Bildung


Intercultural Communication and Education - Finnish Perspectives
Fred Dervin / Eija Suomela-Salmi (eds)
In the context of cultural and economic globalization, intercultural communication is of central importance for the study of social and educational processes and practices. This volume contains contributions on conceptual issues as well as case studies on intercultural communication and education in Finland. Some of the contributions were first presented at the conference «Enhancing the Visibility and Collaboration of Researchers in Intercultural Communication and Education in Finland» which took place at the University of Turku, Finland, in October 2004. The other collected articles offer various contrasting perspectives on issues related to interculturality.

Bern: Peter Lang, 2006
ISBN 978-3-03911-189-3, CHF 66.–

Dann kam ein neuer Morgen – Kinder und Jugendliche über ihre Zukunft zwischen den Kulturen
Friederike Köster, Artur Nickel (Hg.)
Nach dem überwältigenden Erfolg von Fremd und doch daheim?! ist dies das zweite Buchprojekt, das die KulturLernwelt Essen und der Geest-Verlag Vechta im Jahr 2006 gemeinsam gestartet haben. Es richtete sich wieder an Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren in der Stadt Essen. Diesmal wurden sie gebeten zu schildern, was sie mit der Vorstellung eines neuen Morgens verbinden.
Wieder gingen zahlreiche Beiträge ein. Die wichtigsten und interessantesten wurden in das Buch aufgenommen. In ihnen spiegelt sich, welche Zukunftserwartungen Kinder und Jugendliche heute entwickeln. Die Bandbreite reicht von der zupackenden positiven Erwartung an ein Morgen über eine eher skeptische Betrachtungsweise bis hin zum völligen Verlust der Hoffnung auf eine sinnstiftende Zukunft, abhängig von der jeweiligen Lebenssituation der jungen Autoren.
Dann kam ein neuer Morgen ist ein Buch, das dazu einlädt, miteinander über unsere Zukunft ins Gespräch zu kommen. Kinder und Jugendliche genauso wie Erwachsene. Erst ein offener Dialog ermöglicht verantwortliches Handeln.

Vechta-Langförden: Geest-Verlag, 2006
ISBN 3-86685-031-6, € 10.-

Menschenrechte und Bildung. 3. Internationales Menschenrechtsforum in Luzern (IHRF) 2006
Peter G. Kirchschläger, Thomas Kirchschläger, Andréa Belliger, David J. Krieger (Hg.)
Wer kontrolliert und veranstaltet Bildung? Auf welche Art von Bildung besteht ein Menschenrecht? Welche Rolle spielt die Bildung innerhalb der UN-Millenniumsziele? Wie steht es um die Menschenrechtserziehung in der Schweiz? Angesehene Expertinnen und Experten sowie namhafte Akteure aus dem In- und Ausland liessen ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in die öffentliche Diskussion am 3. Internationalen Menschenrechtsforum Luzern (IHRF) zum Thema "Menschenrechte und Bildung" (1./2. Juni 2006, Grand Casino Luzern) einfliessen.

Bern: Verlag: Stämpfli Verlag AG, 2007
ISBN: 978-3-7272-2822-3, CHF 48.-

Gemeinsam in die Zukunft. AKEP – Bildung und Integration für Flüchtlingsfamilien aus der Türkei
Ein Dokumentarfilm von Stephan Laur
"Wir benutzen unsere Muttersprache, aber wir arbeiten für die Integration." Der Film von Stephan Laur zeigt am Beispiel von Nejla, wie Integration aussehen kann: Nejla, die Protagonistin des Films, besuchte während vieler Jahre den AKEP-Unterricht. Heute arbeitet sie als Primarlehrerin und leitet die AKEP-Jugendgruppe. So werden die Bedeutung des Unterrichts und weitere zentrale Element wie die Einbeziehung und Bildung der Eltern sowie die interkulturelle Vermittlung als Erfolgsrezept von AKEP ausgezeigt, Diese verbessern nicht nur die schulischen Leistungen der Migrantenkinder, sondern verleihen ihnen später auch das nötige Selbstbewusstsein, zum Beispiel bei der Berufswahl. AKEP ist vor zwanzig Jahren als Projekt  der HEKS-Regionalstelle beider Basel entstanden. Es bietet ein breites Angebot an integrationsfördernden Aktivitäten, um türkische und kurdische Familien ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben in der Schweiz zu ermöglichen.

