terra cognita 5/2004 wohnen - habitat

   

Bücher und Materialien

Thema Habitat – Stadtentwicklung – Raumplanung

Untersuchungen über die Schweiz

Die «angemessene» Wohnung als Voraussetzung für den Familiennachzug.
Alberto Achermann
Die Bewilligung des Familiennachzuges hängt bei Personen mit Jahresaufenthaltsbewilligung unter anderem vom Vorhandensein einer angemessenen Wohnung ab. Sowohl der Zweck der Bestimmung wie auch der Begriff selbst sind nicht klar. Die Anwendung des unbestimmten Gesetzesbegriffes obliegt den Kantonen, wobei in der Praxis gewichtige Unterschiede bestehen. Die im Auftrag der Eidgenössischen Ausländerkommission EKA durchgeführte Studie überprüft die rechtliche Lage und analysiert die Situation in der Schweiz und in Europa. Der Autor kommt zum Schluss, dass sich eine Harmonisierung und kritische Überprüfung der Praktiken aufdrängt.

Materialien zur Integrationspolitik, Bern: EKA/CFE/CFS 2004.
Bestellungen: eka-cfe@imes.admin.ch.

Habitat, Raumplanung und die besonderen Bedürfnisse von Minderheiten. (Arbeitstitel)
Eidgenössische Ausländerkommission (Hg.)
Die Beiträge in diesem Band befassen sich mit der Frage, inwiefern sich die Raumplanung auf die besonderen Bedürfnisse von religiösen und ethnischen Minderheiten auswirkt. Das juristische Gutachten von Regina Kiener und Mathias Kuhn untersucht die bau- und planungsrechtliche Behandlung von Kultusgebäuden im Lichte der Glaubens- und Gewissensfreiheit, Wolf Seidel würdigt die neueren Bundesgerichtsentscheide zur Debatte. Ein weiterer Beitrag fasst die Diskussionen zusammen, die an einem Workshop mit Planerinnen und Planern stattgefunden haben.

Materialien zur Integrationspolitik, Bern: EKA/CFE/CFS 2004.
Bestellungen: eka-cfe@imes.admin.ch.

Integrationsprojekte auf Quartierebene.
Ein anwendungsorientiertes Dossier. (Arbeitstitel)
Eidgenössische Ausländerkommission, Bundesamt für Wohnungswesen und Bundesamt für Raumentwicklung (Hg.)
Das Dossier stellt anhand von Thesen bzw. Empfehlungen Interventionen, Projekte und Initiativen vor, die dazu beitragen, das Zusammenleben in der Nachbarschaft und die Wohnqualität zu verbessern. Es enthält eine Sammlung von «dos and don’ts», die Chancen und Risiken, gute Ideen, innovative Ansätze, aber auch Fallstricke und Fussangeln im Bereich der Projektplanung und -umsetzung bieten.
Materialien zur Integrationspolitik, Bern: EKA/CFE/CFS 2005.
Bestellungen: eka-cfe@imes.admin.ch.

Die Stadt der Zukunft.
Leben im prekären Wohnquartier.

Christa Berger, Bruno Hildenbrand und Irene Somm
Mit prekärer Zugehörigkeit umzugehen wird sowohl für Stadtbewohnerinnen und -bewohner wie auch für lokale Verwaltung in Zeiten verstärkter Migration zu einer Kernkompetenz. Welche Optionen Akteure dabei realisieren, wird am Beispiel der Stadt Zürich gezeigt. Dabei wurde der Frage nachgegangen, welche Veränderungen in zwei Zürcher Stadtkreisen eintraten, nachdem die offene Drogenszene um den Hauptbahnhof geschlossen und durch eine Politik der verdeckten Drogenszene und der differenzierten therapeutischen Massnahmen unter Einschluss kontrollierter Heroinabgabe ersetzt wurde.
Diese Fragestellung wurde in einem breit angelegten historischen Rahmen der Entwicklung prekärer Zugehörigkeit der Stadtzürcher Kreise 4 und 5 und seiner Bewohner zur Stadt Zürich bearbeitet. Es wird gezeigt, wie sowohl die Behörden als auch die Bewohnerinnen und Bewohner Handlungs- und Orientierungsmuster entwickeln, die zwischen einer Duldungskultur der Differenz und einer lokalen Ausschlusskultur des Fremden oszillieren.

Opladen: leske + budrich 2002.
ISBN: 3-8100-3490-8, CHF 34.60

Die Stadt als «Integrationsmaschine»?
Interkulturelle Beziehungsdynamiken am Beispiel der Stadt Bern.

Angela Stienen (Hg.)
Die Autorinnen und Autoren zeigen in diesem Buch ausgehend von verschiedensten Informationsquellen die Feinmechanik von Integrations- und Segregationsprozessen in Bern auf. Ihr Interesse ist es, individuelle und kollektive Strategien von Menschen sichtbar zu machen, die darauf abzielen, Handlungsspielräume innerhalb gegebener gesellschaftlicher Zwänge zu schaffen. Der Fokus liegt dabei einerseits auf der Geschichte der Arbeitsmigration nach Bern während des 20. Jahrhunderts, andererseits, am Beispiel eines innenstadtnahen Stadtteils, auf den unsichtbaren, alltäglichen Ein- und Ausschlussdynamiken sowie den sichtbaren der Quartierpolitik, und schliesslich auf der Rolle von Migrantenorganisationen für Integrations- und Segregationsprozesse.

Bern: Haupt Verlag (Herbst 2004).

Der Kampf um Integration.
Zur Logik ethnischer Beziehungen in einem sozial benachteiligten Stadtteil.

