terra cognita 15/2009 Infothek

   

Bücher und Materialien

Transnationalität

Die Transnationalisierung der sozialen Welt.
Sozialräume jenseits von Nationalgesellschaften.

Ludger Pries
Dona Rosas Familie ist nur ein Beispiel: Ihr Sohn Antonio bewirtet in New York Mexikaner, die am Hudson Fussball spielen, ihre Tochter Aurora betreibt in Puebla ein Hotel – für Arbeitsmigranten auf Heimaturlaub. Mit über 80 Jahren pendelt Dona Rosa zwischen den Welten, um ihren Kindern unter die Arme zu greifen. Heute erstrecken sich familiäre Netzwerke oft über nationale Grenzen hinweg, das Verhältnis von sozialen und geographischen Räumen muss deshalb überdacht werden. Die materialreiche Studie bietet einen Überblick über ein Forschungsparadigma, das in der akademischen und der politischen Debatte rasant an Bedeutung gewinnt: Transnationalisierung. Anders als in der Diskussion um die Globalisierung geht es dabei weniger um abstrakte Phänomene wie Kapitalströme und Umweltrisiken als um die unzähligen Entscheidungen individueller Akteure, die uns zwingen, unsere mentalen Landkarten zu Beginn des 21. Jahrhunderts neu zu zeichnen.
Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2008
ISBN 978-3-518-12521-2, € 15.–

Prishtina – Schlieren.
Albanische Migrationsnetzwerke im transnationalen Raum.

Janine Dahinden
Das Buch behandelt am Beispiel albanisch sprechender Zugewanderter aus dem ehemaligen Jugoslawien den Zusammenhang zwischen Wanderungsverläufen und sozialen Netzwerken. Im ersten Teil des Buches wird aufgezeigt, wie soziale Beziehungen den Entscheid zu Migration beeinflussen; im zweiten Teil stehen die Unterstützungsnetzwerke der Kosovo-Albaner in der Schweiz im Zentrum. Im dritten Teil wird der Wiedereingliederungsprozess der Rückkehrmigranten unter dem Gesichtspunkt sozialer Netzwerke dargestellt. Neben der empirischen Netzwerkanalyse enthält das Buch eine generelle theoretische Reflexion zur Rolle von Netzwerken für das Migrationsgeschehen und zur Bedeutung von Netzwerkanalysen im Rahmen der Migrationsforschung.
Zürich: Seismo 2005
ISBN 978-3-03777-035-1, CHF 49.–

Remittance Behaviour of Serbian Migrants living in Switzerland.
Mathias Lerch, Janine Dahinden, Philippe Wanner
Given the growing importance of migrant remittances for transition economies, their impact on economic development is a major policy concern. The study focuses on the supply side of these financial flows by assessing the remittance behaviour of Serbian migrants in Switzerland, one of the major immigrant countries in Europe. The majority of Serbs in Switzerland are involved in interpersonal economic transfers to Serbia. The large majority of senders use informal remittances channels. An economic integration of the migrant households, as well as close transnational relations increase not only the likelihood to remit but also the amounts transferred. The stability of remittances may depend on future migration flows, since the amounts sent drop when length of stay increases.
Neuchâtel: Swiss Forum for Migration and Population Studies (SFM) 2007
Download: doc.rero.ch

Migration and Remittances Factbook 2008.
Dilip Ratha, Zhimei Xu
The fact book for 2008 presents numbers and facts behind the stories of international migration and remittances, drawing on authoritative, publicly available data. It provides a snapshot of statistics on immigration, emigration, skilled emigration, and remittance flows for 194 countries and 13 regional and income groups. The top migrant destination countries are the United States, the Russian Federation, Germany, Ukraine, and France. The top immigration countries, relative to population, are Qatar (78%), the United Arab Emirates (71%), Kuwait (62%), Singapore (43%), Israel (40%), and Jordan (39%). The authors have attempted to present the best possible data in the Factbook, drawing on authoritative sources. However, the user is advised to take note of the pitfalls of using currently available migration and remittances data. Remittance flows and the stock of migrants may be underestimated due to the use of informal remittance channels, irregular migration, and ambiguity in the definition of migrants (foreign born versus foreigner, seasonal versus permanent).
Washington DC: The World Bank 2008
ISBN 978-0-8213-7413-9, US$ 29.95