Zürich: Copyright HEKS (DVD)
Bestellung: akep@heks.ch

Pädagogik der frühen Kindheit im Kontext von Migration – Theoretische Grundlagen und erzieherische Praxis. Die Sicherung des Theorie-Praxis-Transfers dargelegt am Beispiel der kommunalen Kindertageseinrichtungen in München
Claudia M. Ueffing
Seit geraumer Zeit sind die geringeren Bildungschancen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Das Postulat der Chancengleichheit ist Ausdruck einer Gesellschaft, die es sich bei kontinuierlichem Geburtenrückgang nicht leisten kann, Einzelne aufzugeben. Besondere Bedeutung kommt dabei der Pädagogik der frühen Kindheit zu, da hier die Basis für jeden weiteren Bildungsverlauf geschaffen wird. Die Autorin legt anhand einer Untersuchung von kommunaler Trägerschaft und Kindertageseinrichtungen in München die Möglichkeiten der Übertragung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse auf die erzieherische Praxis dar. Neben intensiver Personalentwicklung in den Kindertagesstätten ist dabei die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Fachpersonal ein Lösungsansatz.
Frankfurt am Main / London: IKO - Verlag für interkulturelle Kommunikation, 2007
ISBN 978-3-88939-855-0,  € 21.90

Sprache

Deutsch im Gespräch. Sprechen im DaF/DaZ-Unterricht. Sprechen über DaF/DaZ in der Schweiz
Monika Clalüna / Thomas Studer (Hg.)
In September 2006 fand unter der Trägerschaft der beiden Schweizer DaF-/DaZ-Verbände Arbeitskreis Deutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache in der Schweiz (AkDaF) und Verband der Lektorinnen und Lektoren Deutsch als Fremdsprache in der Schweiz (Ledafids) in Bern eine gesamtschweizerische Tagung für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer statt. Die Tagung stand unter dem Motto «Deutsch im Gespräch», im Zentrum der Vorträge und Workshops stand dabei sowohl die Fertigkeit Sprechen im Deutschunterricht wie auch die vieldimensionale Situation des Deutschen in der Schweiz. Der Band versammelt die überarbeiteten Vorträge, die an der Tagung gehalten wurden, und dokumentiert die Ergebnisse aus einigen Workshops.

Zürich: AkDaF / Ledafids, 2007
ISBN 978-3-033-01261-5, www.akdaf.ch / www.ledafids.ch

Die «türkischen Powergirls». Lebenswelt und kommunikativer Stil einer Migrantinnengruppe in Mannheim. Studien zur deutschen Sprache, Band 39
Inken Keim
Einen umfassenden Einblick in die Lebenswelt, die soziale Orientierung und das Ausdrucksverhalten junger Migrantinnen in Mannheim bietet eine von Inken Keim am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim (IDS) vorgelegte Fallstudie. Die «türkischen Powergirls», wie sie sich selbst nennen, widerlegen alle Stereotypen über junge Türkinnen in Deutschland. Sie sind Kinder ehemaliger «Gastarbeiter», teilweise haben die Mütter keinen Schulabschluss, sie sind in einem typischen Migrantenwohngebiet in Mannheim aufgewachsen und haben trotz sehr schwieriger Lebensumstände höhere Schul- und Hochschulabschlüsse erreicht. Die Studie macht deutlich, mit welchen Problemen die Mädchen auf ihrem Weg aus der Welt der Migrantengemeinschaft in die Welt der deutschen Bildungsinstitutionen zu kämpfen haben, welche Lösungen sie dabei entwickeln und mithilfe welcher Vorbilder ihnen der soziale und berufliche Erfolg gelingt.

Tübingen: Gunter Narr Verlag, 2007
ISBN 978-3-8233-6294-4, CHF 141.–


Arbeit

Champagner, Plüsch und prekäre Arbeit. Arbeits- und Lebensbedingungen von Cabaret-Tänzerinnen in der Schweiz
Charlotte Spindler, Marianne Schertenleib, Fraueninformationszentrum FIZ (Hg.)
Diese Publikation greift zentrale Ergebnisse der Studie "Arbeits- und Lebensbedingungen von Cabaret-Tänzerinnen in der Schweiz", die das Schweizerische Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM) im Auftrag des FIZ durchgeführt hat. Die Publikation formuliert Verbesserungsvorschläge, die den Tänzerinnen mehr Rechte geben und Missstände beheben sollen.