Dieter Karrer
Im Mittelpunkt des Buches steht das Lorrainequartier der Stadt Bern, in dem vor allem Arbeiter und einfache Angestellte unterschiedlicher Nationalität wohnen. Auf den ersten Blick erscheint das Viertel als eine Ansammlung von Häusern, Strassen und Plätzen sowie von Menschen, die nicht viel miteinander zu tun haben. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckt man, dass es Menschen sind, die in Beziehung zueinander stehen und durch diese Beziehungen geprägt sind – auch wenn sie sich nicht persönlich kennen und nie miteinander sprechen werden. Auch der Raum hat seine eigene Ordnung, und beeinflusst die Beziehungen der Menschen zueinander. Es zeigt sich, dass die Logik des Unterschieds und der Unterscheidung zwar nicht allein, aber in starkem Masse durch die ethnisch-nationale Herkunft geprägt ist.

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2002.
ISBN: 3-531-13866-9, vergriffen, in Bibliotheken erhältlich.

Stadtland Schweiz.
Untersuchungen und Fallstudien zur räumlichen Struktur und Entwicklung in der Schweiz.

Angelus Eisinger und Michel Schneider (Hg.)
Die Beschreibung der heutigen Siedlungsstrukturen der veränderten räumlichen Wirklichkeit in der Schweiz entzieht sich mehr und mehr den Kategorien von «Stadt» und «Land». Es handelt sich vielmehr um eine Collage von städtischen, vorstädtischen und ländlichen Elementen, die gemeinsam einen mehrkernigen Verdichtungsraum aus verschiedenen Agglomerationen bilden. Dieses Raumgebilde stellt die Schweiz vor politisch schwierige Aufgaben. Ihre Lösung fordert nicht zuletzt die institutionellen Rahmenbedingungen des Föderalismus und der Gemeindeautonomie heraus. Die Beiträge und Fallstudien liefern eine aktuelle Bestandesaufnahme unter architektonisch-städtebaulichen, soziologischen, geografischen, politischen und ökonomischen Gesichtspunkten.

Basel, Boston, Berlin: Birkhäuser 2003, ISBN 3-7643-6964-7, CHF 88.–

Mensch Langstrasse.
Porträts aus dem Zürcher Langstrassenquartier.

Verein zwei mal zwei (Hg.) mit Fotos von Ursula Markus
Auf die Suche nach versteckten Qualitäten und unerzählten Geschichten des Zürcher Langstrassenquartiers begibt sich dieses Buch, ohne dabei den in den Medien breit geschlagenen Problemen wie Drogenhandel und Sexmilieu aus dem Weg zu gehen. Es kommen jedoch auch die andern Seiten zum Vorschein.

Baden: hier + jetzt 2003, ISBN 3-906419-79-7, CHF 29.80

Transkulturell.
Badener Neujahrsblätter 2004

Die Multikulturalität der Region Baden ist zumindest seit dem grossen Gastarbeiterzustrom nach dem Zweiten Weltkrieg zur Selbstverständlichkeit geworden. Nicht mehr die Badetouristen, sondern die Industriebeschäftigten der BBC prägten die Jahre des Wirtschaftswunders. Die diesjährige Nummer geht auf die Suche nach dem multikulturellen Baden.

Baden: hier + jetzt 2004, ISBN 3-906419-72-X, CHF 25.-

Zentralplatz Innerschweiz.
Fremdes, Einheimisches und Ungewohntes rund um den Vierwaldstättersee.

Eigenart – Die Kulturzeitschrift über Menschen und die Schweiz No. 13
Die Ausgabe 13 von «Eigenart» widmet sich dem Raum Innerschweiz, der als Juwel des Tourismus und «ursprünglichste» Region der Schweiz bezeichnet wird. Die Herausgeber der Zeitschrift haben sich aufgemacht, hinter die Postkartenbilder zu schauen. Dabei machten sie Bekanntschaft mit einer Reihe von Leuten, die nicht ins gängige Bild der «Urschweizer» passen: mit der Philippina Maria Lourdes Violange, die einen Urner Bauern heiratete, dem Tamilen Marian Anthonipillai, der in Luzern einen eigenen Laden betreibt, oder der Albanerin Lumturi Elmazi, die sagt, dass die Schweiz zu ihrer neuen Heimat geworden sei.

Bern: Verlag X-Time 2004, Bestellung: info@kulturzeitschrift.ch, CHF 14.-

Internationale Perspektiven

Etablierte und Aussenseiter.
Norbert Elias, John L. Scotson
Dieses Buch beruht auf einer empirischen Untersuchung, die zwischen 1958 und 1960 in einer englischen Vorortgemeinde durchgeführt wurde und die das Beziehungsgeflecht zwischen Alteingessenen und Neuzuzügern zum Thema hat. Die scheinbare Harmonie dieser Arbeitersiedlung mit einer vorwiegend traditionellen Sozialstruktur – enge Nachbarschaft, soziale Kontrolle und gegenseitige Solidarität – wird zerstört, als ein neuer Ortsteil für Arbeiter aus anderen Regionen Englands und Evakuierte aus dem zerbombten London aus dem Boden gestampft wird. Diese Neusiedler bleiben die Aussenseiter, stigmatisiert und fremd. Durch die theoretisch-systematische Reflexion zur Theorie von Etablierten-Aussenseitern-Beziehungen ist die Untersuchung mehr als eine kleinräumige Fallstudie. Sie thematisiert die Grundfiguration menschlicher Beziehungen als eine ungleiche Machtbalance mit den Spannungen, die daraus erwachsen.

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992, ISBN: 3-518-38382-5, CHF 16.70

Die Street Corner Society.
Die Sozialstruktur eines Italienerviertels.

