terra cognita 1/2002 Infothek - Welche Kultur?

   

Sachbücher

Migration und die Schweiz. Ergebnisse des Nationalen Forschungsprogramms « Migration und interkulturelle Beziehungen».
Hans-Rudolf Wicker, Werner Haug, Rosita Fibbi (Hg./Ed.)
Der Sammelband enthält die Ergebnisse des Nationalen Forschungsprogrammes « Migration und interkulturelle Beziehungen » (NFP 39) in insgesamt zwanzig Beiträgen und einer einleitenden Übersicht ü ber das Gesamtprojekt. Die Themenbereiche zeugen von einer grossen Komplexität: Sie reichen von «transnationaler Mobilität, Bürgerrechten und Identität» über «Städte und ihre Fremden » , zu «Migration und Ökonomie» bis hin zu Fragen der «Migration und zivilgesellschaftlicher Integration». Ein Nachschlagewerk ü ber die neuesten Erkenntnisse in der Migrationsforschung in der Schweiz.

Zürich: Seismo, erscheint im Herbst 2002.
ISBN: deutsch 3-908239-92-3,
français 2-88351-028-8

Tanz der Kulturen. Kulturelle Identität in einer globalisierten Welt.
Joana Breidenbach, Ina Zukrigl
Wenn von den kulturellen Folgen der Globalisierung die Rede ist, werden häufig Horrorszenarien beschworen: «Kampf der Kulturen» und «McWorld» sind solche Schlagworte, und es werden Menschen gezeichnet, die in dumpfer Passivität und Coca-Cola trinkend vor dem Fernseher verblöden. Die beiden Autorinnen zeigen, dass diese apokalyptischen Visionen einer konkreten Ü berprüfung nicht standhalten. Gesellschaften haben sehr wohl die Kraft, Fremdes aufzunehmen, in ihre eigene Lebensform zu integrieren oder in Neues umzusetzen. Das haben sie auch immer schon getan. Die Vorstellung «authentischer Kulturen», die sich unberührt von der Aussenwelt aus eigener Kraft entwickeln, ist eine romantische Fiktion. Denn – so die beiden Ethnologinnen – Kultur definiert sich weniger aus Ursprüngen, sondern als Produkt von Beziehungen.

München: Antje Kunstmann 1998.
ISBN: 3-88897-208-6

Hybride Kulturen. Beiträge zur anglo-amerikanischen Multikulturalismusdebatte.
Elisabeth Bronfen, Benjamin Marius, Therese Steffen (Hg.)
Der Sammelband enthält verschiedene Beiträge grosser und bekannter Wissenschaftler wie Edward W. Said, Benedict Anderson, Stuart Hall oder Homi K. Bhabha zu Fragen von Identität, Nation, Kultur und Gesellschaft in der Moderne. Eingeführt werden die Beiträge durch einen Beitrag von Elisabeth Bronfen und Benjamin Marius, die sich mit dem Begriff der «Hybriden Kulturen» auseinandersetzen. Insgesamt eine anspruchsvolle, aber erhellende Lektüre.

Tübingen: Stauffenburg. Studien
zur Inter- und Multikultur 4, 1997.
ISBN: 3-86057-032-3

Grundrechte im Kulturkonflikt. Freiheit und Gleichheit in der Einwanderungsgesellschaft.
Walter Kälin
Sind Mädchen aus traditionalistischen Einwandererfamilien aus Gründen der Religionsfreiheit vom Schwimmunterricht in der Schule zu dispensieren? Darf einer islamischen Lehrerin verboten werden, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen? Muss Gefangenen nicht-christlicher Religionen im Gefängnis Gelegenheit zu eigenen Gottesdiensten geboten werden? Hat die Behörde gegen Zwangsheiraten oder die Beschneidung von Mädchen einzuschreiten? Regelmässig prallen bei solchen Fragen unterschiedliche Kulturauffassungen aufeinander. Das Buch des Rechtswissenschaftlers, das sich nicht nur an eine juristisch ausgebildete Leserschaft wendet und für die Praxis eine hilfreiche Stütze ist, stellt aus rechtlicher Perspektive Ansätze für den Umgang mit kulturell begründeten Grundrechtsansprüchen vor. Diese reichen von der weltanschaulichen Neutralität des Staates bis hin zur Politik der Anerkennung und zu Konzepten des Minderheitenschutzes. Kälin definiert zentrale Prinzipien des Zusammenlebens von Minderheit und Mehrheit und zeigt auch die Grenzen der Toleranz auf.

