terra cognita 13/2008 Infothek

   

Bücher und Materialien

Identitäten

Über Fremde reden.
Überfremdungsdiskurs und Ausgrenzung in der Schweiz 1900–1945.

Patrick Kury
Die Thematik der «Überfremdung» hat die politische Kultur der Schweiz im 20. Jahrhundert entscheidend geprägt. Zahlreiche Volksinitiativen belegen dies ebenso wie die Gründung von politischen Organisationen, die dieses Thema zum programmatischen Schwerpunkt erhoben. Die Art und Weise des Sprechens über Fremde hat Tradition und beeinflusst den Umgang mit Ausländerinnen und Ausländern bis heute. Das Buch spannt den Bogen vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis 1945. Es analysiert das Wechselspiel von Diskurs, rechtlichen Normen, behördlichem Handeln und wirtschaftlichen Erfordernissen, skizziert die einzelnen Phasen und beleuchtet die wichtigsten Protagonisten. Im Mittelpunkt stehen die zwanziger Jahre, als nach der Gründung der eidgenössischen Fremdenpolizei der Überfremdungsdiskurs eine neue Ausrichtung erhielt und das Reden über «Fremde» antisemitisch aufgeladen wurde.
Zürich: Chronos 2003
ISBN 3-0340-0646-2, CHF 48.–

Grundrechte im Kulturkonflikt. Freiheit und Gleichheit in der Einwanderungsgesellschaft.
Walter Kälin
Welchen Stellenwert nehmen im Namen von Kollektiven geforderte Ansprüche ein? Sind Mädchen aus traditionalistischen Einwandererfamilien aus Gründen der Religionsfreiheit vom Schwimmunterricht in der Schule zu dispensieren? Darf einer islamischen Lehrerin verboten werden, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen? Muss Gefangenen nicht-christlicher Religionen im Gefängnis Gelegenheit zu eigenen Gottesdiensten geboten werden? Hat die Behörde gegen Zwangsheiraten oder die Beschneidung von Mädchen einzuschreiten? Regelmässig prallen bei solchen Fragen unterschiedliche Kulturauffassungen aufeinander. Das Buch des Rechtswissenschaftlers, das sich nicht nur an eine juristisch ausgebildete Leserschaft wendet und für die Praxis eine hilfreiche Stütze ist, stellt aus rechtlicher Perspektive Ansätze für den Umgang mit kulturell begründeten Grundrechtsansprüchen vor. Diese reichen von der weltanschaulichen Neutralität des Staates bis hin zur Politik der Anerkennung und zu Konzepten des Minderheitenschutzes. Kälin definiert zentrale Prinzipien des Zusammenlebens von Minderheit und Mehrheit und zeigt auch die Grenzen der Toleranz auf.
Zürich: NZZ-Verlag 2000
ISBN 3-85823-816-3, vergriffen

Erfundene Schweiz. Konstruktion nationaler Identität.
La Suisse imaginée. Construction d’une identité nationale.
Guy P. Marchal, Aram Mattioli (Hg.)
Spannende Aufsatzsammlung in deutscher und französischer Sprache zu verschiedenen Aspekten von nationaler Identität in Bezug auf die Schweiz. Zentrale Symbole nationaler Identität der Schweiz wie etwa die Alpen, das Réduit national, die Aufführung der Telldramen, die Schweiz als Land der vier Kulturen oder auch regional verankerte Sinnbilder wie der Gotthard, die Tessiner Kultur oder die Romandie und der berühmte Röstigraben werden analyisiert, kritisch hinterfragt und in neue Zusammenhänge gestellt. Besonders lesenswert sind die Beiträge von Georg Kreis über den «homo alpinus helveticus», der den Versuch der Herleitung einer typischen Schweizerrasse im Kontext der Rassendiskurse der dreissiger Jahre beschreibt oder etwa diejenigen von Bernard Crettaz und Jean- François Bergier über die Konstruktion einer nationalen Identifikation mittels der Berge als «urschweizerische» Bezugspunkte.
Zürich: Chronos Verlag 1992
ISBN 3-905278-90-1, vergriffen

Integration und Ausschluss.
Schweizerisches Bundesarchiv (Hg.)
Diese Ausgabe der Zeitschrift «Studien und Quellen» widmet sich dem Thema «Integration und Ausschluss» und nimmt dabei Bezug auf das Nationalfondsprogramm NFP 51. Die Beiträge befassen sich mit den verschiedenen Phänomenen von Integrations- und Ausschlussmechanismen. Dabei werden Themen aufgegriffen, in denen es um die Aufnahme oder Ausgrenzung von gesellschaftlichen Gruppen, um Identität und Alterität, um Integration oder Ausschluss geht: Rassismus und Antisemitismus, Nationalismus und Staatsbürgerschaft, Delinquenz und Strafvollzug, Disziplinierung von Randständigen oder «Auffälligen».
Zeitschrift Band 29
Bern: Haupt Verlag 2003
ISBN 3-258-06725-2, CHF 44.–

Mit dem Fremden politisieren.
Rechtspopulismus und Migrationspolitik in der Schweiz seit den 1960er Jahren.

Damir Skenderovic, Gianni D'Amato
Das Thema Migration bildet einen Schwerpunkt der politischen Kampagnen rechtspopulistischer Parteien. Deren Strategie ist es, Migration als gesellschaftlichen Konfliktbereich darzustellen sowie mit sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit und Kriminalität oder mit der Krise des Wohlfahrtsstaates zu verknüpfen. Sie liefern Deutungen zu Phänomenen der Migration, die sich auf angebliche kulturelle Unterschiede zwischen Migrationsgruppen und der einheimischen Bevölkerung beziehen. Die Studie zeigt auf, dass die rechtspopulistischen Parteien in der Schweiz eine Vorläuferrolle in Europa einnehmen. Seit den 1960er Jahren sind sie im schweizerischen Parteiensystem verankert und stellen das «Fremde» ins Zentrum ihrer Agenda und Politik.
Zürich: Chronos Verlag 2008
ISBN 978-3-0340-0913-3, CHF 58.–

Helvetische Errungenschaften.
Paul Schneeberger
In nichts spiegelt sich die Schweiz offenbar besser als in Lösungen, Produkten und Dienstleistungen, die innerhalb ihrer Grenzen entwickelt, geschaffen, verfeinert oder perfektioniert wurden. Manche Erfindungen kann es so nur in der Schweiz geben, andere Entwicklungen sind mittlerweile in vielen Ländern Standard. Der Autor hat 25 spannende Innovationen ausgewählt, die überraschen und manchmal zum Schmunzeln verleiten.
Zürich: NZZ libro 2008
ISBN 978-3-03823-418-0, CHF 29.–

Etablierte und Aussenseiter.
Norbert Elias, John L. Scotson
Dieses Buch beruht auf einer empirischen Untersuchung, die zwischen 1958 und 1960 in einer englischen Vorortgemeinde durchgeführt wurde und die das Beziehungsgeflecht zwischen Alteingessenen und Neuzuzügern zum Thema hat. Die scheinbare Harmonie dieser Arbeitersiedlung mit einer vorwiegend traditionellen Sozialstruktur – enge Nachbarschaft, soziale Kontrolle und gegenseitige Solidarität – wird zerstört, als ein neuer Ortsteil für Arbeiter aus anderen Regionen Englands und Evakuierte aus dem zerbombten London aus dem Boden gestampft wird. Diese Neusiedler bleiben die Aussenseiter, stigmatisiert und fremd. Durch die theoretisch-systematische Reflexion zur Theorie von Etablierten-Aussenseitern-Beziehungen ist die Untersuchung mehr als eine kleinräumige Fallstudie. Sie thematisiert die Grundfiguration menschlicher Beziehungen als eine ungleiche Machtbalance mit den Spannungen, die daraus erwachsen. Das Buch gilt bis heute als Referenzwerk zu Fragen der Bildung kollektiver Identität.
Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag 1992
ISBN 3-518-38382-5, CHF 16.70