William Foote Whyte
«Jahrelang war Cornerville als Problemgebiet bekannt, und als wir im Krieg gegen Italien standen, empfand man ausserhalb des Viertels vielerorts dieses Problem zunehmend als beunruhigend. Es wurde befürchtet, dass die italienischen Bewohner des Slums dem Faschismus und Italien näher stehen könnten als der Demokratie und den Vereinigten Staaten.» Mit diesen Sätzen leitet der Klassiker der Stadtsoziologie, der vor über sechzig Jahren erschien, in eine spannende Studie ein, die sich der Erforschung der Sozialstruktur in einem «belasteten» Stadtteil einer amerikanischen Grossstadt widmete. William Foote Whyte hat während zwei Jahren in teilnehmender Beobachtung eine Strassen-Gang begleitet und deren spezifische Kultur analysiert. Dabei entsteht ein differenziertes Bild über die soziale Organisation der «Street Corner Society».

Berlin, New York: Gruyter 1996, ISBN: 3-11-012259-6, CHF 32.-

Die Krise der Städte.
Analysen zu den Folgen desintegrativer Stadtentwicklung
für das ethnisch-kulturelle Zusammenleben.

Wilhelm Heitmeyer (Hg.)
Dieser Sammelband ist eine Zusammenführung von nationalen und internationalen Perspektiven zur städtischen Dimension ethnisch-kultureller Konflikte. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Zukunft der kulturell pluralisierten, sozial ungleichen und ethnisch-religiös vielfältigen modernen Gesellschaften wesentlich in den Städten bestimmt wird. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln wird der Frage nachgegangen, ob die «Integrationsmaschine» Stadt vor dem Hintergrund zunehmender sozio-ökonomischer Polarisierung und sozial-räumlicher Segregation versagt. Die stadtsoziologischen Analysen diskutieren u.a. die Entstehung einer neuen sozialen Unterschicht, der Konzentration von ethnischen Gruppen und die sozialen Auswirkungen der wirtschaftlichen Umstrukturierung auf der städtischen Ebene.

Frankfurt a. M. Suhrkamp 1998, ISBN: 3-518-12036-0, CHF 27.40

An den Rändern der Städte.
Armut und Ausgrenzung.

Hartmut Häussermann, Martin Kronauer und Walter Siebel (Hg.)
Durch den Rückzug des Staates aus der Wohnungsversorgung und angesichts steigender Wahlmöglichkeiten für Haushalte mit einem stabilen Einkommen lösen sich die sozial gemischten Quartiere allmählich auf. Quartiere, in die die Verlierer des sozio-ökonomischen Wandels abgedrängt werden, können so zu Orten einer sozialen Exklusion werden. Die Beiträge des Buches gehen den verschiedenen Entwicklungen in den Metropolen Europas und den USA nach.

Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2004, ISBN: 3-518-12252-5, CHF 23.90

An den Rändern der deutschen Hauptstadt.
Suburbanisierungsprozesse, Milieubildungen und biographische Muster in der Metropolregion Berlin-Brandenburg.

Ulf Matthiesen (Hg.)
Im Umland Berlins gehen die soziologischen Fallstudien dieses Bandes detailliert den unterschiedlichen Verflechtungs- und Abgrenzungsprozessen nach: zwischen Gewinnern und Verlieren, «Neuen Selbstständigen» und «Alten Parteifreunden», rechtsradikalen Jugendlichen und neugierigen jungen Frauen. Sie alle erweisen sich als Akteure in einem laboratoriumsartigen Suburbanisierungsprozess.

Opladen: leske + budrich 2002, ISBN: 3-8100-3105-4, CHF 30.90

Auf dem Weg zur Stadtgesellschaft.
Die multikulturelle Stadt zwischen globaler Neuorientierung und Restauration.

Wolf-Dietrich Bukow, Claudia Nikode und Erika Schulze (Hg.)
Durch Migrationsprozesse, aber auch im Rahmen zunehmender funktionaler Ausdifferenzierung und der Pluralisierung von Lebensstilen haben sich gerade die Grossstädte zu multikulturellen Formationen entwickelt. Auch ist der öffentliche Diskurs in Politik und Wissenschaft häufig von einem Lamento über den Zerfall der Städte, der Rede vom «Scheitern der multikulturellen Gesellschaft» sowie der Hervorhebung ethnisch-kultureller Differenzen als einem zentralen gesellschaftlichen Problem geprägt. Diesem Ansatz setzen die Autoren einen erweiterten Multikulturalismusbegriff entgegen, der sich auf die städtische Vielfalt im weitesten Sinne bezieht. Zugleich wird vertreten, dass es trotz Konflikten und Risiken, trotz Ausgrenzung und Rassismus sehr wohl ein funktionierendes lebenspraktisches Miteinander, eine Selbstverständlichkeit im städtischen Alltagsleben, gibt.

Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2001, ISBN: 3-8100-3037-6, CHF 39.50

The City Reader.
Richard T. LeGates and Frederic Stout (ed.)

«The City Reader» juxtaposes the very best of publications on the city. It has been extensively updated to reflect the latest thinking on globalization, information technology and urban theory. Classic writings from such authors as Lewis Mumford, Jane Jacobs and Le Corbusier, meet the best contemporary writings of, among others, Peter Hall, Saskia Sassen and Manuel Castells. The City Reader provides the comprehensive mapping of the terrain of Urban Studies, old and new. Illustrated with over 40 photographs the text is essential reading for anyone interested in the city.
London: Taylor & Francis, Routledge 2003.

ISBN: 0-415-27173-8, CHF 66.05

Überleben im Grossstadtdschungel.
Annäherung an die urbane Überlebenskultur.