Zürich: NZZ-Verlag 2000.
ISBN: 3-85823-816-3

Fundamentalismus im Kampf um die Weltordnung. Die Krisenherde unserer Zeit und ihre historischen Wurzeln.
Tariq Ali
Der Titel der englischen Originalausgabe lautet «The Clash of Fundamentalisms» und präsentiert sich als Antithese zu Huntingtons «Clash of Civilizations». Es ist denn auch das Anliegen von Tariq Ali, «ü ber eine Welt zu berichten, die angesichts eines immer enger gefassten Kulturbegriffs tabuisiert wird». Als Grenzgänger zwischen der westlichen und der arabischen Welt entlarvt er in seiner Analyse den vermeintlichen Kampf zwischen den Kulturen als einen Kampf der Fundamentalisten. Es ist ein Buch, dass sich gegen alle ultra-orthodoxen Bewegungen richtet, seien sie religiöser, imperialistischer oder menschenverachtender Natur.

Kreuzlingen/München: Heinrich
Hugendubel Verlag 2002.
ISBN: 3-7205-2324-1

Zwischen den Kulturen – zwischen den Geschlechtern. Kulturkontakte und Genderkonstrukte.
Judith Schlehe (Hg.)
Beziehungen über die Grenzen hinweg werden immer wieder als eine besondere Herausforderung aufgefasst. Welchen Einfluss hat «Kultur» auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau, wenn diese je einen andern kulturellen Hintergrund aufweisen? Anhand der Themenkreise Begegnungssituationen, Paarkonstellationen und in Bezug auf die Rolle von Institutionen gehen die Autorinnen den verschiedenen Aspekten solcher Beziehungen in historischer, ethnologischer, soziologischer und psychoanalytischer Perspektive nach. Es zeigt sich dabei bei allen Beiträgen, dass das Kriterium der Geschlechtszugehörigkeit im Spannungsfeld zu demjenigen der kulturellen Zuordnung dauernden Neubestimmungen von Werten, Bedeutungen und Umgangsformen ausgesetzt ist. Interessant für die europäische Leserin ist die Öffnung des Blicks in die Geschichte und in andere Teile der Welt. Die Beiträge belegen: Interkulturelle Geschlechterbeziehungen sind kein neues Phänomen der Internationalisierung und Globalisierung. Es hat sie schon immer und überall gegeben, und die Betroffenen und deren Umfeld haben schon immer Möglichkeiten des Umgangs untereinander entwickelt.

Münster: Waxmann 2000.
ISBN: 3-89325-938-4

Was ist Kultur? Eine Einführung.
Terry Eagleton
Das Buch des Literaturtheoretikers wird als eine «intellektuelle Lockerungsübung, die man nur empfehlen kann», angepriesen. Der Autor führt in die unterschiedlichen Aspekte, was uns Kultur bedeutet, was wir mit Kultur erklären wollen, und welchen Unterschied es macht, von verschiedenen Blickwinkeln ausgehend andere Kulturen zu betrachten, ein. Er gibt einen Überblick über die Geschichte des Begriffs, analysiert die unterschiedlichen ästhetischen und politischen Interpretationen von heute und entwickelt eine Vorstellung von Kultur, die dem Alltäglichen und Gewöhnlichen dem ihnen zustehenden Raum gibt.

München: C.H. Beck 2001.
ISBN: 3-406-48099-3

Les identités meurtrières.
Amin Maalouf
Der äusserst lesenswerte und gut verständlich geschriebene Essay von Amin Maalouf über die Frage kollektiver Zugehörigkeiten wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und liegt auch in deutscher, englischer, spanischer und türkischer Ü bersetzung vor.

Paris: Editions Grasset & Fasquelle
1998. ISBN: français 2-253-15005-3

deutsch: Mörderische Identitäten.
Frankfurt a.M., Suhrkamp 2000.
ISBN: 3-518-12159-6

english: On Identity. London,
Panther Harvill Press 2000.
ISBN: 1-86046-729-6

español: Identitades asesinas.
Madrid, Alianza Editorial 2001.
ISBN: 84-206-3924-9