Zürich: FIZ, 2006.
Bestellung: contact@fiz-info.ch, CHF 10.–

 

Zukunft Schwarzarbeit? Jugendliche Sans-Papiers in der Schweiz
Pierre-Alain Niklaus / Hans Schäppi (Hg.)
In der Schweiz leben und arbeiten mindestens 90'000 Personen ohne Aufenthaltsbewilligung (Sans Papiers). Die meisten machen diejenigen Arbeiten, die sonst niemand machen will, weil sie anstrengend, unbeliebt und meist schlecht bezahlt sind. Mehr und mehr leben auch Minderjährige illegal in der Schweiz. Wie leben diese Jugendlichen? Was denken sie über ihre Situation? Wo liegen die Hauptschwierigkeiten im Alltag? Welche Bewältigungsstrategien entwickeln sie? Wie könnten sie besser unterstützt werden? In Zusammenarbeit mit der Anlaufstelle für Sans-Papiers in Basel führte die Hochschule für Soziale Arbeit der FH Nordwestschweiz ausführliche Interviews mit Jugendlichen ohne Aufenthaltsbewilligung durch. Im Zentrum der Publikation stehen die Resultate dieser Studie sowie die Porträts betroffener Jugendlicher.

Zürich: edition 8, 2007
ISBN 978-3-85990-120-9, CHF 22.–

Migration, Integration und Wachstum: Die Performance und wirtschaftliche Auswirkung der Ausländer in der Schweiz
George Sheldon
Im Jahr 2003 hat sich die EKA im Rahmen ihres Jahresthemas zu «Integration und Arbeit» mit den verschiedensten Aspekten befasst, die die Integration von Ausländerinnen und Ausländer in den Arbeitsmarkt betreffen. In diesem Zusammenhang stellte sich immer wieder die Frage, welchen Beitrag ausländische Arbeitskräfte mittels Steuern und Sozialversicherungsabgaben zur schweizerischen Volkswirtschaft leisten und umgekehrt welche Leistungen sie daraus beziehen. Eine solche Kosten-Nutzen-Analyse sollte Klarheit darüber verschaffen, ob ausländische Arbeitskräfte tendenziell mehr als einheimische von staatlichen Dienstleistungen profitieren, ob sie im Vergleich zu schweizerischen gesamthaft mehr einzahlen oder ob sich eine ausgeglichene «Rechnung» präsentieren lässt. Diese Übersicht liegt nun vor. Sie geht den verschiedenen Fragen nach, die sich im Zusammenhang mit der Zulassung und der Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte stellen. Die Bestandesaufnahme bestätigt die von Autoren verschiedenster politischer Provenienz vertretene Ansicht, dass die schweizerische Zulassungspolitik wesentlich im Dienste privater Rentabilitätsüberlegungen stand.

Basel: Forschungstelle für Arbeitsmarkt- und Industrieökonomik Universität Basel, 2007
Download: www.wwz.unibas.ch
Kurzfassung und Empfehlungen: www.eka-cfe.ch

Wohnen / Raumplanung

Verstärkung der Zusammenarbeit in kantonsübergreifenden Agglomerationen
Tripartite Agglomerationskonferenz TAK (Hg.)
Die Modellüberlegungen im vorliegenden Bericht zeigen, dass verbindliche Formen der Zusammenarbeit auch in kantonsübergreifenden Agglomerationen gegenüber dem Ist-Zustand ein Mehr an Demokratie und Effizienz bringen können. Sie zeigen jedoch auch, dass diese Zusammenarbeitsstrukturen sehr komplex sind und erhebliche Anpassungen der rechtlichen Grundlagen, insbesondere der kantonalen Zuständigskeitsordnungen voraussetzen. Angesichts sehr unterschiedlicher Ausgangslagen in den Agglomerationen empfiehlt die TAK kein konkretes Zusammenarbeitsmodell. Vielmehr muss jede Agglomeration ihr eigenes Modell massschneiden. Der Bericht kann hierzu als wertvolle Orientierungshilfe dienen.