Roland Gröbli
Bericht über die Wertesysteme in der urbanen Überlebenskultur am Beispiel der Stadt Bogotà und die Bemühungen der Regierung, über «soziale Säuberung» Ordnung in die Welt des vermeintlichen Chaos und der Anarchie zu bringen.

Frankfurt a. M.: Verlag für interkulturelle Kommunikation 2001.
ISBN: 3-88939-564-3, CHF 26.80

Towards Cosmopolis.
Planning for Multicultural Cities.

Leonie Sandercock
This book explores how cosmopolitan cities respond to the economic, political and cultural demands and needs of so many diverse and sometimes opposing groups.

Chichester: Wiley & Sons

Belletristik

Villa Europa.
Ketil Bjørnstad
Das Thema Wohnen auf literarische Weise aufgegriffen: Erik Ulven und seine Frau gehören zur wohlhabenden Osloer Gesellschaft. Doch das Leben der Reichen beginnt Erik zu langweilen. So verschwindet er eines Tages, ohne Abschied, um anderswo sein Glück zu machen. In sieben Jahren durchquert er Europa, erleidet einen finanziellen Verlust nach dem anderen und lebt von dem Geld, das ihm seine Frau schickt. In der Zwischenzeit richtet diese die Zimmer des Hauses in der Art der Länder ein, die ihr Mann bereist. In den folgenden Jahrzehnten verlassen auch die Söhne, Töchter und Enkel ihr Land, freiwillig oder unfreiwillig, und doch kehren fast alle in das Haus über dem Fjord zurück, das in Kriegs- und Nachkriegswirren auch Flüchtlinge aus aller Welt beherbergt. Vor allem von den Frauen der Familie bewahrt, wird es mehr und mehr zum Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen den Generationen und den Geschlechtern.

Roman. Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger, Frankfurt a. M.: Insel Verlag 2004, ISBN 3-458-17190-8, CHF 44.50

Stadtrundgänge

Bern hin und weg.
Migration findet Stadt.

Verein StattLand
Die Lorraine gilt seit jeher als Einwanderungsquartier. Unterschiedliches lässt Menschen hierher kommen – und wieder weggehen. Der Rundgang führt vorbei an Exotischem und Alltäglichem, an allerlei Reglementen und Geschichten bis an einen der Ränder Berns mitten in der Stadt.
Rundgang mit Schauspiel, Dauer ca. 90 Minuten.

Weitere Informationen unter: www.stattland.ch

Fremde Heimat.
Italienerinnen in Winterthur 1960-70

Der Frauenstadtrundgang Winterthur berichtet, wie italienische Frauen ihre Einwanderung und ihren Alltag in einer für sie neuen, kulturell anderen Umgebung erlebten. Was hat sie bewogen, nach Winterthur zu kommen? Wie haben sie sich mit dem Leben in der Fremde arrangiert? Und wie ist Winterthur für viele Italienerinnen allmählich zur zweiten Heimat geworden?
Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich der zweistündige Rundgang durch das Neuwiesen-Quartier.

Weitere Informationen unter: www.frauenrundgang.ch

Stattreisen Zürich.
Zürcher Exil.

Leben und Überleben von Emigrantinnen und Emigranten im Zürcher Exil zwischen 1848 und 1945. Arbeit und Werk bedeutender Persönlichkeiten – und die Reaktion der offiziellen Schweiz.
Religionen in Zürich.
Auseinander – Gegeneinander – Miteinander: der streitvolle Weg zur multireligiösen Gegenwart.
Weitere Touren in anderen Quartieren und Vororten Zürichs.

Informationen unter: www.stattreisen.ch

 
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Weiterführende Links zum Thema «Integration und Habitat» sind unter der Rubrik «Habitat» der Website www.eka-cfe.ch erhältlich.

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Neuerscheinungen

Migrations- und Integrationspolitik

Integrationsförderung des Bundes – die ersten drei Jahre. Evaluationsbericht.
Eidgenössische Ausländerkommission und Bundesamt für Zuwanderung, Integration und Auswanderung (Hg.)
Was hat die Integrationsförderung der ersten drei Jahre seit Einführung des Integrationskredits gebracht? Welche Schwerpunkte wurden gesetzt und welche Lernprozesse ausgelöst? Die Gesamtevaluation geht diesen Fragen nach und beschreibt Erfahrungen und Erfolge, Prozesse und weiter zu entwickelnde Bereiche. Der Evaluationsbericht wird ergänzt durch eine Einschätzung aus integrationspolitischer Sicht.

Materialien zur Integrationspolitik, Bern: EKA/CFE/CFS 2004.
Bestellungen: eka-cfe@imes.admin.ch.

Migration und Integration: Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz.
Philippe Wanner

Gegen 28% der in der Schweiz wohnhaften Personen waren zum Zeitpunkt ihrer Geburt ausländischer Nationalität: Mehr als ein Viertel von ihnen (526'700 Personen) liess sich im Laufe ihres Lebens einbürgern. Zu den 350'000 in der Schweiz geborenen ausländischen Staatsangehörigen gehören auch 32'500 Kinder unter 15 Jahren, die zur «dritten Generation» zählen. Der sozio-professionelle Status und die familiäre Lebensweise sind stark von der Herkunft abhängig: Migrantinnen und Migranten aus Südeuropa und dem Balkan leben im Allgemeinen in Familienhaushalten mit Kindern, während es sich bei deutschen und französischen Migrantinnen und Migranten häufig um «Singles» handelt. Das sind einige Ergebnisse aus der Analyse der Volkszählung 2000, in welcher Bilanz über die Situation der Migrantinnen und Migranten in der Schweiz und ihre Integrationsmerkmale gezogen wird.