türkçe: Ölümcül Kimliker.
Istanbul, Edition Orient 2001.
ISBN: 975-08-0199-7

Das Zusammenleben der Kulturen. Ein Gegenentwurf zu Huntington.
Harald Müller
Der Politikwissenschaftler Harald Müller von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt legt mit diesem Buch einen Gegenentwurf zu Samuel Huntingtons «Kampf der Kulturen » vor. Müller zeigt auf, wie verführerisch, aber gleichzeitig auch gefährlich es ist, vereinfachte Welt- und Feindbilder zu zeichnen oder sie unkritisch zu übernehmen. Harald Müllers Analyse macht deutlich, dass die Weltgesellschaft anstelle von Konfrontation auf Kooperation setzen muss. Die Komplexität der internationalen Beziehungen soll nicht nur als Gegebenheit hingenommen, sondern gezielt genutzt werden. Laut Harald Müller ist ein globaler Friede nur möglich, wenn die wichtigen Akteure der Weltpolitik Offenheit und Interesse an andern Kulturen zeigen. Ausschlaggebend ist in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, dass es sich bei allen so genannten Kulturen um dynamische und wandelbare Gebilde handelt. «Diese Einsicht verbietet es uns, die im Schnappschussverfahren abgelichteten heutigen Kulturen starr und unveränderlich im Konflikt miteinander zu sehen. Vielmehr müssen wir gegenwärtig sein, dass sich im Stadium der Prämoderne in der westlichen Kultur zahlreiche Charakteristika wiederfinden, die wir heute als fremdartig in der islamischen oder der konfuzianischen Kultur wiederzuerkennen glauben und aus denen die Protagonisten des « Kampfes der Kulturen» ihre düsteren Prognosen ableiten.»

Frankfurt a.M.: Fischer 1998.
ISBN: 3-596-13915-5

Imaginierte Kulturen – reale Kämpfe. Annotationen zu Huntingtons « Kampf der Kulturen»
Monika Mokre (Hg.)
Der Sammelband von Aufsätzen zum Thema «Kampf der Kulturen» setzt sich mit der «neuen Übersichtlichkeit» und dem «diskreten Charme des Kulturalismus » auseinander. Die von Politologinnen und Soziologen verfassten Beiträge befassen sich mit verschiedenen Aspekten der Huntington’schen These der Aufteilung der Welt in verschiedene, in sich geschlossene kulturelle Einheiten und den daraus sich ableitenden Konfliktpotenziale. Interessant ist dabei die Einordnung dieses Weltordnungsmodells in diverse, durchaus unterschiedliche Vordenkertraditionen. So nehmen beispielsweise der Friedensforscher Johan Galtung oder auch der Islamkenner Bassam Tibi eine enge Verknüpfung von Kultur und Religion vor und versuchen damit die aktuell stattfindenden Konflikte zu erklären. Andererseits ist jedoch auch die Einteilung der Welt in Blöcke, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg vorgenommen wurde, ein Denkmodell, das in eine ähnliche Richtung vorspurte. «Die Sichtweise erzeugt das Objekt» ist eine der Schlussfolgerungen. Es gilt daher auch aus der Perspektive der einzelnen Autorinnen und Autoren, differenziert hinzusehen und sich vor einfachen Erklärungen in Acht zu nehmen.

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2000.
ISBN: 3-7890-6856-X

Wider den Kampf der Kulturen. Eine Friedensstrategie für das 21. Jahrhundert.
Roman Herzog
Dem ehemaligen Bundespräsidenten Deutschlands, Roman Herzog, ist es ein Anliegen, sich gegen das Szenario Huntingtons auszusprechen und bewusst einen Dialog der Kulturen zu fördern. Das Buch versammelt seine Reden und Artikel in verschiedenen Teilen der Welt und zu unterschiedlichsten Anlässen wie etwa an der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Annemarie Schimmel, an einem Abendessen zu Ehren des Präsidenten der Volksrepublik China, Jiang Zemin, oder an der Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Kommentiert im Sinne eines Austauschs werden seine Reden von Amitai Etzioni, Hans Küng, Bassam Tibi und Maskazu Yamazaki.

Frankfurt a.M.: S. Fischer.
ISBN: 3-10-030210-9

Erfundene Schweiz. Konstruktionen nationaler Identität.
La Suisse Imaginée. Bricolages d’une identité nationale.