Bern: KdK, 2006
ISBN: 978-3-033-01052-9
Bestellung: mail@kdk.ch, gratis

Vorstadt Avantgarde - Details aus Zürich-Schwamendingen
Susann Sitzler, mit Fotografien von Stefan Altenburger
Das Zürcher Stadtquartier Schwamendingen wird als Ausländergetto bezeichnet oder als Heimat der Bünzli und Rechtswähler. Das ehemalige Bauerndorf ist zu einem Begriff geworden, über den man sich in der ganzen Schweiz einig ist: Schwamendingen ist so, wie das Land nie werden soll. Aber wie ist es in Schwamendingen? Und was hat das mit der Schweiz zu tun? Für drei Monate zog die Schweizer Journalistin Susann Sitzler, die eigentlich in Berlin lebt, nach Schwamendingen, um diesen Fragen nachzugehen. Entstanden ist das Bild eines Ortes, in dem sich schweizerische Lebenswelten eines ganzen Jahrhunderts überlagern und miteinander kollidieren. Von seinen Bewohnerinnen und Bewohnern wird Schwamendingen geliebt. Einer sagt: In Schwamendingen haben wir viele Probleme schon in Angriff genommen, als der Rest der Schweiz gerade erst anfing, Angst davor zu haben. «Vorstadt Avantgarde» ist mehr als ein Buch über ein Zürcher Stadtquartier: Es ist ein Essai über die moderne Schweiz und darüber, wie sie ihren eigenen Bildern davongaloppiert ist.

Zürich: Limmatverlag, 2007
ISBN: 978-3-85791–528-4, CHF 38.-

 

Psychologie / Gesundheit

Migration and Marriage Heterogamy and Homogamy in a Changing World
Barbara Waldis, Reginald Byron (Eds.)
In a world in which migration and the mixing of peoples are increasing while at the same time multicultural ideology has given rise to the reassertion of putative primordial differences between peoples, interesting questions are raised about the relationships between political rhetoric and social action, groupness and individuality, and the public and the private. The rate of intermarriage is considered by sociologists the most important statistical test of the strength or weakness of structural divisions within societies. What do social anthropologists have to say about heterogamy and homogamy in situations of movement and flux, and what does this tell us about processes of boundary-definition?

Münster: LIT Verlag, 2006
ISBN 3-8258-9873-3, € 24.90

Gewalt / Krisen

Jugendliche aus dem Balkan. Migration und Integration als Herausforderung für die Jugendhilfe
Anna Maria Riedi, Katharina Haa
Das öffentliche Bild von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist oft negativ besetzt. So stellt die Eidgenössische Kommission für Jugendfragen fest, dass in den Medien zwar oft ihre sportlichen Leistungen gelobt werden, aber sie doch meist mit Gewalt, schwachen Schulleistungen und schwieriger beruflicher Eingliederung in Verbindung gebracht werden. Daher stellten sich die Autorinnen die Frage, ob Jugendliche aus dem Balkan für die Jugendhilfe eine Herausforderung sind. Die Studie untersucht, wie Professionelle der Jugendhilfe – insbesondere Jugendanwaltschaften oder Jugend- und Familienberatungsstellen – ihre Arbeit mit einer vergleichsweise neuen und mit negativen Zuschreibungen belasteten Klientel gestalten. Umgekehrt interessiert aber auch die Sicht der Jugendlichen auf die Erfahrungen, die sie mit den Institutionen der Jugendhilfe machen.

Zürich / Chur: Verlag Rüegger, 2007
ISBN 978-3-7253-0871-2, CHF 48.–

Polizei, Justiz und Menschenrechte
Amnesty International (Hg.)
Besorgt über Aussagen von Zeugen und Zeuginnen, die von erniedrigender und unmenschlicher Behandlung oder von unverhältnismässiger Gewaltanwendung im Rahmen von Polizeieinsätzen berichten, hat Amnesty International eine Untersuchung zur Polizeiarbeit in der Schweiz durchgeführt. Die beschriebenen Fälle veranschaulichen eine Vielzahl von Situationen – Einsätze gegen Asylsuchende, Schwarze, Mitglieder der Antiglobalisierungsbewegung, Fussballfans und Minderjährige – mit einem gemeinsamen Nenner: einer De-facto-Straflosigkeit der Polizei. Der Bericht fordert die Polizeiverantwortlichen und die Justizbehörden auf, dafür zu sorgen, dass Polizeieinsätze den internationalen Standards entsprechend durchgeführt werden. Falls dies nicht der Fall sein sollte, müsse unverzüglich eine unabhängige, unparteiische und gründliche Untersuchung durchgeführt werden und die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Bern: Amnesty International, Schweizer Sektion, 2007
ISBN 978-3-9523291-1-5, Bericht CHF 19.- (Zusammenfassung CHF 3.-)