Neuchâtel: Bundesamt für Statistik, 2004, Bestellnummer 001-0027,
CHF 30.-

Integration und Ausschluss.
Schweizerisches Bundesarchiv (Hg.
) /
Die neueste Ausgabe der Zeitschrift «Studien und Quellen» widmet sich dem Thema «Integration und Ausschluss» und nimmt dabei Bezug auf das neu gestartete Nationalfondsprogramm NFP 51. Die Beiträge befassen sich mit den verschiedenen Phänomenen von Integrations- und Ausschlussmechanismen. Dabei werden Themen aufgegriffen, in denen es um die Aufnahme oder Ausgrenzung von gesellschaftlichen Gruppen, um Identität und Alteriät, um Integration oder Ausschluss geht: Rassismus und Antisemitismus, Nationalismus und Staatsbürgerschaft, Delinquenz und Strafvollzug, Disziplinierung von Randständigen oder «Auffälligen».

Zeitschrift Band 29, Bern: Haupt 2003, ISBN: 3-258-06725-2, CHF 44.-

Und es kamen Menschen.
Die Schweiz der Italiener.

Marina Frigerio Martin und Susanne Merhar
Was haben ein bekannter Bildhauer, ein SVP-Nationalrat, eine engagierte Journalistin, ein Schriftsteller und ein ehemaliges Flüchtlingskind gemeinsam? Schang Hutter, Toni Bortoluzzi, Maria Roselli, Franco Supino und Annarella Rotter Schiavetti erzählten den Autorinnen ihre Geschichte als Nachkommen italienischer Einwanderer. Das Buch vereinigt die Porträts von Menschen der ersten, zweiten und dritten Generation von Italienerinnen und Italienern in der Schweiz.
Die Porträts verdeutlichen es: Integration ist ein stiller Prozess – ohne Trommeln und Fahnenschwinger. Langsam wird man gewahr, dass einem die Fremden nicht mehr so fremd sind. Die Geschichte der Italiener in der Schweiz gilt – nach allen mehr oder weniger überwundenen Schwierigkeiten – als Geschichte einer «erfolgreichen Integration».

Zürich: Rotpunktverlag 2004, ISBN: 3-85869-275-1, CHF 38.-

Kampf gegen unerwünschte Fremde.
Von James Schwarzenbach bis Christoph Blocher.

Thomas Buomberger
Kein Abstimmungskampf hat die Schweizer Bevölkerung je so aufgewühlt wie die Abstimmung über die Schwarzenbach-Initiative 1970. Das Volk musste entscheiden, ob es 300'000 Ausländer aus der Schweiz ausweisen wollte. Viele hatten das Gefühl, die Schweiz sei überfremdet. Der Autor geht den Anfängen der Überfremdungsdiskussion nach, analysiert das Phänomen Schwarzenbach und zieht Parallelen zu aktuellen politischen Strömungen, die fremdenfeindliche Positionen vertreten. Thomas Buomberger liefert mit seinem Buch eine Übersicht zum Thema «Überfremdung».

Zürich: Orell Füssli 2004, ISBN: 3-280-06017-6, CHF 49.-

Toleranz im Konflikt.
Geschichte, Gehalt und Gegenwart eines umstrittenen Begriffs.

Rainer Forst
Der Begriff der Toleranz ist umstritten: Für die einen bezeichnet er eine Tugend des gegenseitigen Respekts, für andere ist er Synonym für eine herablassende Haltung oder repressive Praxis. Der Autor zeigt, dass solche Ambivalenzen das Ergebnis einer komplexen Geschichte von philosophischen und sozialen Auseinandersetzungen sind. Die Rekonstruktion dieser Geschichte kann dazu beitragen, so der Autor, eine systematische und kritische Theorie der Toleranz zu entwickeln.

Frankfurt a. M. Suhrkamp 2003.
ISBN: 3-518-29282-X, CHF 35.30

draussen – drinnen – dazwischen. Women of Black Heritage.
Olympe, Feministische Arbeitshefte zur Politik No. 18
Die Ausgabe der Zeitschrift befasst sich mit der besonderen Situation von Schwarzen Frauen. Die «Women of Black Heritage» verstehen sich als aktiven Teil der schweizerischen Gesellschaft. Sie sind mit dieser auf vielfältige Art und Weise verbunden. Je nach biografischen und situativen Kontexten sind sie «drinnen», «draussen» oder «dazwischen». Die Beiträge analysieren das Schwarzsein aus verschiedenen Blickwinkeln und zeigen auf, dass Ausgrenzung oft subtil geschieht.

Zürich: Olympe 2003, Bestellungen@olympeheft.ch, CHF 21.-

Multikulturelle Identität: Integration statt Anpassung.
Psychoscope No. 3/2004
Die Sondernummer von Psychoscope thematisiert in einem Dossier Fragen der multikulturellen Identität aus psychologischer Sicht. Wie wichtig ist «Kultur» für Therapie und Sozialarbeit? Über welche Ressourcen verfügen Migrantinnen und Migranten? Welche Strategien sind einzuschlagen, wenn Menschen ausländischer Herkunft sich «lost in translation» fühlen? Fachleute aus Psychologie und Psychotherapie versuchen Antworten darauf zu geben.