Mörderische Identitäten.
Amin Maalouf
Der äusserst lesenswerte und gut verständlich geschriebene Essay von Amin Maalouf über die Frage kollektiver Zugehörigkeiten wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und liegt auch in deutscher, englischer, spanischer und türkischer Übersetzung vor.
Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 2000, ISBN 3-518-12159-6

Identitätspolitik. Vom Missbrauch kultureller Unterschiede.
Thomas Meyer
Die Globalisierung zeigt mit dem Schwinden der Grenzen für Terror und fundamentalistischer Identitätspolitik ein neues Gesicht. Immer mehr erweist sich Samuel Huntingtons Theorem vom Kampf der Kulturen nicht als Erklärung kulturell begründeter Konflikte, sondern als Teil ihrer Ursachen. Thomas Meyer analysiert soziale, wirtschaftliche, kulturelle und politische Faktoren, die fundamentalistischer Identitätspolitik heute zum Erfolg verhelfen. Empirische Befunde und Analysen der Struktur unterschiedlicher Kulturen machen gemeinsame Grundwerte ebenso wie Reichweite und Grenzen der Differenz von Kulturen und Religionen bewusst. Das Buch zeigt schlüssig, dass es nicht an den kulturellen Unterschieden selbst liegt, ob sie uns bereichern oder einander entfremden, sondern an dem Gebrauch, den wir von ihnen machen. Diese Erkenntnis ist auch für eine glaubwürdige und erfolgreiche Integrationspolitik zentral.
Frankfurt: Verlag Suhrkamp 2002
ISBN 3-518-12272-X, € 11.–

Wir und die Anderen.
Elisabeth Beck-Gernsheim
Während auf der Ebene der Politik sich allmählich die Einsicht durchzusetzen beginnt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, steht in der öffentlichen Wahrnehmung ein vergleichbarer Bewusstseinswandel aus. Beck-Gernsheims Buch handelt von der Folklore des Halbwissens, das in Medien und Alltag über Migranten und ethnische Minderheiten kursiert. Kopftuch, Zwangsheirat und andere Missverständnisse. Ein lesenswerter Wegweiser im Geflecht der Debatten um die so genannte kulturelle Identität.
Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, Neuausgabe 2007
ISBN 978-3-518-45872-3, CHF 15.60

Kulturelle Differenzen und kollektive Identitäten.
Michel Wieviorka
Selbst innerhalb der modernsten Gesellschaften bleiben kulturelle Differenzen nicht nur erhalten, sondern sie vervielfältigen, verstärken und erfinden sich neu. Damit wird der strikte Gegensatz zwischen Universalismus und Partikularismus hinfällig. Mit dieser These im Gepäck wirft Michel Wieviorka einen Blick zurück auf die theoretischen und politischen Versuche, mit der Herausforderung der neuen kulturellen Differenzen fertig zu werden: nämlich auf die Kommunitarismus-Debatte einerseits und die multikulturalistische Politik andererseits. Kulturelle Vielfalt, wie sie der Multikulturalismus verstand, ähnelt einem bunten Flickenteppich scharf abgegrenzter, in sich homogener und erstarrter ethnischer Identitäten. Ein solches Modell, meint Wieviorka, trifft für unsere Gesellschaft gar nicht mehr zu; um wirksam zu sein, muss eine multikulturalistische Politik die Bevölkerungssegmente, die sie fördern will, selbst definieren, identifizieren, nach ethnischen, religiösen oder «rassischen » Kriterien kategorisieren, also im Wortsinne «diskriminieren». Wo kulturelle Differenzen labil sind, sich mischen und neu konfigurieren, bedarf es eines anderen Modells. Wieviorka gibt deshalb der Vorstellung vermischter, mestizenhafter, hybrider Kulturen den Vorzug.
Hamburg: Hamburger Edition 2003
ISBN 3-930908-90-5, CHF 42.50

Ethnizität ohne Gruppen.
Rogers Brubaker
Worüber sprechen wir und was untersuchen wir, wenn von «Ethnien» oder «Nationen» die Rede ist? Nach der kulturalistischen Wende in den Sozialwissenschaften hat man Ethnie und Nation zwar als «vorgestellte Gemeinschaften» dekonstruiert, allerdings keineswegs gebändigt. Die soziale Wirksamkeit von Ethnie, Nation und anderer Gruppenidentitäten ist ungebrochen. Journalisten, Politiker und Wissenschaftler schildern ethnische, rassische und nationale Konflikte regelmässig als Kämpfe zwischen intern homogenen und extern abgegrenzten ethnischen Gruppen, Rassen und Nationen. Damit übernehmen sie unbedacht die Sprache der Teilnehmer in solchen Kämpfen und tragen zur Verdinglichung von ethnischen Gruppen bei. Brubaker kritisiert einerseits eine volkstümliche Soziologie, die dem Gruppismus verfallen ist und das zum Mittel zur Erklärung der sozialen Welt bemüht, was selbst erklärt werden muss. Andererseits fordert er die konstruktivistische Soziologie auf, von der kognitiven Psychologie und der Ethnologie zu lernen, indem sie Ethnizität als ein kognitives Phänomen begreift, als eine Weise, die Welt zu sehen und zu deuten.
Hamburg: Hamburger Edition 2007
ISBN 978-3-936096-84-2, € 35.–

Was Akten bewirken können.
Integrations- und Ausschlussprozesse eines Verwaltungsvorgangs.
Claudia Kaufmann, Walter Leimgruber (Hg.)
In diesem Band gehen Fachleute aus verschiedenen Bereichen wie Archivwesen, Staatsrecht, Medizin und Geschichte auf die Frage der Integrations- und Ausschlussprozesse durch Aktenführung ein. In praktisch allen Bereichen der Verwaltung und der Gesellschaft werden Akten angelegt und genutzt. Damit sind immer auch vielfältige Wirkungen auf die darin erfassten und davon betroffenen Personen und der Zugehörigkeit zu einer spezifischen Gruppe verbunden. Bisher wurde der Frage nach den Folgen und insbesondere nach den damit verbundenen Integrations- und Ausschlussprozessen kaum nachgegangen. Forschende des NFP 51 präsentieren ihre Resultate aus unterschiedlichen Perspektiven und in historischen wie gegenwartsbezogenen Kontexten.
Zürich: Seismo Verlag 2008
ISBN 978-3-03777-059-7, CHF 28.–

Der Schein der Person.
Steckbrief, Ausweis und Kontrolle im Europa des Mittelalters.