Basel - Pristina oder die Blutrache in der Schweiz
Peter Zihlmann
Die verzweifelte Mutter erschiesst den Partner ihrer Tochter (17). Der Ermordete hatte die Tochter nach albanischem Ritus geheiratet und verschwiegen, dass er bereits verheiratet war. Wollte die Mutter ihre Familienehre retten oder nur ihre Tochter aus den Klauen ihres gewalttätigen Partners befreien? Hat sie Blutrache geübt? Peter Zihlmanns leicht lesbarer Tatsachenbericht basiert auf einem Mordprozess vor dem Basler Strafgericht (2002). Es ist die ergreifende Geschichte einer Mutter, die tötete. Vor dem Hintergrund des alten Gewohnheitsrechts hinterfragt er die gerichtliche Wahrheit, legt seelische Abgründe offen und forscht nach psychologischen Handlungsmotiven der Täterin. Der Autor begnügt sich nicht mit der Wahrheit des Gerichts; er forscht weiter, gräbt tiefer, spricht mit den Betroffenen und zeichnet deren Vita– das Leben zwischen zwei Kulturen – nach. Sein Bericht zeigt die verschiedenen Perspektiven und lässt so den Rechtsfall zum Menschenfall werden.

Zürich: Orell Füssli Verlag, 2007
ISBN 978-3-280-06084-2, CHF 29.80

 

Religion

Initiativen und Organisationen des interreligiösen Dialogs in der Schweiz
IRAS COTIS (Hg.)
Die Pastoralplanungskommission der Schweizer Bischofskonferenz legt mit dieser Broschüre eine Übersicht über den Reichtum der Initiativen und Organisationen vor, denen der interreligiöse Dialog in der Schweiz am Herzen liegt und die sich in diesem auf unterschiedliche Art engagieren.

St. Gallen: Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut (SPI), 2007
Bestellung: spi-ppk@kath.ch, CHF 8.50

 

Asyl

«Gefangen in einer Stadt». Eine qualitative Studie zu den Lebensverhältnissen von Flüchtlingen in den ersten Monaten ihres Asylverfahrens am Beispiel Karlsruhe
Birte Schmitt
Asylbewerber in Deutschland leben in einer zwiespältigen Situation. Aus ihrem Herkunftsland wegen politischer Verfolgung oder aus „schlichter“ wirtschaftlicher Not geflohen, werden sie in Deutschland vor allem als – häufig unerwünschte – verwaltungsrechtliche Objekte im Rahmen des Asylverfahrens wahrgenommen. Wie empfinden diese Menschen ihre Situation? Dieser Frage geht die Autorin in der vorliegenden Publikation nach. Anhand einer einjährigen Untersuchung zu den Lebensverhältnissen von Flüchtlingen in Karlsruhe ermöglicht sie Einblicke in den Alltag eines Lebens als Flüchtling. Das sich durch Interviews mit Asylbewerbern sowie Experten für rechtliche und Verwaltungsfragen im Kontext Asyl ergebende Bild wird durch Statistiken, Gesetzestexte und Quellen aus der öffentlichen Diskussion und dem wissenschaftlichen Diskurs abgerundet.

Frankfurt am Main / London: IKO – Verlag für interkulturelle Kommunikation, 2007
ISBN 978-3-88939-856-7, € 19.90

 

Historische Perspektiven

Small Number – Big Impact. Schweizer Einwanderung in die USA
Bruno Abegg, Barbara Lüthi, Verein Migrationsmuseum Schweiz (Hg.)
Die USA war auch für Schweizer Auswanderer ein begehrtes Ziel. Seit dem frühen 18. Jahrhundert sind mehrere hunderttausend Schweizer in die USA migriert. Viele hinterliessen nachhaltige Spuren. Anhand von ausgewählten Biografien werden die Motive der Auswanderer dargestellt, ihre Reise, ihre Ankunft und ihr Einfluss – den teilweise überraschenden «Impact», den die Schweizer und Schweizerinnen in den USA hinterliessen und nach wie vor hinterlassen. Die Auswahl verdeutlicht die Vielfalt der Einflüsse auf Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Entertainment, Sport und Lifestyle. Ergänzt werden die Geschichten von Albert Gallatin, Louis Chevrolet, Othmar H. Ammann, Mari Sandoz, Fritz Zwicky, Yule Kilcher, Robert Frank, Elisabeth Kübler-Ross, Marc Forster und vielen anderen mehr durch zahlreiche Kurzbiografien, durch fünf Porträts von berühmten Einzelpersönlichkeiten wie dem Zirkusstar Bello Nock und der Schauspielerin Renée Zellweger sowie einem historischen Abriss zum Thema «Schweizer Auswanderung in die USA». Zudem erlaubt der umgekehrte Blick eine Antwort auf die Frage, warum auch Amerikaner und Amerikanerinnen in die Schweiz auswandern.