Guy P. Marchal, Aram Mattioli (Hg.)
Aufsatzsammlung in deutscher und französischer Sprache zu verschiedenen Aspekten von nationaler Identität in Bezug auf die Schweiz. Zentrale Symbole nationaler Identität der Schweiz wie etwa die Alpen, das Réduit national, die Aufführung der Telldramen, die Schweiz als Land der vier Kulturen oder auch regional verankerte Sinnbilder wie der Gotthard, die Tessiner Kultur oder die Romandie und der berühmte Röstigraben werden analyisiert, kritisch hinterfragt und in neue Zusammenhänge gestellt. Besonders lesenswert sind die Beiträge von Georg Kreis über den «homo alpinus helveticus», der den Versuch der Herleitung einer typischen Schweizerrasse im Kontext der Rassendiskurse der dreissiger Jahre beschreibt oder etwa diejenigen von Bernard Crettaz und Jean- François Bergier über die Konstruktion einer nationalen Identifikation mittels der Berge als «urschweizerische» Bezugspunkte.

Zürich: Chronos Verlag 1992.
ISBN: 3-905278-90-1

Röstigraben. Das Verhältnis zwischen deutscher und französischer Schweiz. Geschichte und Perspektiven.
Christophe Büchi
Ein Buch über den berühmt-berüchtigten « Röstigraben», der angeblich die Schweiz in zwei Kulturen aufteilt: Der Journalist und profunde Romandie-Kenner befasst sich mit dem Verhältnis zwischen Westschweiz und deutscher Schweiz, welches auch schon mit dem Bild von zwei gereizten Eheleuten verglichen wurde, die eine reine Vernunftehe führen. Der Autor beschreibt den Weg der Schweiz vom deutsch- zum mehrsprachigen Gemeinwesen, schildert, wie die Schweiz «ein bisschen» französisch wird, analysiert die Geburt des Mehrsprachenstaates und zeichnet nach, wie sich erst relativ spät der Sprachengraben auftut. Dabei kommt er zum Schluss, dass die beiden Landesteile, die einander immer wieder argwöhnisch beobachten und sich mitunter auch kokettierend auf Distanz halten, wohl mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede aufweisen. «Röstigraben» steht somit mehr für komplizierte, vielfältige Entwicklungen, die jedoch die gesamte Schweiz betreffen.

Zürich: NZZ-Verlag 2000.
ISBN: 3-85823-940-2

Culture Shock! A Guide to Customs and Etiquette in Switzerland.
Shirley Eu-Wong
Eine Art Benimmbuch für Menschen, die noch nie in der Schweiz waren und sich gerne richtig verhalten würden. Zum Teil sind es praktische Hinweise, etwa wie man einen Bus benützt oder wo man bestimmte Zutaten für die eigene Küche findet, auf der andern Seite jedoch auch konkrete Ratschläge in Situationen von Begegnung und Austausch mit den Bewohnerinnen und Bewohner des Landes. Manche Stellen sind jedoch auch interessant für Schweizerinnen und Schweizer selbst, indem sozusagen ein Spiegel von aussen (durch eine US-Amerikanerin, die in Singapur lebt) hingehalten wird.

Kostprobe:
«Greetings and salutations: The Swiss greet each other by gently
grazing cheek to cheek three times. If you have just been introduced, a firm handshake will be offered, especially if you are obviously non-European. However, first-time cheek grazing is not unheard of. When they part company, they «kiss» each other goodbye in the same manner. The Swiss are very sensitive and sensible people. They will stick to handshakes if they sense embarassment or discomfort.
Grocery shopping: Do bring your own canvas or plastic bag or canvas trolleys to do your grocery shopping. Paper or plastic bags cost SFr. 0.30 at the supermarket. Alternatively you can use the empty boxes available in some stores to cart your groceries home.»

Singapur: Times Editions 1999.
ISBN: 1-85733-151-6



 
Sachbücher
Belletristik
Kinderbücher

Belletristik

Damals, dann und danach.
Barbara Honigmann
In ihrem Erzählband «Damals, dann und danach» reflektiert Barbara Honigmann darüber, was es bedeutet, einer bestimmten Kultur, hier der jüdischen, anzugehören. Dabei zeigt sie, wie vielfältig die Zugehörigkeit zu einer Gruppe interpretiert und gelebt werden kann: «Wie so viele Juden habe ich meine Herkunft aus fast allen Ländern Europas, und ich bin darauf manchmal ein bisschen stolz, obwohl es keinen Grund dafür gibt, denn die meisten dieser Herkünfte sind ja längst verlöscht. Sie ragen in der Erinnerung auf, wie Inseln im Meer des Exils. Wanderungen, Vertreibungen, Entdeckerlust oder einfach Geschäftsinteressen haben meine Vorfahren von einer dieser Inseln zur nächsten gebracht, und dort ist es ihnen gut oder schlecht ergangen, solange, bis die Zeit auch auf dieser Insel abgelaufen war.» Barbara Honigmann setzt sich mit den verschiedenen Facetten des Dazugehörens und Nicht-Dazugehörens auseinander, hinterfragt Selbstverständlichkeiten und stellt gängige Sichtweisen in überraschende Zusammenhänge.