Valentin Groebner
Wie wurden Menschen in den Jahrhunderten vor der Fotografie, vor dem Fingerabdruck und der DNA-Analyse identifiziert? Wie wurden sie beschrieben, damit andere, die sie noch nie gesehen hatten, sie erkennen konnten? «Steckbrief» und «Passport» sind Begriffe des Mittelalters. Von ihrer Geschichte handelt dieses Buch, von Kennzeichen und Portraits, von Papieren und Fälschungen. Die Geschichte des Identifizierens in Europa handelt von Spionen und falschen Fürsten, von der Geschichte der Hautfarben und vom unaufhaltsamen Siegeszug des Ausweises samt seiner Fälschungen: In den Papieren, die uns heute bescheinigen, wer wir sind, steckt das Mittelalter. Im ganz wörtlichen Sinn: Die Geschichte der Identitätspapiere, Personenbeschreibungen und Ausweise führt uns zurück in die Zeit zwischen dem 13. und dem 17. Jahrhundert. Aus Geleitbriefen und Siegeln, Erkennungszeichen und Portraits, zwischen wandernden Handwerksgesellen, Hochstaplern und Zigeunern entwickelten sich jene Aufschreibesysteme, die Name und Identität einer Person amtlich und schwarz auf weiß bescheinigten.
München: C.H. Beck 2004
ISBN 978-3-40652-238-3, € 24.90

Documenting Individual Identity.
The Development of State Practices in the Modern World.

Jane Caplan, John Torpey (Hg.)
Die Essays im Buch untersuchen die behördlichen Praktiken zur Überprüfung von Identitäten. Abgedeckt werden in den verschiedenen Beiträgen diverse Zeitspannen und unterschiedliche geografische Räume. Das Buch ist für Personen, die sich mit Fragen der Registrierung, Identifizierung und Authentifizierung von Identitätspapieren beschäftigen, ein ebenso erhellendes wie aufschlussreiches Buch.
Princeton: Princeton University Press 2001
ISBN 978-0-69100-912-4, € 29.–

Biometrie.
digma 2005/4
Sonderausgabe der Zeitschrift für Datenrecht und Informationssicherheit zum Thema Biometrie.
Basel: Schulthess 2005
ISSN 1323994, CHF 42.–

 

 

 
Neuerscheinungen
   
   
   
 
 
 

Neuerscheinungen

Migrations- und Integrationspolitik

Migrations- und Integrationsforschung in der Diskussion
Gudrun Hentges, Volker Hinnenkamp, Almut Zwengel (Hg.)
Einwanderung hinterlässt ihre Spuren in der Struktur der Bevölkerung: Die sich daraus ergebende gesellschaftliche Heterogenität - die Vielfalt an Sprachen, Religionen und Kulturen - stellt auch die Sozialwissenschaften immer wieder vor neue Herausforderungen. Der vorliegende Band nähert sich den Themen Migration und Integration aus interdisziplinärer Perspektive. Die Beiträge aus Politologie, Soziologie, Pädagogik.
Die elf Autorinnen und Autoren dieses Bandes präsentieren Ergebnisse qualitativer und quantitativer Studien, von denen sich zahlreiche auf eigene empirische Erhebungen stützen. Andere Beiträge systematisieren bereits vorliegende empirische Untersuchungen und gehen sekundäranalytisch vor. Die Perspektiven der Akteurinnen und Akteure werden in den Aufsätzen ebenso berücksichtigt wie die Rahmenbedingungen, die zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen.
Wiesbaden: VS-Verlag 2008
ISBN 9783531153186, € 25.-

Integration des Fremden als politisches Handlungsfeld.
Festschrift für Faruk Şen zum 60. Geburtstag.
Andreas Goldberg, Dirk Halm (Hg.)
Die Integration des «Fremden» ist keine zuvorderst politisch zu bewältigende Herausforderung – vielmehr muss Politik Rahmenbedingungen für eine Aufgabe schaffen, die in pluralen Gesellschaften von Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu leisten ist. Diese Rahmensetzungen werden angesichts der Transnationalisierung der Welt aber immer schwieriger zu bestimmen. Die Beiträge in diesem Band nehmen zukünftige politische Handlungsfelder der Integration des «Fremden» in den Blick.
Essen: Klartext-Verlag 2008
ISBN 9783898615662, € 24.95

Ein aufhellender Blick zurück: Betrachtungen zum Asyl in der Schweiz.
Jean-Denis Borel, Raffaele Poli
Das Lehrmittel enthält Originalkopien von Zeitungsartikeln. Diese sind in der Presse der Deutsch- und Westschweiz im Zeitraum zwischen 1956 und 2003 erschienen. Eine Wegleitung ermöglicht es, in einer zeitlichen und thematischen Perspektive zum Nachdenken über die Berichterstattung und deren Umgang mit dem Thema anzuregen. Der Dokumentarfilm gibt die Aussagen von vierzehn Flüchtlingen und Asyl Suchenden wieder. Sie stammen aus Ungarn, Chile, Sri Lanka, Kosovo oder Westafrika. Die Interviewten schildern, wie sie in der Schweiz aufgenommen wurden und welche Erfahrungen sie mit Asyl und Flucht gemacht haben.
Neuchâtel: SFM 2008
DVD 33 min.
ISBN 978-2-940379-06-4, CHF 33.–

Regionale Disparitäten in der Schweiz. Schlüsselindikatoren.
Marie-Christine Hotz, Christof Abegg und Matthias Thoma, Ernst Blaser & Partner
Ein Set von Schlüsselindikatoren aus neun Themenbereichen gibt einen querschnittsorientierten Überblick über regionale Disparitäten der Schweiz. Mit den Indikatoren werden räumliche Veränderungsprozesse und wichtige Politikfelder analysiert. Der thematische Schwerpunkt liegt in der Betrachtung sozio-ökonomischer Entwicklungen. Karten oder Grafiken zu jedem Indikator vereinfachen die Beurteilung, ob die Disparitäten zwischen Regionen zu- oder abgenommen haben. Die Auswahl der Indikatoren basiert auf den in der Studie «Regionale Disparitäten in der Schweiz, Teilberichten 1 und 2» (BFS, 2006) erarbeiteten Themen und Indikatoren. In der vorliegenden Broschüre wurden die Indikatoren aktualisert und die regionalen Ausprägungen mit kurzen Texten kommentiert.
Neuchâtel: Bundesamt für Statistik BFS 2008
ISBN 978-3-303-21023-9 (d) gratis

Migrationsbericht 2007.
Bundesamt für Migration BFM (éd./Hg.)
Der Migrationsbericht 2007 richtet sich an ein breites Publikum aus Wissenschaft, Politik und Praxis sowie an alle Personen, die sich für dieses Thema Migration interessieren. Er gewährt Einblick in die Tätigkeitsfelder des Bundesamts für Migration (BFM) und fasst die wichtigsten Zahlen und Fakten des schweizerischen Migrationsbereichs für das Jahr 2007 zusammen.
Bern: BFM 2008
Vertrieb: BBL, 3003 Bern, Art-Nr.: 420.010.D (d), gratis

Ausländer- und Asylstatistik − Teil 1: Bestand und Bewegungen.
Bundesamt für Migration BFM (éd./Hg.)
Der jährlich erscheinende Bericht liefert Informationen über die ausländische Wohnbevölkerung und die Personen des Asylbereichs in der Schweiz: über Herkunft, territoriale Verteilung und demographische Besonderheiten. In den Tabellen wurden auch die Kriterien berücksichtigt, die sich von der Gesetzgebung über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer herleiten; ferner wurde dem Freizügigkeitsabkommen Schweiz – EG/EFTA Rechnung getragen.
Bern: BFM 2008
Vertrieb: BFM, 3003 Bern-Wabern, CHF 25.–

Ausländer- und Asylstatistik − Teil 2: Retrospektive Ergebnisse.
Bundesamt für Migration BFM (Hg.)
Der jährlich erscheinende Bericht liefert insofern eine Ergänzung zum Bericht 1, als er eine zeitliche Perspektive in die Darstellung mit einschliesst.
Bern: BFM 2008
Vertrieb: BFM, 3003 Bern-Wabern, CHF 25.–

Policy Coherence for Development 2007.
Migration and Developing Countries.

Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) / Organisation de coopération et de développement économiques (OCDE)
Die Bericht des Entwicklungszentrums der OECD untersucht Kosten und Nutzen der Migration für Entwicklungsländer und geht der Frage nach, wie Migrationsbewegungen organisiert sein müssten, damit sie für alle Beteiligten (Sender-Länder, Empfänger-Länder und Migrierende) mehr Gewinn abwerfen. Er verweist auf bestehendes Wissen bezüglich der Wirkungen der Migration auf die Entwicklung. Auf diesem Wissen aufbauend formuliert er Empfehlungen für Sender- und Empfängerländer. Er stützt sich auf Fallbeispiele in zahlreichen Ländern Regionen und verweist auf die Mechanismen, die Migration und Entwicklung miteinander verbinden: Fragen des Arbeitsmarkts, des Brain-drain, der Remittences, der Diaspora-Netzwerke und der Rückkehr von Migrierenden.
Paris: Edition OECD 2007
ISBN 9264033114 (e), € 40.–

Bildung

Schulen in transnationalen Lebenswelten.
Integrations- und Segregationsprozesse am Beispiel von Bern West.
Kathrin Oester, Ursula Fiechter, Elke-Nicole Kappus
Es ist viel von Integration die Rede. Was aber bedeutet der abstrakte Begriff im gelebten Alltag von Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonen und Eltern? Eine ethnographische Studie im «Ausländerquartier» Bern West erforscht drei Quartierschulen mit einem stark voneinander abweichenden Ausländeranteil. Dabei wird deutlich, wie im Zeichen internationaler Leistungsmessung die gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit von Schulen an privilegierten Standorten Hand in Hand mit einer Deklassierung sozioökonomisch benachteiligter Quartierschulen geht. Vor diesem Hintergrund erscheint eines der fundamentalsten Prinzipien eines «fairen Wettbewerbs», nämlich die Chancengerechtigkeit, für viele Kinder und Jugendliche in Frage gestellt. Aus sozialanthropologischer und soziologischer Perspektive wird aufgezeigt, wie das Bemühen um Integration den strukturellen Zwängen eines verschärften internationalen Wettbewerbs unterliegt, der nicht-etablierte Migrantinnen und Migranten zu marginalisieren droht. Gleichzeitig wehren sich die betroffenen Quartierschulen mit innovativen Massnahmen dagegen.
Zürich: Seismo 2008
ISBN 978-3-03777-062-7, CHF 48.–

Familien – Erziehung – Bildung
Andrea Lanfranchi, Susanne Viernickel, Jürgen Oelkers, Denise Efionayi, Markus Neuenschwander, Jürg Krummenacher
Der Bericht der Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF geht den Verknüpfungen zwischen sozialer und kultureller Herkunft der Familien und den damit verbundenen Chancen im Bereich von Erziehung und Bildung nach. Aufgrund der verschiedenen Beiträge stellt de EKFF ihre Schlussfolgerungen und Empfehlungen vor: die Bildungschancen sind in der Schweiz sehr ungleich verteilt, der soziale Hintergrund der Familie hat den grössten Einfluss auf die Bildungschancen und besonders benachteiligt sind Kinder mit Migrationshintergrund. Daher empfiehlt die Kommission insbesondere, bei der Erziehung und Integration früh anzusetzen und Massnahmen in diesem Sinn auch zu unterstützen.
Bern: EKFF 2008
Vertrieb: BBL Art-Nr. 301.608d, CHF. 25.–

Die Schule im Kanton Zürich.
Informationen für Eltern.
Was müssen Eltern über unsere Schule wissen? Wie können sie das schulische Lernen ihres Kindes unterstützen? Solche Fragen beantwortet dieser neue Film, der von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich herausgegeben wird. Die DVD orientiert in einzelnen Kapiteln über die Grundzüge des Kindergartens, der Primarstufe und der Sekundarstufe. Nebst der deutschen Originalversion bietet die DVD Tonspuren in den 10 Fremdsprachen, die in unserer Bevölkerung am meisten verbreitet sind. Zudem ist das Bildmedium auch für ein Publikum attraktiv, das mit Schriftlichem schlecht zu erreichen ist. Schulen können den Film den Eltern ausleihen oder bei Informationsveranstaltungen einsetzen. Eltern und weitere Interessierte haben die Möglichkeit, die DVD für den Eigengebrauch beim Lehrmittelverlag zu kaufen. Schulen mit vielen fremdsprachigen Eltern können gleich ein Set von DVDs anschaffen. Dadurch können sie den Film an Veranstaltungen parallel in Gruppen zeigen, die nach Sprachen getrennt sind. Auf der Website des Volksschulamts finden sich ergänzende Materialien zu den einzelnen Filmkapiteln: Methodische Hinweise für Lehrpersonen, die die DVD an einer Veranstaltung einsetzen, und weitere schriftliche Unterlagen für Eltern.
DVD 60 min.
Zu beziehen: Lehrmittelverlag@lmv.zh.ch, CHF 36.–

Das Schweizer Bürgerrecht.
Erwerb, Verlust, Entzug von 1848 bis zur Gegenwart.
Brigitte Studer, Gérald Arlettaz, Regula Argast
Welche Kriterien haben seit 1848 bis heute den Erwerb und den Verlust des Schweizer Bürgerrechts bestimmt? Wie wurde ein Antrag auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene behandelt? Welche gesellschaftlichen Einflüsse haben sichauf die Gesetze und Verfahren ausgewirkt? Erstmals wird die Geschichte des Schweizer Bürgerrechtsv on der Bundesstaatsgründung bis heute rekonstruiert. Untersucht wird die politische und rechtliche Natur der Staatsangehörigkeit und deren Wandel über die Zeit hinweg. Gleichzeitig wird das Verhältnis von Ausländern, Bürgern und Staat auf eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Ebene dargestellt. Die historische Studie berührt sowohl die schweizerischen bevölkerungspolitischen Vorstellungen der Nationals als auch die Verwaltung des Sozialen auf verschiedenen Gesellschaftsebenen. Untersucht wird die Entwicklung der Bundeskompetenzen. Ausserdem werden die Fälle der Städte und Kantone Bern, Genf und Basel anhand von Ein- und Ausbürgerungsdossiers aufgearbeitet und die Ausbürgerungspraxis des Bundes im Zweiten Weltkrieg erschlossen. Die Publikation steht imRahmen des Nationalen Forschungsprogramms 'Integration und Ausschluss' NFP 51.
Zürich: NZZ libro 2008
ISBN 978-3-03823-455-5, CHF 60..–

Demokratie in den Gemeinden.
Der Einfluss der Gemeindegrösse und anderer Faktoren auf die Qualität der lokalen Demokratie.
Andreas Ladner, Marc Bühlmann
Welches ist die ideale Grösse eines Gemeinwesens für das Funktionieren einer Demokratie? In dieser Frage treffen unterschiedliche Vorstellungen aufeinander. Die Autoren zeigen, welche zentralen Voraussetzungen für eine gehaltvolle demokratische Auseinandersetzung in den Gemeinden notwenig sind und definieren deren Qualität über Einstellungen, Einschätzungen und Verhaltensweisen der Einwohnerinnen und Einwohner. Auskunft geben 1680 Personen aus 56 Gemeinden unterschiedlicher Grösse.
Zürich: Verlag Rüegger 2007
ISBN 987 3 7253 0858 3, CHF 56.–