Zürich, Verlag Neue Zürcher Zeitung, 2006
ISBN 978-3-03823-259-9, CHF 68.–

 

Ratgeber/Rechtsfragen

Rassismus erkennen, Rassismus benennen. Ein Argumentationstraining für Eltern und Erziehende
Brigitta Gerber / Claudine Gaibrois / Helene Häseli
Fast täglich hören Jugendliche Kommentare, was und wie «Ausländer» seien, welche Probleme sie angeblich verursachen. Einschlägige Parolen und Symbole haben auch vermehrt Einzug in die Popkultur gehalten. Das wirft bei den Heranwachsenden Fragen auf und verleitet sie zu provozierenden Äusserungen. Wie sollen Eltern damit umgehen? Mit differenzierten und logischen Argumenten können sie ihren Kindern helfen, Antworten zu finden. Doch Argumentieren muss gelernt sein, denn es ist nicht immer einfach, Vorurteile zu erkennen oder das Hintergrundwissen für eine sachliche Antwort zu finden. Das Interesse an einer Auseinandersetzung mit den Jugendlichen einerseits und am Einsatz für Menschenrechte und gegen Rassismus andererseits ist die beste Voraussetzung für einen kritischen Dialog. Das Buch richtet sich an Lehrer, Politiker, Eltern und alle, die oft in Kontakt sind mit Jugendlichen. Ein Leitfaden, um Vorurteile zu erkennen; ein praktisches Argumentationstraining, um gegen Rassismus Stellung zu beziehen.

Zürich: Atlantis / Orell Füssli Verlag AG, 2007
ISBN 978-3-7152-1055-1, CHF 24.80

So klappts mit der Lehre. Lehrstellensuche, Rechte am Arbeitsplatz
Irmtraud Bräunlich Keller
Wie eine Lehrstelle finden? Wie läufts im Betrieb? Einfach ist es nicht: Beim ersten Kontakt mit der Arbeitswelt stellen sich unzählige Fragen. Die aktualisierte Neuauflage des Beobachter-Lehrling-Ratgebers zeigt Jugendlichen, Eltern und allen, die mit Jugendlichen arbeiten, wie es einfacher geht. Mit vielen Checklisten, Mustervorlagen, Links und wertvollen Tipps.

Zürich: Beobachter-Buchverlag, 2. Ausgabe 2007
ISBN: 978-3-85569-380-1, CHF 20.–

Grundrechte
Regina Kiener, Walter Kälin 
Dieses Lehrbuch vermittelt einen Überblick über die Grundrechte und deckt jene Gebiete ab, die im universitären Unterricht zum Pflichtstoff zählen. In einem ersten Teil werden die allgemeinen Grundrechtslehren dargestellt, nämlich die Entwicklung und die Quellen der Grundrechte, die Grundbegriffe der Grundrechtslehre, die Träger und der Schutzbereich der Grundrechte und ihre Durchsetzung; breiten Raum nimmt die Frage der Einschränkbarkeit der Grundrechte ein. Im zweiten Teil werden – ausgehend von den Grundrechtsgarantien der Bundesverfassung, aber mit Seitenblick auf die Garantien des internationalen Menschenrechtsschutzes – die einzelnen Grundrechtsgarantien dargestellt. Das Werk richtet sich vorab an Studierende; deshalb die zahlreichen Fallbeispiele, Originalzitate, Prüfprogramme und Übersichten. Es will aber auch der juristischen Praxis nützliche Dienste.