Geldüberweisungen aus der Schweiz ins Ausland. Eine Informationsbroschüre für Migrantinnen und Migranten.
seco
Die Informationsbroschüre richtet sich an Migrantinnen und Migranten in der Schweiz. Sie erklärt die Funktionsweisen verschiedener Geldüberweisungsarten, zeigt ihre Vor- und Nachteile auf und enthält nützliche Informationen über den Umgang mit Finanzdienstleistungen. Daneben enthält die Broschüre eine Übersicht über sämtliche Angebote von Banken, Post, Geldtransferunternehmen und Online-Zahlungssystemen und die Preise der einzelnen Dienstleistungen. Die Broschüre erscheint in acht Sprachen.
Bern: seco 2009
Bestellen oder herunterladen: www.seco-cooperation.admin.ch

Transnationalismus und Migration.
Barbara Lüthi, Bettina Zeugin, Thomas David (Hg.)
Die Sonderausgabe von «Traverse. Zeitschrift für Geschichte» thematisiert den Begriff des Transnationalismus an historischen Beispielen. Unter anderem werden folgende Fragen aufgegriffen: die Trans-Begrifflichkeit und ihre Einbettung in gesellschaftliche Realitäten, die Beziehung von Diaspora und Transnationalismus, der Grenzraum als Laboratorium, transnationale Politik und lokale Identitäten.
Zürich: Chronos 2005
ISBN 978-3-905315-34-9, CHF 28.–

Dual Citizenship in Global Perspective.
From Unitary to Multiple Citizenship.
Thomas Faist, Peter Kivisto (eds.)
Citizenship and political loyalty to a state have traditionally been considered inseparable, but in recent years, sovereign states have increasingly tolerated dual and multiple citizenships. More than half of all states now tolerate some form of dual citizenship but in an age of increasing transnational insecurity, questions of loyalty to the nation-state have gained renewed prominence. In this timely collection, leading scholars explore how the increasing tolerance of dual citizenship reveals the growing liberalization of citizenship law and the increasing securitization of citizenship alongside the erosion of popular sovereignty and the changing role of nationalism and nationhood. If dual citizenship is no longer seen as a self-evident absurdity nor the harbinger of postnational citizenship beyond the state then how should it be understood? Examining the expansion of individual rights on one hand and continued prerogatives of states over full membership in the political community on the other, contributors to this book question whether the liberalization of citizenship fundamentally changes the boundaries of the political and transforms the very core of the political sphere.
Houndmills, UK: Palgrave Macmillan 2007
ISBN 9780230006546, £58.–

Transnationale Staatsbürgerschaft.
Heinz Kleger (Hg.)
Der Titel steht für eine europäische Vision, die über das Bürgerschaftsrecht der Europäischen Union hinausgeht. Die konkreten Schwierigkeiten und Grenzen einer solchen Staatsbürgerschaft werden von namhaften Autoren verschiedener Nationen und unterschiedlicher Disziplinen erörtert. Das Buch versucht so auf die Frage von Raymond Aron – ob «eine multinationale Bürgerschaft überhaupt möglich ist» – Antworten zu geben sowie erste Bausteine für eine transnationale Demokratie zu entwickeln.
Frankfurt a.M.: Campus 1997
ISBN 978-3-593357096, CHF 49.90

 

 
Neuerscheinungen
   
   
   
 
 
 

Neuerscheinungen

Migrations- und Integrationspolitik

Neue Publikationen der EKM

Wir, ich – die anderen. Migrantenvereine und Identitätsbildung: eine Innensicht.
Laurent Matthey, Béatrice Steiner
Prozesse der Identitätszuschreibung und die damit einher gehende Artikulation von Interessen sind komplexe Vorgänge. Sie unterliegen einem ständigen Wandel und prägen das Zusammenleben von Mehrheit und Zugewanderten. Die Studie zeigt auf eindrückliche Weise, wie komplex Prozesse von Identitätszuschreibungen sind. Während beispielsweise das Modell «Kulturverein» im Sinne von «wir sind wir und die andern sind die anderen» die Bedürfnisse der ersten Generation von Zuwandernden durchaus abdeckt, können sich Angehörige der zweiten Generation weit weniger damit identifizieren.
Bern: EKM 2009, Reihe: Materialien zur Migrationspolitik.
Vertrieb: BBL, Art.-Nr.: 420.921.D (gratis)