Planet 21-Handbuch – Wissen über nachhaltige Gemeindeentwicklung.
Die Agenda 21 ist der weltweite Aktionsplan zur Lösung der wichtigsten Umwelt- und Entwicklungsprobleme im 21. Jahrhundert. Sie wurde 1992 in Rio de Janeiro von 179 Staaten unterschrieben. Den Städten und Gemeinden kommt bei der Umsetzung der Agenda-21-Ziele eine Schlüsselrolle zu: Ihre Aufgabe ist, im Dialog mit ihren Bürgerinnen und Bürgern und mit gesellschaftlichen Gruppen auf kommunaler Ebene einen Aktionsplan zu erstellen und vor Ort umzusetzen. In diesem Rahmen hat das Schweizerische Netzwerk ein Handbuch entwickelt, dessen Idee es ist, wissenschaftliches Wissen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Interessierte Personen sollen die Möglichkeit erhalten, sich über Nachhaltigkeit und über konkrete Handlungshilfen für einen LA21-Prozess zu informieren. Das Handbuch wird laufend auf seine Aktualität hin geprüft und nach Möglichkeit durch weitere Texte ergänzt (z.B. zum Thema Integration und Partizipation von Migrantinnen und Migranten).
www.planet21.ch

(Politische) Partizipation

Mitreden – Mitgestalten – Mitentscheiden.
Ein Reiseführer für partizipative Stadt-, Gemeinde- und Quartierentwicklung.
Hanspeter Hongler, Markus Kunz, Katharina Prelicz-Huber, Richard Wolff, Jonas Fricker
Partizipative Entwicklungsprozesse in Städten, Gemeinden und Quartieren können zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bewohner und Bewohnerinnen beitragen. Allerdings bergen sie auch Stolpersteine: Neben der richtigen Organisation spielen vielfältige Formen von Partizipation, Motivation, Kommunikation sowie das entsprechende Konflikt-, Finanz- und Ressourcenmanagement eine grosse Rolle. Die Ausgangslagen für Entwicklungsprozesse sind sehr unterschiedlich. Gleichwohl hat auch ein partizipatives Quartier- oder Stadtentwicklungsprojekt seine Gesetzmässigkeiten, die immer wieder Verwendung finden können. Die Autorin und die Autoren präsentieren mit ihrem Handbuch «Mitreden – Mitgestalten – Mitentscheiden» einen Reiseführer, der die Leserinnen und Leser vor und während der Organisation und Durchführung eines partizipativen Entwicklungsprozesses begleiten soll.
Luzern: Interact Verlag 2008
ISBN 978-3-906413-49-5, CHF 19.–

Interkulturelle Kommunikation

Verständnis schaffen – Wege öffnen.
Interkulturelle Vermittlung und Übersetzung – was ist das konkret? Im Auftrag von HEKS ging ein Kamerateam der Medienfalle dieser Frage nach und filmte von September bis Dezember 2007 in der Region Basel ausgebildete interkulturelle Vermittelnde und Übersetzende – alles Absolventinnen und Absolventen des Ausbildungsprojekts MEL (Migrantinnen in der Elternarbeit und Erwachsenenbildung) – bei ihrer vielfältigen Tätigkeit im Bildung-, Gesundheits- und Sozialbereich. Im Film wird die Kreativität und Methodenvielfalt in der interkulturellen Vermittlungsarbeit sichtbar.
Basel: HEKS 2008
DVD 19.21 min.
Zu beziehen: basel@heks.ch, CHF 20.–

Verwirrende Realitäten.
Interkulturelle Kompetenz mit Critical Incidents trainieren.
Alain Bertallo (Hg.)
Das Buch erläutert zuerst Theorien der interkulturellen Kommunikation und stellt die Arbeit mit Critical Incidents vor. Es folgen 52 Geschichten realer Ereignisse, die amüsante und wertvolle (Er-)Kenntnisse für Beruf, Reisen und interkulturelles Training vermitteln. Es geht um den Umgang mit Unklarheiten und Missverständnissen im Kontakt mit fremden Kulturen.
Zürich: Verlag Pestalozzianum 2008
ISBN 978-3-03755-013-7, CHF 36.-

Arbeit

Examination and evaluation of Good Practices in the Promotion of Ethnic Minority Entrepreneurs.
Institute for Migration and Ethnic Studies (IMES)
The study was commissioned by the Directorate General Enterprise and Industry of the European Commission. The aim was to identify and examine specific measures and support schemes promoting entrepreneurship amongst ethnic minorities, and to select a number of good practices from amongst these measures. A second aim was to identify professional organisations representing the economic interests of ethnic minority entrepreneurs. The study has been conducted in 32 European countries, including the 27 member states of the European Union, the EFTA member countries, candidate country Turkey and Switzerland.
Amsterdam: IMES 2008
Download: www.migration-population.ch

Gut ausgebildete Migrantinnen und ihre beruflichen Integrationschancen in der Schweiz.
Yvonne Riaño, Nadia Baghdadi, Doris Wastl-Walter
Die aktuelle Migrationspolitik der Schweiz auf Bundesebene bevorzugt gut ausgebildete Migranten und Migrantinnen ausgehend von der Annahme, dass ein hohes Bildungsniveau die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration ist. In der Studie wurde der Frage nachgegangen, ob ein hohes Bildungsniveau den migrierten Personen tatsächlich ermöglicht, eine ihren Qualifikationen entsprechende Position im Schweizer Arbeitsmarkt zu erreichen. Es werden Forschungsresultate über den Integrationsprozess von gut ausgebildeten Migrantinnen aus Lateinamerika dem Nahen Osten und Südeuropa präsentiert und Empfehlungen formuliert.
Bern: Geographisches Institut 2008
Bestellung: ruettim@giub.unibe.ch

Sozialpolitik

Soziale Gerechtigkeiten.
Monica Budowski, Michael Nollert (Hg.)
Beim Begriff «soziale Gerechtigkeit» scheiden sich die Geister. Während viele Politiker/innen gerechte soziale Verhältnisse fordern und sich Sozialwissenschaftler/innen überlegen, was «Gerechtigkeit» beinhaltet, bezeichnen kritische Stimmen diesen Begriff als inhaltsleeres Schlagwort, das sich bestenfalls als Instrument im politischen Kampf eignet. Der vorliegende Sammelband dokumentiert, dass die Debatte über soziale Gerechtigkeit in der Tat viele Facetten aufweist. Die Beiträge von elf Wissenschaftler/innen aus drei Ländern und unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Disziplinen decken ein breites Spektrum an Perspektiven auf das Thema «soziale Gerechtigkeit» ab. Dabei zeigt sich zum einen, dass sich diese Thematik am besten erschliessen lässt, wenn sie aus unterschiedlichen disziplinären und nationalen Blickwinkeln beleuchtet wird. Zum andern wird deutlich, dass es nicht eine, sondern verschiedene Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit gibt, und diese Gerechtigkeitsvorstellungen die Wahrnehmung und das Handeln individueller und kollektiver Akteure beeinflussen.
Zürich: Seismo Verlag 2008
ISBN 978-3-03777-051-1, CHF 45.–