Bern: Stämpfli Verlag, 2007
ISBN 978-3-7272-0790-7, CHF 88.–

Handbuch der Europäischen Grundrechte
Sebastian Heselhaus , Carsten Nowak 
Das Werk stellt in umfassender Weise den derzeitigen Stand des EU-Grundrechtsschutzes dar. Es basiert auf der Analyse des geltenden EU-Rechts, der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes sowie der mitgliedstaatlichen Verfassungstraditionen und der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Wobei auch die Grundrechtecharta Berücksichtigung findet.
Das Werk behandelt in seinem allgemeinen Teil die wesentlichen grundrechtsdogmatischen Fragen, einschliesslich der prozessualen Durchsetzung der EU-Grundrechte. Sodann werden im besonderen Teil die Schutzgewährleistungen der einzelnen Grundrechte ausführlich dargestellt und bewertet. Insgesamt bietet das Werk nicht nur eine ausführliche Gesamtdarstellung des geltenden Grundrechtsschutzes in der EU, sondern kann auch als Grundlage für einen Vergleich mit dem Grundrechtsschutz in Deutschland und unter der EMRK herangezogen werden. Letzteres ist nach der Rechtsprechung sowohl des deutschen BVerfG als jüngst auch des Gerichtshofes der EMRK relevant.

Bern: Stämpfli Verlag, 2006
ISBN 978-3-7272-2731-8, CHF 285.–

Rassistische Diskriminierung am Arbeitsplatz "Spital". Empfehlungen zur Prävention und Bekämpfung für Institutionen der Gesundhsitsverordung
Schweizerisches Rotes Kreuz (Hg.)
Rassistische Diskriminierung ist in allen gesellschaftlichen Bereichen eine Realität, auch im Gesundheitswesen. Wird sie von der Leitung nicht verhindert, kann sie für den Betrieb wie für die Betroffenen negative Folgen haben und Kosten mit sich bringen. Die vorliegende Broschüre enthält Informationen und Empfehlungen zur Bekämpfung von rassistischer Diskriminierung am Arbeitsplatz in Institutionen der Gesundheitsversorgung. Sie enthält neben einer Begriffsklärung, konkrete Massnahmen, die auf Verhältnis- und Verhaltensebene ansetzen, Tipps für die Umsetzung der Massnahmen sowie Informationen zur rechtlichen Lage. Die Broschüre richtet sich in erster Linie an die Leitung von Spitälern und anderen Institutionen des Gesundheitswesens, sie ist jedoch für alle Personen von Interesse, die im Gesundheits- und Sozialwesen tätig sind und rassistische Diskriminierung aktiv bekämpfen möchten.

Bern: SRK, 2007
Bestellung: www.srk.ch, gratis

Reportagen / Porträts und Geschichten

Unter uns. 13 Secondo-Geschichten, 13 Erfolgs-Geschichten.
Katrin Hafner / Dieter Seeger
Was haben Fussballprofi Ricardo Cabanas, DJ Tatana und Nationalrat Claude Janiak gemeinsam? Sie haben Erfolg in der Schweiz und Wurzeln im Ausland. 13 bekannte und erfolgreiche Secondas und Secondos aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Mode, Film, Musik und Sport erzählen in diesem Buch ihre Geschichte. Es sind Menschen, die sich trotz Hindernissen einen Weg zwischen Anpassung und Sich-selbst-Bleiben gebahnt haben und als Beispiele gelungener Integration gelten. Das Buch zeigt Menschen der zweiten Ausländergeneration, die für die moderne Schweiz stehen, ein Land, das ohne Einwanderung nicht zu dem geworden wäre, was es heute ist.

Zürich: Orell Füssli Verlag, 2007
ISBN 978-3-280-06094-X, CHF 39.80

Lied aus der Ferne
Yusuf Yeşilöz
Im Eingang des Postgebäudes liegt ein Toter, ein abgewiesener Asylbewerber. Ohne grosse Motivation macht sich der Polizeibeamte Schenker an die Arbeit, den Mord aufzuklären. Erste Spuren führen zum kurdischen Sänger Kalo Baran, der seit Jahren in der Schweiz lebt und mit einer Schweizerin verheiratet ist. Baran weiss mehr, als er zuerst preisgibt. Und später erzählt er in Bildern, die für Polizisten nur schwer verständlich sind. Schenker jedoch ist zunehmend fasziniert und gleichzeitig verunsichert von der fremden Welt, die sich ihm bei seinen Ermittlungen auftut. In seinem neuen Roman, der in einer Kleinstadt spielt, führt Yusuf Yeşilöz mitten hinein in die unterschiedlichsten Milieus, er scheut sich nicht, auf Ungereimtheiten – auch jene in Migrantenkreisen – hinzuweisen, mit einem Augenzwinkern. Mit feinem Humor und in leisen Tönen zeigt er, dass es den Ausländer und die Schweizerin nicht gibt.