Wege zu einer besseren Kommunikation. Kooperation mit Netzwerken von Zugewanderten.
Joëlle Moret, Janine Dahinden
Wie sollen sich Behörden an die Öffentlichkeit richten, damit sicher gestellt ist, dass die Informationen, die sie weitergeben wollen, die anvisierten Zielgruppen auch erreichen? Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen EKM, das Bundesamt für Migration BFM sowie das Bundesamt für Gesundheit BAG haben sich diese Frage insbesondere im Hinblick auf die Migrationsbevölkerung gestellt. Die Studie verweist auf gute Beispiele aus dem In- und Ausland, wie mit Migrantenorganisationen zusammengearbeitet werden kann. Allerdings zeigt die quantitative Befragung von Albanisch-Sprechenden und von Türkinnen und Türken über deren Informationskanäle, dass Organisationen von Migrantinnen und Migranten sowie Interessenvereinigungen für die Vermittlung von Information zwar eine Rolle spielen, jedoch nicht den hohen Stellenwert haben, den man annehmen könnte. Weit wichtiger sind persönliche Netzwerke im Familien- und Freundeskreis, Fachpersonen wie Apotheker, Hausärztinnen oder Anwälte sowie Internet und weitere Medien. Die Befragung der Kontrollgruppe von Schweizerinnen und Schweizern zeigte dabei Überraschendes: Einheimische und Zugewanderte unterscheiden sich in ihrem Informationsverhalten nur in minimal! Es gilt daher, in Zukunft nicht nur partnerschaftliche Kooperationen mit Organisationen von Zugewanderten einzugehen, sondern auch die bisher unterschätzten persönlichen Netzwerke einzubeziehen und die bislang wenig beachtete Rolle von Fachpersonen in die Ausgestaltung einer für alle Bevölkerungsteile adäquaten Informationspolitik zu berücksichtigen.
Beim deutschen Text handelt es sich um eine Kurzfassung.
Bern: EKM 2009, Reihe: Materialien zur Migrationspolitik.
Vertrieb: BBL, Art.-Nr.: 420.922.D (gratis)

Migrations- und Integrationspolitik

Fördern und Fordern im Fokus.
Leerstellen des schweizerischen Integrationsdiskurses.

Esteban Piñeiro, Isabelle Bopp, Georg Kreis (Hg.)
In den späten neunziger Jahren avanciert das Leitkonzept Integration zu einer mächtigen migrationspolitischen Idee. Seither markiert die paradigmatische Formel «Fördern und Fordern» die Bedeutungshoheit und den Kurs der Integrationspolitik. Mit der «Nobilitierung» der neuen «idée directrice» findet die Schweiz jenseits des bipolaren Links- und Rechtsschemas zu einer neuen konsensfähigen Mitte. Diese Neukonzeption auf der Achse «Fördern und Fordern» löst jedoch nur vordergründig die bisherigen Migrationsregime der Ausgrenzung, Integrationsverhinderung und Assimilationsforderung ab. Vielmehr umfasst der magische Leitsatz «Fördern und Fordern» ein diffuses, weit in den Alltag reichendes Aktionsfeld. Statt den repressiven Raum zu definieren und die auf echter Freiwilligkeit basierenden Förderelemente deutlich davon abzugrenzen, entsteht ein undefinierter politischer Zwischenraum, der Offenheit und Toleranz einerseits, Ausgrenzung und Repression andererseits miteinander vermengt. Das offene Spiel mit Ermessenskriterien und weitschweifigen Integrationsbegriffen führt letztlich dazu, dass die ausländische Bevölkerung schwer kalkulierbaren und entsprechend verunsichernden Erwartungen ausgesetzt wird.
Zürich / Genf: Seismo 2009
ISBN 978-3-03777-070-2, CHF 48.–

Migrationsbericht 2008.
Bundesamt für Migration
Der Migrationsbericht gibt einen Einblick in die wichtigsten Tätigkeitsfelder und Arbeitsschwerpunkte des BFM im Jahr 2008, stellt diese in den nationalen historischen und internationalen Kontext und enthält wichtige statistische Angaben.
Bern: BFM 2009
Diffusion: BBL, Art.-Nr.: 420.010.D (gratis)