München, Wien: Hanser 1999.
ISBN: 3-466-19668-4

Die Übersetzerin.
Leila Aboulela
Sammar, eine junge sudanesische Witwe, arbeitet als Übersetzerin im schottischen Aberdeen. Ihr Leben verläuft ruhig und fast langweilig – fernab von der Heimat, wo ihr Sohn bei der Schwiegermutter aufwächst. Alles ändert sich, als sie den Politologieprofessor Rae kennen lernt. Der Islamist bezeichnet sich selbst als Zyniker, hat zwei Ehen hinter sich, ist ein Alt-68-iger. Sammar verliebt sich in ihn und will ihn heiraten. Zwei Welten treffen aufeinander, hier die tiefgläubige Sammar, dort der abgeklärte, alles in Frage stellende Rae. Eine unmögliche, zum Scheitern verurteilte Liebe? Die Geschichte ist zwar etwas plakativ angelegt, hat aber durchaus den Reiz der scharfsinnigen Auseinandersetzung mit scheinbar nicht zu vereinbarenden Prinzipien.

Göttingen: Lamuv Verlag 2001.
ISBN: 3-88977-597-7

White Teeth.
Zadie Smith
Das preisgekrönte Romandebut der Londoner Jungautorin Zadie Smith ist ein köstliches Lesevergnügen. Im Zentrum des Romans stehen drei Generationen, drei Kulturen und drei Familien. Die multiperspektivische Saga über die grossen Themen des Lebens wie Liebe, Freundschaften, Feindschaften und Krieg legt die unterschiedlichen Sichtweisen verschiedenster Akteure dar und beschreibt in witziger und humorvoller Weise den alltäglichen Umgang mit dem, was zuweilen als unüberbrückbar beschrieben wird.

London: Penguin 2000.
ISBN: english 0-140-29778-2

deutsch: Zähne zeigen.
München: Droemer Knaur 2002.
ISBN: 3-426-19546-1

italienisch: Denti Bianchi.
Bologna: Mondadori 2002.
ISBN: 88-04-49874-9


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Kinderbücher

Kinder aus allerWelt.
Barnabas und Anabel Kindserley
Das mit Unterstützung von UNICEF herausgegebene Buch will Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren die Vielfältigkeit der Leben von Kindern aus allen Teilen der Welt nahebringen. Es ist jedoch erklärtes Ziel des Buches, nicht auf die Unterschiede, sondern vielmehr auf die frappierenden Ähnlichkeiten hinzuweisen. Anhand von Kurzbiographien, Alltagsschilderungen und Beschreibungen der Wünsche und Träume der Kinder werden Themen angesprochen, die für alle Kinder Teil ihres Alltags sind: Beziehung zu Eltern und Geschwistern, Freundschaften, Schule, Lieblingsessen, Berufswünsche, Liebeskummer. Obwohl teilweise etwas idealisierend dargestellt und nur auf Kinder in gut situierten Verhältnissen bezogen, bekommen Kinder einen guten Einblick in andere Lebenswelten, die sich im Grunde genommen wenig von denjenigen in unserem direkten Umfeld unterscheiden.

Bindlach: Loewe 1997.
ISBN: 3-7855-2815-9

Hey! Ja?
Chris Raschka
Bilderbuch für Kinder ab ca. fünf Jahren ü ber die Begegnung eines schwarzen und eines weissen Jungen. Beiden ist es langweilig, beide sind ohne Freunde. Da bietet sich der Schwarze als Freund des Weissen an. Der ist überrascht und zögert, denn auf die Idee wäre er nicht gekommen. Doch der Schwarze sieht so anders aus...Soll er sich da wirklich einlassen?

München: Hanser 1997.
ISBN: 3-446-18897-5

Leopanther. Eine Liebesgeschichte.
Józef und Piotr Wilkón
Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren ü ber ein Panther-Mädchen und einen Leoparden-Jungen, die sich ineinander verlieben. Die beiden kommen jedoch aus unterschiedlichen Welten und leben auch in unterschiedlichen Welten. Eine Verbindung der beiden scheint nicht möglich. Bis sie sich entschliessen, trotz der vielfältigen Unterschiede zu heiraten.

Düsseldorf: Patmos 1992.
ISBN: 3-491-79420-X

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