Zürich: Limmatverlag, 2007
ISBN 978-3-85791–519-2, CHF 34.–

Va' pensiero. Geschichte eines Fremdarbeiters aus Ligurien
Sergio Giovannelli-Blocher
Frei denken und frei leben - das könnte als Motto über dem Leben von Sergio Giovannelli stehen, italienischer Arbeiter und Schweizer Bürger, sozial engagierter Freidenker und wacher politischer Geist, seit seiner frühesten Jugend auf der Suche nach einem gerechteren Leben für alle. Aufgewachsen in den schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahren in einer ligurischen Arbeiterfamilie, kommt er 1963 in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben in die Schweiz. Doch das "helvetische Paradies" ist anders als erträumt: In den 1960er- und 1970er-Jahren werden Fremdarbeiter "per Stück" gezählt, Arbeitgeber mischen sich mit grösster Selbstverständlichkeit ins Privatleben ihrer ausländischen Arbeitnehmer ein, und eine Überfremdungsinitiative jagt die andere. Die Angst, zurückgeschickt zu werden, ist allgegenwärtig. Doch anstatt sich anzupassen und stillzuhalten, engagiert sich Sergio Giovannelli gegen die Fremdenfeindlichkeit, setzt sich ein für die Vernetzung und Integration der italienischen Migranten und nimmt so weit als möglich teil am politischen und gewerkschaftlichen Leben. Die Schweiz wird ihm langsam zu einer neuen Heimat, nicht zuletzt dank der geteilten Überzeugungen und der grenzüberschreitenden italienisch-schweizerischen Partnerschaft mit seiner Frau Judith. Trotzdem bleibt Italien der wichtige Wurzelgrund seines Lebens, ein Bezugspunkt bis heute.

Zürich: edition 8, 2007
ISBN 978-3-85990-121-6, CHF 35.–

Citizen Fred. Der Traum von Amerika
Ein Dokumentarfilm von Theo Stich
Im Dezember 1949 wandert ein 18-jähriger Bauernsohn von der Schweiz nach Kalifornien aus. Franz Ferdinand Ruckli, von Meggen, Kanton Luzern. Er beginnt in Livermore bei seinem Onkel als Milchmann zu arbeiten und verdient 100 Dollars im Monat – das Vierfache dessen, was er in der Schweiz als Knecht erhielt. Er kleidet sich wie ein amerikanischer Cowboy, fährt einen Chevrolet und trifft sich mit Mädchen. Nun nennt er sich Fred. Er wird im April 1951 von der US Army eingezogen und bei Monterey ins Infantrie-Training geschickt. Er hofft, dadurch innerhalb von 60 Tagen amerikanischer Bürger werden zu können. Tatsächlich wird er erst nach 5 Jahren eingebürgert. Im August 1951 wird Fred nach Korea verschifft. An der Front angekommen, realisiert Fred erst, dass er sich mitten in einem Krieg befindet. Nach 11 Monaten Dienst darf er wieder zurück nach Kalifornien.
Heute lebt Fred als 75-jähriger Rentner in Kalifornien. Er ist glücklich über seine 3 Kinder und 6 Enkelkinder. Familienfilme und Fotos zeigen Freds Leben auf dem Bauernhof in Meggen, bei seinem Onkel in Livermore und schliesslich mit seiner Familie in Newark südlich von San Francisco. Im Kontrast zu diesen privaten Bildern von Frieden und wachsender Prosperität zeigen Archivbilder der US Army den Ausbruch und die Entwicklung des Korea-Krieges, der über 4 Millionen Menschen das Leben kostete. Der Film gibt Fred nach 50 Jahren Schweigen die Gelegenheit drüber zu sprechen.

Zürich: Copyright Lumenfilm, 2007
Bestellung: info@lumenfilm.ch

Zwischen den Stühlen. Geschichten von Chinesinnen und Chinesen in der Schweiz
Wei Zhang
Chinesinnen und Chinesen erzählen von ihrem Leben in der Schweiz. Welche Erfahrungen machen sie, welche Konflikte erleben sie im Alltag, wie stark passen sie sich an, welche Werte sind für sie wichtig? Was halten sie selbst von der Schweiz und den Schweizern? In 21 Porträts gibt die Autorin, selbst Chinesin und seit vielen Jahren in der Schweiz, einfühlsam Auskunft.

Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung, 2006
ISBN 978-3-03823-292-6, CHF 38.–

 
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