Migration, Citizenship, and the European Welfare State.
A European Dilemma.
Carl-UlrikSchierup, Peo Hansen, Stephen Castles
This book provides a major new examination of the current dilemmas of liberal anti-racist policies in European societies, linking two discourses that are normally quite separate in social science: immigration and ethnic relations research on the one hand, and the political economy of the welfare state on the other. The authors rephrase Gunnar Myrdal's questions in «An American Dilemma» with reference to Europe's current dual crisis – that of the established welfare state facing a declining capacity to maintain equity, and that of the nation state unable to accommodate incremental ethnic diversity. They compare developments across the European Union with the contemporary US experience of poverty, race, and class. They highlight the major moral-political dilemma emerging across the EU out of the discord between declared ideals of citizenship and actual exclusion from civil, political, and social rights. Pursuing this overall European predicament, the authors provide a critical scrutiny of the EU's growing policy involvement in the fields of international migration, integration, discrimination, and racism.
Oxford: Oxford University Press 2006
ISBN 978-0-19-928402-3, £24.–

Bringing Outsiders In.
Transatlantic Perspectives on Immigrant Political Incorporation.

Jennifer L. Hochschild, John H. Mollenkopf (eds.)
Just as in the United States, large immigrant minority communities have been emerging across Europe. While these communities usually make up less than one-tenth of national populations, they typically have a large presence in urban areas, sometimes approaching a majority. That immigrants can have an even greater political salience than their population might suggest has been demonstrated in recent years in places as diverse as Sweden and France. Attending to how local and national states encourage or discourage political participation, the authors assess the relative involvement of immigrants in a wide range of settings. Jennifer Hochschild and John Mollenkopf provide a context for the particular cases and comparisons and draw a set of analytic and empirical conclusions regarding incorporation.
Cornell: Cornell University Press 2009
ISBN: 978-0-8014-4811-9, $29.95

Integration und soziale Netzwerke.
Qualitative Untersuchung von Kolumbianern – wohnhaft in Bern.

Nadine Ittig, Anna Woker
Die Autorinnen befassen sich im theoretischen Teil mit verschieden theoretischen Modellen zur Integration und zu sozialen Netzwerken. Sie gehen der Frage nach, welche Rolle soziale Netzwerke beim Integrationsprozess spielen, insbesondere der Frage, ob ethnische Netzwerke Migranten beim Integrationsprozess unterstützen oder behindern. Anhand einer qualitativen Untersuchung bei Kolumbianerinnen und Kolumbianern werden die Hypothesen überprüft und diskutiert. Bezogen auf die Sozialarbeit ergaben die Befragungen, dass die ethnischen Netzwerke Zugang zu wichtigen Ressourcen schaffen und Zugewanderte bei der Integration unterstützen.
Bern: Edition Soziothek 2008
ISBN 978-3-03796-229-9, CHF 38.–

Recht
Droit
Diritto

Schweizer Asylrecht, EU-Standards und internationales Flüchtlingsrecht. Eine Vergleichsstudie.
UNHCR, Schweizerische Flüchtlingshilfe
Mit den Schengen/Dublin-Assoziationsabkommen gelangt ein zentraler Rechtsakt der europäischen Asylrechtsharmonisierung, die Dublin-II-Verordnung, unmittelbar in der Schweiz zur Anwendung. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union entschieden mit dem Amsterdamer Vertrag, die Asylpolitik zur Gemeinschaftsaufgabe zu machen und für zentrale Bereiche des Asylrechts Mindeststandards festzulegen. In der ersten Phase der EU-Asylharmonisierung wurden Richtlinien mit Mindeststandards verabschiedet, sie kommen in den Mitgliedstaaten zur Anwendung. Die Schweiz wird den EU-Asyl-Acquis zunehmend berücksichtigen müssen. Die vorliegende Studie vergleicht das schweizerische Flüchtlingsrecht mit den europäischen Rechtsnormen. Darüber hinaus wird die Vereinbarkeit des Schweizer Rechts und des europäischen Rechts mit internationalen Standards überprüft, wie sie die Genfer Flüchtlingskonvention und andere Menschenrechtsinstrumente festlegen.
Bern: Stämpfli Verlag 2009
ISBN 978-3-7272-9529-4, CHF 88.–

Menschenrechte und Terrorismus.
Menschenrechtsbildung für die Schule.