Auf der Kippe.
Integration und Ausschluss in Sozialhilfe und Sozialpolitik.
Christoph Conrad und Laura von Mandach (Hg.)
Jede Gesellschaft ist gekennzeichnet von Prozessen der Integration und der Ausgrenzung. Die Unterscheidung, wer zur Gesellschaft und zu einer bestimmten Gruppe gehört und wer nicht, ist grundlegend für das gesellschaftliche Selbstverständnis. In dieser Publikation steht die Sozialhilfe und ihr sozialpolitisches Umfeld der Schweiz und damit die Frage von Integration und Ausschluss im Mittelpunkt. Neun Forschungsteams präsentieren Studienergebnisse zu Wandel und Kontinuität konkurrierender Leitbilder und Zielgruppen, zur alltäglichen Praxis der Sozialhilfe, zum Vergleich verschiedener Konzeptionen und Modelle der Integration in den Arbeitsmarkt sowie zum Zugang zu öffentlichen Gesundheitsdiensten für ein zunehmend heterogenes Klientel (Diversity Management). Drei Gastautor/innen äussern sich zu aktuellen Herausforderungen und formulieren Thesen, wie Sozialhilfe in der Zukunft aussehen kann.
Zürich: Seismo Verlag 2008
ISBN 978-3-03777-060-3, CHF 28.–

Literatur- und Datenstudie zum Thema «Migration und Invalidenversicherung».
Chantal Wyssmüller in Zusammenarbeit mit Denise Efionayi
In der Schweiz und auch in anderen Einwanderungsländern lassen sich anhand statistischer Daten und Evaluationen Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund im Zusammenhang mit dem Invalidisierungsprozess beobachten. Die Kurzstudie im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) hatte zum Ziel, aus der nationalen und internationalen wissenschaftlichen Literatur Erklärungselemente für diese Unterschiede zu extrahieren.
Neuchâtel: SFM 2008
Download: www.migration-population.ch

Psychologie / Gesundheit

Pflege, Stigmatisierung und Eugenik.
Integration und Ausschluss in Medizin, Psychiatrie und Sozialhilfe.
Véronique Mottier, Laura von Mandach (Hg.)
Diese Publikation ist den Studienergebnissen gewidmet, welche die Medizin, die Psychiatrie und die Sozialhilfe tangieren. Wie therapeutische und fürsorgerische Massnahmen, unter anderen Interventionen die Sterilisation und die Abtreibung, institutionell begründet wurden und welche soziale Gruppierungen davon betroffen waren, wird historisch dargelegt. In aktueller Perspektive äussern sich die Autor/innen zum Umgang mit Stigma bei psychischer Krankheit, zu neuen Formen der ethischen Kontrolle sowie zum Behindertengleichstellungsrecht.
Zürich: Seismo Verlag 2007
ISBN 978-3-03777-057-3, CHF 28.–

Migrationsgerechte Prävention und Gesundheitsförderung.
Bundesamt für Gesundheit BAG
Migranten und Migrantinnen werden durch Gesundheitsinformations- und Präventionsangebote oft nicht genügend erreicht. Die vorliegende Publikation soll dem entgegenwirken. Sie bietet Hintergrundinformationen über das Gesundheitsverhalten der Migrationsbevölkerung in der Schweiz und liefert Grundlagen sowie konkrete Anleitungen zur migrationsgerechten Gestaltung von Projekten.
Bern: BAG 2008, gratis: www.miges.admin.ch

Pflege, Stigmatisierung und Eugenik.
Integration und Ausschluss in Medizin, Psychiatrie und Sozialhilfe.
Véronique Mottier, Laura von Mandach (Hg.)
Diese Publikation ist den Studienergebnissen gewidmet, welche die Medizin, die Psychiatrie und die Sozialhilfe tangieren. Wie therapeutische und fürsorgerische Massnahmen, unter anderen Interventionen die Sterilisation und die Abtreibung, institutionell begründet wurden und welche soziale Gruppierungen davon betroffen waren, wird historisch dargelegt. In aktueller Perspektive äussern sich die Autor/innen zum Umgang mit Stigma bei psychischer Krankheit, zu neuen Formen der ethischen Kontrolle sowie zum Behindertengleichstellungsrecht.
Zürich: Seismo Verlag 2007
ISBN 978-3-03777-057-3, CHF 28.–

HIV/Aids – Wo Risiken bestehen und wo nicht.
AIDS-Hilfe Schweiz / Aide Suisse Contre le SIDA / Aiuto AIDS Svizzero
Das 10-seitige Faltblatt vermittelt in einfacher Sprache Grundwissen zu HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, zum Schutz vor einer Ansteckung sowie zum HIV-Test und führt auf, wo weitere Informationen erhältlich sind. Es richtet sich in erster Linie an Migranten und Migrantinnen in der Schweiz. Er ist in 22 Sprachen erhältlich. Es gibt eine Ausgabe für Frauen und eine für Männer.
www.aids.ch (gratis)

Bewegen ist Leben.
Jenny Pieth, Katja Navarra, Matthias Grabherr
Die Broschüre spricht Personen mit Migrationshintergrund unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Alterskategorien an, die sich im Alltag wenig oder gar nicht bewegen. Sie liefert Informationen zum Thema Bewegung und Sport und motiviert zu mehr Bewegung im Alltag. Die Broschüre geht von den Motiven, sich zu bewegen aus, bietet praktische Vorschläge und weiterführende Hinweise auf konkrete Angebote und zeigt Wege auf, wie Hindernisse überwunden werden können.
Bern: BAG 2008, www.miges.admin.ch (gratis)

Rassistische Diskriminierung im Spital verhindern.
Ein Handbuch für Institutionen im Gesundheitswesen.
Anne Kilcher, Nadia Di Bernardo Leimgruber
Das Handbuch dient als Informationsquelle und Argumentationshilfe. Darüber hinaus enthält es einen praktischen Umsetzungsleitfaden und Empfehlungen. Es richtet sich an Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie an Fachpersonen von Institutionen des Gesundheits- und Sozialbereichs. Die Empfehlungen basieren sowohl auf Studienergebnissen und Fachliteratur als auch auf den Erfahrungen aus dem Projekt «Rassismus und Diskriminierung am Arbeitsplatz Spital», welches das Schweizerische Rote Kreuz durchführte.
Zürich: SGGP 2008
ISBN 978-3-85707-092-1, CHF 52.–

Gewalt / Krisen

Gewalt an Schulen.
Forschungsergebnisse und Handlungskonzepte.
Mehr als 20 Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Schule sowie Anbieter von Präventions- und Interventionsprogrammen zeigen konkrete Beispiele aus Forschung und Praxis auf. Sie beschreiben erfolgreiche Vorgehensweisen von der Intervention bis zum Aufbau einer Schulhauskultur oder der Zusammenarbeit mit externen Fachstellen und skizzieren auch deren Grenzen. Fachleuten und am Thema Interessierten bietet der Band Einblick in aktuelle Handlungskonzepte und Lösungsansätze.
Zürich: Verlag Pestalozzianum 2008
ISBN 978-3-907526-95-8, CHF 33.-

Massnahmenplan 2008 Jungend und Gewalt.
Detailkonzept.
Schweizerische Kriminalprävention (SKP
Der vorliegende Massnahmenplan dient der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und direktoren (KKJPD), den kantonalen und städtischen Polizeikorps und der Schweizerischen Kriminalprävention SKP als Grundlage für deren Arbeit im Bereich «Jugend und Gewalt».
Neuenburg: SKP 2008, www.skppsc.ch

Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers.
Evaluation der Pilotphase.
Christin Achermann
Der Verein Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers (VBBS) liess die Pilotphase der Beratungsstelle (2005–2007) extern evaluieren, um Bedarf, Nutzen und Wirkung sowie notwendige Anpassungen abzuklären. Der vorliegende Evaluationsbericht fasst die bisherigen Tätigkeiten von Verein und Beratungsstelle zusammen und gibt ausgehend von einer Dokumentenanalyse und Interviews mit Fachpersonen Antwort auf folgende Fragen: Gibt es in der Region einen Bedarf für eine Beratungsstelle für Sans-Papiers? Ist das Angebot den KlientInnen und ihren Bedürfnissen angemessen? Welchen Nutzen hat die Beratungsstelle für die KlientInnen und welche Wirkung hat die Arbeit des VBBS in Öffentlichkeit und Politik? Ausgehend davon werden Vorschläge für Anpassungen formuliert.
Neuenburg: SFM 2008
ISBN 978-2-940379-12-5, CHF 20.–

Historische Perspektiven

Elitenwanderung und Wissenstransfer im 19. und 20. Jahrhundert.
Dittmar Dahlmann, Reinhold Reith
Im Rahmen der weltweiten Migrationsprozesse findet die Wanderung von Spezialisten, von Technikern, Ingenieuren, von hochqualifiziertem Personal, von Managern und Wissenschaftlern, die sich zwischen den reichen und auch in den weniger entwickelten Ländern bewegen, immer grössere Aufmerksamkeit. Zu den migrierenden Menschen gehört ihr Wissen, das sie entweder im Ausland erwerben und in ihre Herkunftsländer mitzurücknehmen oder das sie, freiwillig oder gezwungen, in die neue Heimat mitnehmen. Die Diskussion über Gewinn oder Verlust von Wissen, über «Brain-Drain» oder «Brain-Gain» ist heute so aktuell wie im 19. und 20. Jahrhundert. Geographisch erstreckt sich die Bandbreite der Beiträge von Europa bis nach Nord- und Südamerika, der zeitliche Rahmen reicht vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Thematisiert wird die Bildungsmigration muslimischer und serbischer Eliten, die Aus- und Rückwanderung skandinavischer Ingenieure, der Wissenstransfer durch Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg, die Selbststilisierung französischer Einwanderer zur «Elite» in Mexiko und die Bedeutung des transatlantischen Diskurses für den Ausbau des deutschen Eisenbahnnetzes im 19. Jahrhundert.
Essen: Klartext Verlag 2008
ISBN 978-3-89861-855-7, € 24.95

Reportagen / Porträts und Geschichten

Auswanderungen.
Wegleitung zum Verlassen der Schweiz.
Ursula Bauer, Jürg Frischknecht
Auswandern – ins Elsass und ins Schwabenland, nach Meran und Mailand, Como und Domodossola, Aosta und Chamonix. Schweizer Söldner marschierten für Geld und Ehre auf Schlachtfelder dies und jenseits der Alpen, Haslitaler führten Rinder und Käse auf die lombardischen Märkte, Bündner Kinder verdingten sich in Oberschwaben, Tessiner Kaminfegerbuben zogen nach Mailand. Engadiner gründeten in halb Europa Zuckerbäckereien und Zürcher am Comersee Seidenspinnereien. In zwei- bis neuntägigen Wanderungen folgen Bauer & Frischknecht den Spuren dieser Vorgänger, sind unterwegs mit Haudegen und Handelsherren, mit schwarzen Brüdern, Schweizer Rindern und Schwabenkindern. Die Schweiz – ein Land von Auswanderern. Und Auswandernden.
Zürich: Rotpunktverlag 2008
ISBN 978-3-85869-372-3, CHF 45.–

Grenzfälle. Von Flucht und Hilfe.
Fünf Geschichten aus Europa.

Ina Boesch
Die Figur des Fluchthelfers weckt Vorstellungen von Abenteuer, Widerstand und Freiheitskampf. Nicht jederzeit und überall galten sie jedoch als Heroen. Je nach Perspektive und politisch-historischem Kontext werden sie zu Kriminellen oder Heldinnen gemacht. Anhand von fünf exemplarischen Lebensgeschichten geht Ina Boesch dem Bedeutungswandel von Fluchthilfe und Fluchthelfern in den letzten siebzig Jahren nach, von den 1930er-Jahren bis heute. Die Autorin fragt nach den Beweggründen, die nicht kommerziell orientierte Fluchthelferinnen und Fluchthelfer zu ihren riskanten illegalen Aktionen verleiten, und nach der Zivilcourage. Indem sie die Figur des Fluchthelfers aktuell wie historisch betrachtet und den Blick auf ganz Europa wagt, weitet sie die gegenwärtige Diskussion um das hochaktuelle Thema Migration aus. Sie hat ausführliche Gespräche geführt sowie die Schauplätze in Tschechien, Deutschland, der Schweiz und Spanien besucht und verbindet Menschen und Orte auf eine überraschende Weise.
Zürich: Limmatverlag 2008
ISBN 978-3-85791-564-2, CHF 38.50

Caravan.
Marina Lewycka
Vom Traktor aufs Erdbeerfeld – der neue wunderbare Roman von Marina Lewycka. Die Abenteuer einer Truppe ausländischer Erdbeerpflücker in England. Sie kommen aus Polen, der Ukraine, Afrika und China, haben alle gänzlich verschiedene Lebenswege und sehr bestimmte Ansichten darüber, was im Leben wichtig ist. Irina ist eine Tochter aus gutem ukrainischem Hause, will ihr (hervorragendes) Englisch verbessern und die große Liebe mit einem romantischen Engländer finden. Andrij kommt aus einer ganz anderen Ukraine: Er ist der Sohn eines Bergarbeiters und will keinesfalls so enden wie sein Vater. Dann sind da die Polen: der Bob-Dylan-Fan Tomasz, dessen Turnschuhe bald zu einer Geißel für seine männlichen Kollegen und Mitbewohner werden, Jola, die erfahrene Pflückerin mit der üppigen Figur, und ihre religiöse Nichte Marta, die so erstaunlich gut kochen kann. Dazu zwei Chinesinnen und Emanuel, ein Teenager aus Malawi, der in England seine Schwester suchen will und mit großen Augen diese merkwürdige Welt bestaunt. Doch die ist voller Gefahren, in Gestalt von erpresserischen Arbeitgebern, regelwütigen Behörden und bewaffneten Gangstern. Als dann der ausbeuterische Erdbeerfarmer überfahren wird, ergreift die ganze Mannschaft in einem klapprigen Wohnwagen die Flucht. Was sie bei ihrer Fahrt durch England erleben, kann sich so nur Marina Lewycka (oder vielleicht das Leben) ausdenken.
München: dtv 2008
ISBN 978-3-423-24621-7, € 14.–

Verlassen.
Tahar Ben Jelloun
Mit seinem Roman greift der in Paris lebende marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun eine Thematik auf, die derzeit medial omnipräsent ist: das Elend der Flüchtlinge aus Schwarzafrika, die die Festung Europa erstürmen wollen. Doch im Gegensatz zu den Nachrichtensendungen, in denen die Masse der Flüchtlinge anonym bleibt, gibt Ben Jelloun dem Elend Namen, Gesichter und Geschichten. Dabei ist er sehr nah an den Emotionen seiner Protagonisten, an deren Einsamkeit, ihren Krisen, Ängsten und Hoffnungen.
München: dtv 2008, ISBN 978-3-423-24621-7, € 14.–