Bern: Zeitschrift der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen / psychoscope@psychologie.ch, CHF 8.50

Prominente Flüchtlinge im Schweizer Exil.
Bundesamt für Flüchtlinge (Hg.)
Die humanitäre Tradition, Verfolgten Schutz zu gewähren, ist Teil des Schweizer Selbstverständnisses geworden. Diese Tradition reicht weit vor die Gründung des schweizerischen Bundesstaates zurück. Die moderne Schweiz hat seit der Mitte des 19. Jahrhunderts das humanitäre Denken fortgesetzt und zahlreichen Menschen in Not Aufnahme und Sicherheit gewährt. In besonders ausgeprägtem Ausmass wurde das Land im 20. Jahrhundert zum Zufluchtsort für zahlreiche Flüchtlinge. Die traditionell humanitäre Politik der Schweiz wird aber überschattet von den Ereignissen während des Zweiten Weltkrieges, als zwar eine grosse Anzahl von Flüchtlingen Aufnahme fand, zahlreichen an Leib und Leben bedrohten Menschen die Schutzgewährung aber versagt wurde.
Unter den Schutzsuchenden finden sich seit jeher Personen, die einen hohen Bekanntheitsgrad hatten. Unter ihnen waren Bertolt Brecht, Thomas Mann, Ignazio Silone und Agota Kristof.

Bern: BBL 2003, ISBN: 3-9522901-0-6, CHF 32.-

Die Schweiz in der Vernehmlassung. Warum wir sind, wie wir sind.
Gerda Wurzenberger und Nicole Schiferer (Hg.)
Wie kann das funktionieren: eine radikal direkte Demokratie ohne jede formelle Opposition, keine Obrigkeit, jeder redet mit – und der Konsens regiert. Ein derart ausgeklügeltes politisches System wie das schweizerische ist nicht nur schwer zu erklären, es fördert und erfordert auch besondere Eigenschaften der Staatsbürgerinnen und -bürger. Die 21 erzählerischen Essays (u.a. von Ruth Schweikert, Martin Heller, Maja Beutler, Joachim Rittmeyer, Carol Franklin), illustriert von Anna Sommer und ergänzt mit einem prägnanten Glossar der politischen Redensart, regen zu einer lustvollen Auseinandersetzung mit dem schillernden Sonderfall Schweiz an.

Zürich: Kein & Aber 2003, ISBN: 3-0369-5114-8, CHF 38.-


Bildung

Schul- und Bildungslaufbahn von immigrierten «leistungsschwachen» Schülerinnen und Schülern.
Sonja Rosenberg, Rolf Lischer, Winfried Kronig, Michel Nicolet, Alois Bürli, Peter Schmid, Regina B. Bühlmann

Der Bericht enthält die anlässlich des Convegno der EDK von 2002 gehaltenen Referate zur Problematik von «leistungsschwachen» Kindern und wie deren Situation verbessert werden könnte. Von Interesse sind insbesondere die schlussfolgendernden Empfehlungen, die die Selektionsmechanismen in der Schule kritisch beleuchten.

EDK/CDIP: Bern 2003, www.edk.ch CHF 15.-

Wege in die nachobligatorische Ausbildung.
Die ersten zwei Jahre nach Austritt aus der obligatorischen Schule. Zwischenergebnisse des Jugendlängsschnitts TREE.


Bildungsmonitoring Schweiz (Hg.)
Wie vollziehen Jugendliche in der Schweiz den Übergang von der obligatorischen Schule in weiter führende Ausbildungen? Wer schlägt welche nachobligatorischen Ausbildungswege ein, mit welchem Erfolg und mit welchen Schwierigkeiten? Die Publikation enthält einen speziellen Beitrag zur Situation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Neuchâtel: Bundesamt für Statistik 2003.
ISBN 3-303-15309-4 Bestell-Nr. 602-0000 (d), CHF 18.-

Neue Wege der sprachlichen Frühförderung von Migrantenkindern.
Zvi Penner
Leitfaden für Eltern und Lehrkräfte zur sprachlichen Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund.

Berg: kon-lab 2003, ISBN: 3-906864-00-6, CHF 24.80

Brückenangebote: Struktur und Funktion. Die Rolle von Geschlecht und Nationalität. Projekt im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms Bildung und Beschäftigung.
Josef Martin Niederberger unter Mitarbeit von Christin Achermann
Zwischen den Grenzen von Schule und Wirtschaft hat sich im Laufe des letzten Jahrhunderts fast unbemerkt, von der Wissenschaft nicht beschrieben und von der bildungspolitischen Diskussion kaum berührt, der schulische Bereich der Brückenangebote etabliert. Der NFP-Bericht versucht die Welt der Brückenangebote aus einer institutionellen und individuellen Perspektive zu analysieren.

Neuchâtel: Schweizerisches Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien SFM, 2003, Forschungsbericht 30, CHF 30.-
Download: www.sfm.ch

Die zweite Generation: Etablierte oder Aussenseiter?
Biografien von Jugendlichen ausländischer Herkunft.

Anne Juhasz und Eva Mey
Im Mittelpunkt des Buches stehen Biographien von Jugendlichen ausländischer Herkunft in der Schweiz. Die Auswertung der erzählten Lebensgeschichten zeigt, dass insbesondere das Erlangen einer höheren Stellung im sozialen Raum, aber auch die Suche nach Zugehörigkeit und Anerkennung sowie Erfahrungen von sozialem Ausschluss und Diskriminierung wichtige Themen in den Biographien der zweiten Generation darstellen. Erkennbar wird ein komplexes Ineinandergreifen von sozialen Aufstiegs- und Ausschlussprozessen, das sich je nach sozialem Ort, an dem sich die Jugendlichen befinden, anders gestaltet. Die Analysen der erzählten Lebensgeschichten machen deutlich, wie und durch welche Mechanismen soziale Positionen erlangt, zugeteilt und reproduziert werden. Damit rücken die Fragen ins Zentrum, wie sich «Klasse» und «nationale Herkunft» als Kategorien sozialer Ungleichheit im biographischen Verlauf verschränken und in welchem Verhältnis individuelles Handeln und strukturell bestimmte Möglichkeiten zueinander stehen.

Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2003, ISBN: 3-531-14101, CHF 52.20

Arbeit

Integration am Arbeitsplatz in der Schweiz. Probleme und Massnahmen.
Janine Dahinden, Rosita Fibbi, Joëlle Moret, Sandro Cattacin
Der Bericht ist das Resultat einer Studie zur Integration von Migrantinnen und Migranten der ersten Generation am Arbeitsplatz in der Schweiz. Darin wird aufgezeigt, welche Probleme existieren und durch welche Massnahmen und Lösungen die verschiedenen Akteure die Integration der Zugewanderten am Arbeitsplatz unterstützen können. Gleichzeitig werden Empfehlungen präsentiert, wie Interkulturalität und Gleichbehandlung am Arbeitsplatz umgesetzt werden könnten.

Neuchâtel: SFM 2004, Forschungsbericht, CHF 30.—
Download: www.sfm.ch.

Wirkungen von Beschäftigungsprogrammen für ausgesteuerte Arbeitslose.
Daniel C. Aeppli, Roli Kälin, Walter Ott und Matthias U. Peters
Sind Beschäftigungsprogramme für ausgesteuerte Arbeitslose ein geeignetes Instrument zur beruflichen Wiedereingliederung dieser Personengruppe? Sind sie ein geeignetes Instrument zur sozialen Wiedereingliederung der ausgesteuerten Menschen? Inwieweit werden durch solche Beschäftigungsprogramme bestehende reguläre Stellen bzw. Firmen konkurrenziert? Dies waren die drei hauptsächlichen Fragestellungen, denen das Forschungsprojekt «Wirkungen von Beschäftigungsprogrammen für ausgesteuerte Arbeitslose» im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms (NFP) 45 «Probleme des Sozialstaats» des Schweizerischen Nationalfonds nachging. Die Studie umfasste die Kantone Basel-Stadt und Genf und die Stadt Zürich. Das nun vorliegende Buch stellt die Resultate, Schlussfolgerungen und Empfehlungen dieser Forschungsarbeit vor.

Zürich/Chur: Verlag Rüegger 2004, ISBN: 3-7253-0767-9, CHF 45.-

Sexarbeit tabuisiert – zum Nachteil der Frauen,
Eine juristische Analyse von Straf- und AusländerInnenrecht.

Susanne Bertschi
Die Studie untersucht die rechtlichen Hürden, die sich auf die Sexarbeit beziehen. Im Fokus steht die Frage, wie die Ausbeutung der Frauen weitgehend verhindert und der Frauenhandel unterbunden werden kann. Dabei wird auf internationale Konventionen und Deklarationen Bezug genommen.

Bulletin 7 des NFP 40 «Gewalt im Alltag»
Zu beziehen beim Schweizerischen Nationalfonds: www.nfp40.ch.

Gesundheit

Migration – eine Herausforderung für Gesundheit und Gesundheitswesen.
Departement Migration, Schweizerisches Rotes Kreuz (Hg.)
Die Beratung und Behandlung von Personen mit einem Migrationshintergrund stellt an das Gesundheitswesen und sein Fachpersonal neue Anforderungen. Die verschiedenen Beiträge beleuchten die unterschiedlichen Praxisfelder und theoretischen Ansätze. Diskutiert werden dabei die Möglichkeiten institutioneller Anpassungen an die Gegebenheiten einer pluralistischen Gesellschaft, die sprachliche Verständigung als Integrationsinstrument oder der Zugang zum Gesundheitswesen für Personen mit unsicherem Aufenthaltsstatus wie Asyl Suchende oder Sans-Papiers-Frauen. Weitere Beiträge befassen sich mit der Traumatisierung von Kriegs- und Folteropfern sowie der spezifischen Thematik alternder Zugewanderter im schweizerischen Gesundheitssystem.

Zürich: Seismo 2004, ISBN 3-03777-033-3, CHF 29.-

Needed Basic Research in «Migration and Health» 2002-2006 in Switzerland.
Jenny Maggi, in collaboration with Sandro Cattacin
In spite of its recent expansion, the amount of scientific literature on migration and health remains limited in Switzerland. Identifying lack of research is particularly important, since appropriate measures can only be implemented if they have scientific foundation and support. The aim of the present study is to identify priority areas and related issues of problem-oriented basic research that need to be addressed in Switzerland.
Neuchâtel: SFM 2003.

Scientific Report 29, CHF 20.-, Download: www.sfm.ch

Ratgeber

Auswandern im Alter.
Acht Lebensgeschichten von Schweizer Senioren an der Costa Blanca – ein Lesebuch und Ratgeber.

Andreas Huber
Wer selber mit dem Gedanken spielt, den Lebensabend in Spanien zu verbringen, bekommt in den Geschichten – sozusagen aus erster Hand – Informationen zum Alltag und Leben von acht Schweizer Rentnerinnen und Rentnern an Spaniens Küsten. Das Buch enthält einen Serviceteil mit nützlichen Informationen über die Auswanderungsvorbereitung, Sozial- und Krankenversicherung, Steuern, Immobilienkauf und weitere Themen.

Zürich: Seismo 2004, ISBN 3-03777-000-7, CHF 38.-

Information für Cabaret-Tänzerinnen.
Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (Hg.)
Das Informationsfaltblatt (in 16 Sprachen) für Cabaret-Tänzerinnen ist neu aufgelegt worden. Das Faltblatt gibt den Ausländerinnen mit einer Cabaret-Tänzerinnen-Bewilligung (L-Ausweis) Auskunft über ihre Rechte in der Schweiz. Über folgende Bereiche wird informiert: Aufenthaltsstatus, Arbeitsvertrag, Prostitution, Opferschutz, Sozialversicherungen, Steuern, Wohnen Schwangerschaft/Mutterschaft und Vaterschaftsklage.