Peter G. Kirchschläger, Thomas Kirchschläger
Terrorismus und Terrorismusbekämpfung halten die Welt in Atem. Menschenrechte wie das Recht auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit sind in Gefahr, denn terroristische Akte und die Massnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus rütteln an den Fundamenten von Demokratie und Rechtsstaat. Die Reihe «Menschenrechtsbildung für die Schule» des Zentrums für Menschenrechtsbildung (ZMRB) der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz Luzern (PHZ Luzern) will diese Phänomene im Rahmen der Menschenrechtsbildung aufgreifen und bearbeiten. Der erste Band der Reihe «Menschenrechtsbildung für die Schule» arbeitet das Thema der Gefährdung grundlegender Rechte durch Terrorismus und Terrorismusbekämpfung für die Menschenrechtsbildung an Schulen auf. Auf eine praxisnahe Einführung folgen didaktische Vorschläge und Lektionen für die Primarstufe und die Sekundarstufen I und II.
Luzern: Verlag Pestalozzianum 2009
ISBN 978-3-03755-101-1, CHF 29.–


Kompendium zum Schutz der Menschenrechte.
Quellensammlung für die Schweiz.

Christoph A. Spenlé, Arthur Mattli
Um sich einen Überblick über das weite Feld des internationalen Menschenrechtsschutzes zu verschaffen, gibt es zwar viele Möglichkeiten, allein, die für die Schweiz massgeblichen Texte in komprimierter Form im Sinne einer Gesamtausgabe zur Hand zu haben, war bislang eine Lücke. Diese zu füllen, ist das Anliegen dieses Kompendiums. Es beinhaltet eine Zusammenstellung der gegenwärtig von der Schweiz ratifizierten und daher für sie verbindlichen wichtigsten Vertragswerke des internationalen Menschenrechtsschutzes und der grundlegenden Übereinkommen des humanitären Völkerrechts; darüber hinaus enthält es eine Reihe wichtiger – von der Schweiz bislang noch nicht ratifizierter – Abkommen.
Bern: Stämpfli Verlag 2009
ISBN 978-3-7272-9681-9, CHF 68.–


Bildung

Migrations- und Integrationsforschung in der Diskussion.
Biografie, Sprache und Bildung als zentrale Bezugspunkte.
Gudrun Hentges, Volker Hinnenkamp, Almut Zwengel (Hg.)
Einwanderung hinterlässt ihre Spuren in der Struktur der Bevölkerung: Die sich daraus ergebende gesellschaftliche Heterogenität – die Vielfalt an Sprachen, Religionen und Kulturen – stellt auch die Sozialwissenschaften immer wieder vor neue Herausforderungen. Der Band nähert sich den Themen Migration und Integration aus interdisziplinärer Perspektive. Die Beiträge aus Politologie, Soziologie, Pädagogik und Linguistik gruppieren sich um die zentralen sozialwissenschaftlichen Kategorien Biografie, Sprache und Bildung. Die elf Autorinnen und Autoren präsentieren Ergebnisse qualitativer und quantitativer Studien, von denen sich zahlreiche auf eigene empirische Erhebungen stützen. Andere Beiträge systematisieren bereits vorliegende empirische Untersuchungen und gehen sekundäranalytisch vor. Die Perspektiven der Akteurinnen und Akteure werden in den Aufsätzen ebenso berücksichtigt wie die Rahmenbedingungen, die zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen.
Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2008
ISBN: 978-3-531-15318-6, € 29.90


(Politische) Partizipation

Ja. Nein. Schweiz.
Schweizer Abstimmungsplakate im 20. Jahrhundert.
Sascha Demarmels
Schon seit jeher kämpfen politische Vertreter mit medialen Mitteln um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung – das Wahl- und Abstimmungsplakat ist dabei eine der zentralen Kommunikationsformen. Wie politische Plakate Emotionen und Aufmerksamkeit erzeugen, untersucht die vorliegende linguistische Analyse am Beispiel Schweizer Abstimmungsplakate aus den letzten 100 Jahren. Dazu wird eine Systematisierung möglicher Emotionalisierungsstrategien erstellt und an einer Fülle von Material verifiziert. Das Buch bietet eine Systematik zur Analyse politischer Plakate und eine Geschichte des Schweizer Abstimmungsplakates des 20. und 21. Jahrhunderts.
Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft 2009
ISBN 978-3-86764-158-6, CHF 49.90


Sprache

Sprache und Sprachen in der Migrationsgesellschaft.
Die schriftkulturelle Dimension.