Kannibalen.
Mahi Binebine
Ein Grüppchen Flüchtlinge, die gemeinsam am Strand von Tanger auf das Boot des Schleppers warten – kurz vor dem Ziel, der Festung Europa. Unter dem umgestürzten Boot am Strand herrschte ein Friede, den Nuarâ mit ihrem Kind um nichts in der Welt eingetauscht hätte. Sie hat sich hier versteckt, um nicht von der Polizeipatrouille entdeckt zu werden. Die Schreie des Babys drohten sie und das Grüppchen Flüchtlinge, die gemeinsam am Strand von Tanger auf das Boot des Schleppers warten, zu verraten – so kurz vor dem Ziel, der Festung Europa. Einer von ihnen ist der junge Azûz, der die Geschichten seiner Schicksalsgenossen mitfühlend und voll trauriger Komik aufleben lässt. Er erzählt aber auch, wie sie vor Kälte und Angst zitternd auf das Zeichen zum Aufbruch warten und wie sie versuchen, die Lichter am Horizont zu deuten.
Zürich: Unionsverlag 2004, ISBN 3-293-20300-0, CHF 18.90

Abenteuer Europa oder die Suche nach dem besseren Leben.
Minderjährige allein unterwegs.
Daniela Duff
Minderjährige Asylsuchende allein in Europa? Woher kommen sie? Warum sind sie hier und was erhoffen sie sich? Darauf versucht das Buch Antworten zu geben. Elf junge Asylsuchende erzählen ihre Geschichten, lassen die Lesenden an ihrer Vergangenheit, ihrem Alltag, ihren Träumen und Wünschen teilhaben. Was sie erzählen, ist so unterschiedlich wie die Orte wo sie herkommen. So zum Beispiel Ana aus Angola, die ihre Eltern früh verloren hat und mit ihrem kleinen Bruder bei Verwandten wohnte, bevor sie in die Schweiz kam. Oder Xiao Di Liu, dessen abenteuerliche Reise von China über verschiedenste Länder in die Schweiz führte. Nebst persönlichen Portraits junger Asylsuchender zeigt die Autorin auf, dass auch die Schweiz vor nicht allzu langer Zeit ein Auswanderungsland war und viele ihr Glück in andern Ländern suchten.
Norderstedt: Books on Demand 2008
ISBN 9783833486166,  € 16.85

Der Passfälscher.
Cioma Schönhaus
Im Jahre 1942 taucht Cioma Schönhaus nach der Deportation seiner Eltern in den Untergrund von Berlin ab. Dort lebte er vom Erlös der elterlichen Wertsachen. Finanziell unabhängig, fälschte er – der über grafische Kenntnisse verfügte – Ausweispapiere, mit denen sich Hunderte von Todgeweihten retten konnten. Cioma Schönhaus berichtet, wie er sich als 20-jähriger Jude täglich durchschlagen musste und dabei sogar die Stirn besass, eine kleine Segeljacht auf dem Wannsee zu kaufen. Sein Bericht zeugt von Intelligenz und Einfallsreichtum, von Lebenslust und auch von Leichtsinn. Immer wieder gelang es ihm, durch das Netz der Verfolger hindurchzuschlüpfen. Schliesslich kam ihm die Gestapo doch auf die Spur und suchte ihn steckbrieflich. Mit seinem Fahrrad gelang ihm die Flucht in die Schweiz – selbstverständlich mit eigens gefälschten Dokumenten.
Frankfurt am Main: Scherz Verlag 2004
ISBN-10 3502156883, € 17.90

Die Sprache des Herzens.
Gedichte.
Abbas Nasrollahpour
Die Sprache des Herzens haben viele Menschen verlernt. Diese Sprache umfasst Gedanken und Emotionen, sie berührt den Menschen in seinem Inneren und erinnert ihn an die wesentlichen Dinge. In den Gedichten erkennt der Leser, dass das angesprochen wird, was den Autor berührt: Sehnsucht, Liebe, Hoffnung, Freiheit, Träume, aber auch Tod, Angst, Fremdheit und Krieg sind Themen. Sie zeigen, dass jeder Mensch fähig ist, die Sprache des Herzens zu sprechen, wenn er bereit ist, richtig hinzuhören. In den vorliegenden Gedichten kommen Erfahrungen zweier Welten, des Orient und des Okzident zu Ausdruck.
Oldenburg: Schardt Verlag 2008
ISBN 978-3898413787, € 10.–

Fremdschläfer.
Verena Stefan
Sich als fremder Körper erfahren in einem neuen Land und zugleich einen Fremdkörper entdecken im eigenen Leib. In Verena Stefans neuem Roman überkreuzen und ergänzen sich die beiden Grunderfahrungen Krankheit und Immigration in sehr persönlicher und poetischer Weise. In einem faszinierenden Erzählreigen entrollt die Autorin die Geschichte ihrer Herkunft und ihrer Ankunft in Kanada. Inmitten der mühsam-beglückenden Erfahrung des Ankommens tritt die Erfahrung des geschwächten Körpers auf. Doch ist da auch die Liebe, die die Neugier und Sehnsucht auf und nach dem Leben stillt. Eine feinsinnige Beobachterin, die für alle Überraschungen am Wegrand kritisch offen ist, findet poetische Metaphern für ein Leben, das nicht nur gradlinig verläuft. Dezidiert setzt sie ihre unmittelbaren Innen- und Aussenerfahrungen um in Vitalität, Standhaftigkeit, Gedankenstärke und Gestaltungswillen.
München: Amman Verlag 2007
ISBN-13 9783250601159, € 19.90

Drei Secondos.
Auf der Suche nach Identität.

Amor Ben Hamida
Die junge Fatima ist Tochter eines Tunesiers und einer Schweizerin. Ihr Vater verließ die Familie, als sie erst ein Jahr alt war. Im Alter von dreißig Jahren macht sie sich auf eine Reise, von der sie nicht viel erwartet: sie will lediglich ihren Vater finden, ihm ihre Meinung sagen und zurückkehren. Yves ist ebenfalls Sohn eines Tunesiers und einer Schweizerin und fliegt auf Drängen seines Vaters nach Djerba, um seine Großmutter wiederzusehen, die ihn letztmals als Jugendlichen gesehen hatte. Schließlich fliegt Khaled, Sohn zweier tunesischer Gastarbeiter, mit demselben Flug nach Djerba. Er will in Ben Guerdane seine Verlobung feiern. 
Norderstedt: Books on Demand GmbH 2007
ISBN 978-3-8334-8670-8, CHF 29.–

Musikliebe.
Yusuf Yeşilöz
Zwei Musikerinnen und ein Musiker, deren Leben unterschiedlicher nicht sein könnte und doch sind sie durch vieles verbunden: Alle drei verliessen ihre Heimat, haben erfolgreiche Musikkarrieren abgebrochen und leben heute in der Schweiz. Mutig suchen sie in der neuen Heimat ihre künstlerische Identität, Melancholie und Zerrissenheit sind dabei ihre ständigen Begleiter. Ihre Liebe gilt der Musik und es ist die Musik, die sie mit der Liebe verbindet. Alle haben in ihrem Partner oder ihrer Partnerin den Menschen gefunden, mit dem sie nicht nur Leben und Liebe teilen, sondern ihr musikalisches Schaffen weiterentwickeln. Schriftsteller und Filmemacher Yusuf Yeşilöz vermittelt einen Einblick in das Leben der drei Künstler und zeigt die vielseitigen und auch widersprüchlichen Erfahrungen, welche sie in der neuen, fremden Heimat machen. Eine einfühlsame Annäherung an leidenschaftliche Musikerinnen und Musiker und ihren Neuanfang in der Migration.
Schweiz 2008
DVD 54 min.
Bestellen bei: www.artfilm.ch, CHF 32.–

 

 
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