Bestellungen: www.equality-office.ch.

Der Rote Faden. Für anerkannte Flüchtlinge. Ein Leitfaden durch die Schweiz.
Bundesamt für Flüchtlinge (Hg.)
Die Broschüre gibt kurz und verständlich Auskunft zu den wichtigsten Fragen des Alltags, der Politik, des Gesundheitswesens, der Bildung, des Asyls und der Integration und weist auf nützliche Adressen hin.

Bestellungen: BBL, 3003 Bern, Nr. 415.015 (d/f/i/e), CHF 8.25.

Kommentierte Literaturliste und Buchbesprechungen zu binationalen Themen.
Interessengemeinschaft Binational (Hg.)
Das Heft liefert eine Fülle von Literatur mit Kurzbeschreibungen zu Themen rund um binationale Partnerschaften. Aufgelistet werden sowohl Sachbücher zu Fremdheit in interkulturellen Paarbeziehungen und mehrsprachiger Erziehung wie auch eine Zusammenstellung von belletristischen Werken mit spannenden Liebesgeschichten über die Grenzen hinweg.

Zürich: IG Binational 2004.
Gratis, zu bestellen bei: versand@ig-binational.ch



Belletristik und Erfahrungsberichte

Den Wasserspiegel schneiden. / Sot il pêl da l’âga.
Leonardo Zanier
Gedichte Friaulisch/Deutsch, mit italienischer Übersetzung des Autors zu den originalsprachigen Gedichten.
Der Band versammelt Gedichte des Friulaners Leonardo Zanier, die zwischen 1960 und 2000 entstanden sind. Zaniers Gedichte führen zu menschlichen Grundfragen. Sie handeln von Menschen unterwegs, von Ausgegrenzten und Gezeichneten, fremd in der Fremde und fremd in ihrer Heimat, von Menschen im Krieg, von Liebenden und Geliebten. Zaniers Poesie ist lyrisches Kondensat der Geschichte des Friauls/Karniens von der Zeit des Zweiten Weltkriegs bis auf den heutigen Tag. Und seine Gedichte begleiten das Leben italienischer Emigranten in der Schweiz der Nachkriegszeit.

Zürich: Limmatverlag 2002. ISBN 3-85791-379-7, CHF 44.-

Eine italienische Familie.
Franca Magnani
Franca Magnani, die mit ihren Eltern mehrere Jahre im Schweizer Exil lebte, erzählt die Geschichte ihrer Familie, die sich gegen den Faschismus in Italien engagierte. Die Aufzeichnungen sind auch ein Dokument, wie sich die Schweiz während des Zweiten Weltkriegs aus der Optik einer jungen Ausländerin darstellte, und sind somit auch ein Kapitel sowohl der schweizerischen wie auch der italienischen Geschichte.

Köln: Kiepenheuer & Witsch 2002 (3. Auflage).
ISBN: 3-462-03045-0, CHF 18.30

Flut.
Ruth Wälti
Anna, die Erzählerin, zieht in eine neue Wohnung und findet auf dem Küchenschrank die Aufzeichnungen ihrer Vorgängerin. Es ist das Tagebuch von Miriam, der sie bei der Lektüre näher kommt. Miriam schrieb ihre Eintragungen, als sie auf den Entscheid wartete, ob sie Asyl erhalten würde. Die Texte der Asylsuchenden wechseln sich ab mit den Überlegungen der Leserin Anna, die ihr eigenes Weltbild in Frage zu stellen beginnt.

Frankfurt a.M.: Cornelia Goethe Literaturverlag 2004.
ISBN: 3-8267-5456-5, CHF 16.30


Vielleicht werden wir ja verrückt.
Ulla Berkéwicz

Weltweit offenbaren die Völker ihre gefährlichste Gemeinsamkeit in einem archaisch anmutenden, blutigen Fundamentalismus. Ulla Berkewicz fordert in ihrem Essay den Mut zur Sorge um das, was an uns verloren geht, wenn wir dem Verbund von technokratischem Nihilismus und archaischem Fanatismus nicht widerstehen. Orientierung in einer wie im Rausch sich beschleunigenden Reaktionskette sucht sie in einer tiefgreifenden Analyse religiöser Überlieferung, in der Auslegung von Quellen aus dem Talmud, dem Koran und der Bibel, im Studium historischer und gegenwärtiger islamischer und jüdischer Quellen und von Material des amerikanischen Sektensumpfes.

Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag, 2002. ISBN 3-518-41379-1, CHF 26.20


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Audiovisuelle Medien

Eigentlich wollten wir nicht lange bleiben
Francesca Cangemi und Daniel von Aarburg
Fünf italienische Ehepaare und sieben Einzelpersonen erzählen im Film ihre Lebensgeschichten. Entstanden ist dabei ein wichtiges Dokument der Oral History.
Eigentlich wollten sie nicht lange bleiben, trotzdem leben alle heute immer noch in der Schweiz: Emigrantinnen und Emigranten der ersten Generation aus ganz Italien. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs sind sie aus verschiedensten Gründen ausgewandert. Die zwölf Geschichten erzählen nicht nur von den harten Anfängen, sondern auch davon, dass die Zeit und vor allem die Kinder und Enkelkinder die Wunden der ersten Jahre verheilen liessen und die Integration dieser ersten Generation italienischer Emigrantinnen und Emigranten doch noch möglich machte.

Zürich: Limmatverlag 2004.
DVD, 72 Minuten, Sprachen Italienisch und Deutsch; Untertitel Deutsch, Italienisch und Französisch.
ISBN: 3-85791-455-6, CHF 49.—

 

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