Utz Maas
Thema dieses Buches sind mit Migrationsverhältnissen verbundene Sprachprobleme. Sie werden sowohl aus Sicht der einschlägigen Disziplinen als auch in den verschiedenen Dimensionen dieses Feldes, insbesondere Mehrsprachigkeit und Sprachausbau zur Schriftpraxis, beleuchtet. Die Analyse ist interdisziplinär ausgerichtet. Auch werden Ergebnisse von Forschungsprojekten zu marokkanischen Migrantenkindern einbezogen. Der Autor klärt die Begrifflichkeit im vortheoretischen Feld und in aussersprachwissenschaftlichen Disziplinen sowie die systematischen Grundlagen der Sprachreflexion. Er erläutert die Konsequenzen aus dieser Klärung in Hinblick auf die politischen Fragen der Integration, auf praktische Fragen der Pädagogik sowie die weitere sprachwissenschaftliche und sprachdidaktische Forschung.
Göttingen: V&R unipress 2008
ISBN 978-3-89971-518-7, € 48.90

Sprachentwicklung und Spracherwerb fremdsprachiger Kinder.
Entwicklungspsychologische Überlegungen zum Aufwachsen fremdsprachiger Kinder in mehrsprachigen Kontexten.

Karl Mutter, Anna Ritter (Hg.)
Die Beiträge präsentieren Sichtweisen und Zugangsmöglichkeiten zum Thema Sprachentwicklung fremdsprachiger Kinder auf dem Hintergrund einer interdisziplinären Orientierung. Es werden die besonderen Arbeitsbedingungen eines Heilpädagogischen Dienstes aufgezeigt, die dazu führten, sich ausführlicher mit dem Thema Sprachentwicklung fremdsprachiger Kinder zu beschäftigen. Die Beiträge thematisieren transkulturelle Aspekte im Kontext der logopädischen Arbeit und der Beratung von Migrantenfamilien mit Kindern im Früh- und im Vorschulbereich. Im Weiteren werden entwicklungsneurologische Erkenntnisse hinsichtlich von Sprachentwicklungsauffälligkeiten bei fremdsprachigen und mehrsprachig aufwachsenden Kindern vorgestellt, sowie psycho-, sozio- und neurolinguistische Überlegungen zu den komplexen lebensweltlichen Bezügen, in denen fremdsprachige Kinder mit einer Sprachentwicklungsverzögerung normalerweise aufwachsen, aufgezeigt.
Bern: Edition Soziothek 2008
ISBN 978-3-03796-205-3, CHF 35.–


Sozialpolitik

Lohnt sich Arbeit immer?
Eine qualitative Untersuchung von Familien in knappen finanziellen Verhältnissen.
Isabelle Meyer, Carlo Knöpfel
Arbeit sichert die Existenz einer Familie – könnte man meinen. Doch nicht alle erwerbstätigen Menschen verdienen genug, um zusammen mit ihrer Familie davon leben zu können. Erwerbsarbeit schützt auch in der reichen Schweiz nicht vor Armut.
Luzern: Caritas-Verlag 2008
ISBN 978-3-85592-120-1, CHF 16.–

Unterstützungsbedarf älterer Migrantinnen und Migranten.
Eine theoretische und empirische Untersuchung.

Sylvie Kobi
Die Autorin untersucht sowohl theoretisch als auch empirisch die Unterstützungsbeziehungen und ‑erwartungen älterer Menschen aus Italien und Serbien/Montenegro, die in der Stadt Zürich wohnhaft sind. Im empirischen Teil stellt sie mittels einer Auswertung der Volkszählungsdaten die Wohn- und Haushaltssituation der älteren Migrantinnen und Migranten dar und vertieft diese durch Expertengespräche. Qualitative Interviews mit Seniorinnen und Senioren aus Italien und Serbien/Montenegro sowie mit der zweiten Generation bilden das Kernstück der Untersuchung. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund von migrations- und familiensoziologischen Ansätzen interpretiert. Daraus leitet die Autorin Folgerungen zum familiären Unterstützungspotential und Bedarf nach familienexternen Unterstützungsangeboten ab. Ausserdem wird auf weiterführende Themen und Fragestellungen hingewiesen.
Bern: Peter Lang Verlag 2008
ISBN 978-3-03911-697-3, CHF 82.–


Psychologie / Gesundheit

Migration und psychosoziale Adaptation.
Eine Studie an jungen Ausländern, Doppelbürgern und Schweizern.
Hans-Christoph Steinhausen, Cinzia Bearth-Carrari, Christa Winkler Metzke
Vor dem Hintergrund zunehmend multikulturell zusammengesetzter Gesellschaften sind Fragestellungen der transkulturellen Psychiatrie und Psychologie über die Entwicklung und Integration junger Menschen mit einem Migrationshintergrund von speziellem Interesse. Dieses Buch stellt Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung zur psychosozialen Adaptation junger Migranten in der Schweiz dar. Dabei werden empirische Vergleiche zur einheimischen Bevölkerung und erstmals auch zu sogenannten Doppelbürgern vorgenommen. Die Studie basiert auf einem theoretisch begründeten Risikomodell für die Entwicklung von psychischen Fehlanpassungen bei Jugendlichen und geht verschiedenen Hypothesen wie der Migrations-Stress-Hypothese, aber auch verschiedenen anderen entwicklungspsychologischen Fragestellungen nach. Mit diesem Ansatz ist die Studie geeignet, die speziellen Risiken für die Entwicklung junger Migranten aufzuzeigen und in die vorliegenden Erkenntnisse der Forschung zu integrieren.
Bern: Verlag Hans Huber 2009
ISBN 978-3-456-84708-5, CHF 49.90


Antirassismus / Diskriminierung

Rechtsratgeber. Rassistische Diskriminierung.
Fachstelle für Rassimusbekämpfung (Hg.)
Der Rechtsratgeber zeigt praxisorientierte Wege auf, wann und wie das Recht gegen rassistische Diskriminierung eingesetzt werden kann. Er weist aber auch auf die Grenzen des Rechtsweges hin. Rassismusopfer und Beratungsstellen finden im Rechtsratgeber praxisorientierte Tipps, wie man sich gegen rassistische Diskriminierung in den wichtigsten Bereichen des täglichen Lebens zur Wehr setzten kann: Wohnungssuche, Schule, Familie, Arbeitsmarkt, Kontakt mit den Behörden.
Bern: FRB 2009
Bestellen oder herunterladen: www.edi.admin.ch/frb

Right-wing Extremism in Switzerland.
National and international Perspectives.
Marcel-Alexander Niggli (ed.)
Der Sammelband «Right-wing Extremism» hat ein doppeltes Ziel. Zum einen soll er das Nationale Forschungsprogramm 40plus und seine Projekte präsentieren (die alle mit Beiträgen präsent sind), zum anderen sollen diese nationalen Beiträge in eine internationale Perspektive gestellt werden, sodass in der Übersicht und Umschau eine Verortung der schweizerischen Forschung und ihrer Resultate möglich wird. Eingeladen wurden dazu führende europäische Forscher auf dem Gebiet des Rechtsextremismus. Die Beiträge beleuchten Fragestellungen zu fremdenfeindlichen und rechtsextremen Haltungen, zur Rolle der Medien, zu Tätern und Opfern, zu Hooliganismus sowie zu Strategien der Prävention.
Baden-Baden: Nomos Verlag 2009
ISBN 978-3-8329-4241-0, € 30.–

Historische Perspektiven

Kosova-Schweiz.
Die albanische Arbeits- und Asylmigration zwischen Kosovo und der Schweiz (1964-2000).
Hans-Peter von Aarburg, Sarah Barbara Gretler
Dargestellt ist hier ein aus kleinen Lebensgeschichten gewobenes Stück kosovarisch-schweizerischer Zeitgeschichte. Lange Zeit unbeachtete albanische Saisonniers erzählen von ihrem Leben, ebenso nachgezogene Ehefrauen, Secondos und einstige Flüchtlinge. Traditionelle und aufgebrochene Lebensentwürfe stehen einander schroff gegenüber. Gleich viel Raum wie Einzel- und Familienporträts nehmen Hintergrundtexte ein. So werden hier sozialgeschichtliche, wirtschaftliche, politische und demographische Entwicklungen in Innen- und Aussenperspektiven fassbar. Die Schweiz ist dabei ebenso Thema wie der Balkan.
Münster-Hamburg-Berlin-Wien-London-Zürich: LIT-Verlag 2008
ISBN 978-3-8258-1371-0, € 25.90

Leben auf Bruchlinien.
Die Türkei auf der Suche nach sich selbst.
Amalia van Gent
Es rumort in der Türkei. Islamisten gegen Kemalisten, alte, uralte Bruchlinien öffnen sich neu. Wohin zieht es die Türkei? Nach Westen, in die Arme der EU? Nach Osten, zu einem konservativ islamischen Staat mit boomender Wirtschaft nach dem Beispiel der Golfstaaten? Es sind tiefe und zugleich unklare Bruchlinien, denn sind nicht die Islamisten der AKP für Europa? Und sind nicht die kemalistischen Militärs vehemente Gegner einer Öffnung nach Europa? Wer sind überhaupt «die Türken»? Sicher ist eines: Entschieden ist der Grundkonflikt der Türkei noch lange nicht. Und so werden scheinbar lapidare Themen, wie ein kleines Stück Textil in der «Kopftuchfrage» zu Staatsaffären. Doch der Staat, der nach dem Militärputsch Anfang der 1980er Jahre zweieinhalb Jahrzehnte lang fast unangefochten Oppositionelle und Querdenker als Staatsfeinde hinter Gitter schickt, ist nun selber unter Beschuss geraten. Am stärksten spürbar sind diese Bruchlinien in der Grossstadt Istanbul, wo inzwischen an die 16 Millionen Menschen leben. Neben diesem zivilisatorischen Pessimismus der Alt-Istanbuler tut sich auch Neues auf; die melancholischen Klänge Anatoliens werden neu entdeckt und musikalisch aufgearbeitet, die Menschen suchen ihre Wurzeln und Geschichten jenseits des engen Korsetts der kemalistischen Staatsdoktrin.
Zürich: Rotpunkt 2008
ISBN 978 3-85869-377-4, CHF 38.–


Reportagen / Porträts und Geschichten


Flucht aus Tibet.
Manuel Bauer
Zehntausende Tibeter und Tibeterinnen sind seit dem Volksaufstand gegen die chinesische Besatzungsmacht 1959 aus ihrer Heimat geflüchtet. Sie haben die Strapazen und Gefahren der Himalaya-Überquerung auf sich genommen, um in Indien und anderen Ländern Zuflucht zu finden. Am 1. April 1995 verlassen auch ein Vater und seine sechsjährige Tochter Lhasa und schreiben ein weiteres Kapitel in der traurigen Geschichte der Flucht des tibetischen Volkes. Der Fotograf Manuel Bauer hat trotz Hindernissen und Kontrollen diese lebensgefährliche Reise in die Freiheit mitgemacht und bildlich dokumentiert.
Zürich: Limmatverlag 2009
ISBN 978-3-85791-573-4, CHF 58.–

Exil Schweiz. Tibeter auf der Flucht.
12 Lebensgeschichten.

Christian Schmidt, Manuel Bauer
Fünfzig Jahre nach dem Volksaufstand gegen die Besetzer erzählen zwölf Tibeter und Tibeterinnen erstmals die Geschichte ihrer Flucht. Wir erfahren, wie sie in der unbesetzten Heimat aufwachsen, die chinesische Invasion erleben, unter Lebensgefahr flüchten, den Weg in die Schweiz finden und sich eine neue Existenz aufbauen – Männer und Frauen, Bauern und Nomadinnen, Händler und Mönche, die aus der Stille des tibetischen Hochlands mitten in eine industrialisierte Leistungsgesellschaft geraten.
Zürich: Limmatverlag 2009
ISBN 978-3-85791-574-1, CHF 44.–

Bruno, Chef de police
Martin Walker
Bruno Courrèges – Polizist, Gourmet, Sporttrainer und begehrtester Junggeselle von Saint-Denis – wird an den Tatort eines Mordes gerufen. Ein algerischer Einwanderer, dessen Kinder in der Ortschaft wohnen, ist tot aufgefunden worden. Das Opfer ist ein Kriegsveteran, Träger des Croix de Guerre, und weil das Verbrechen offenbar rassistische Hintergründe hat, werden auch nationale Polizeibehörden eingeschaltet, die Bruno von den Ermittlungen ausschliessen wollen. Doch der nutzt seine Ortskenntnisse und Beziehungen, ermittelt auf eigene Faust und deckt die weit in der Vergangenheit wurzelnden Ursachen des Verbrechens auf.
Zürich: Diogenes Verlag 2009
ISBN 978-3-257-06699-9, CHF 35.90

 

 

 
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