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Bücher
und Materialien
Thema Gewalt
Untersuchungen
über die Schweiz
Kriminologie Wissenschaftliche und praktische Entwicklungen: gestern, heute, morgen.
S
chweizerische Arbeitsgruppe für Kriminologie SAK
B. F. Brägger, N. Capus, S. Cimichella, R. Maag, N. Queloz, G. Schmid (Hg./éd.)
Die Schweizerische Arbeitsgruppe für Kriminologie nimmt ihr 30-jähriges Bestehen zum Anlass, in Form des vorliegenden Tagungsbandes eine Zwischenbilanz zu ziehen sowohl in theoretischer Hinsicht, was Methoden, Forschung und Wissen betrifft, als auch in praktischer Hinsicht bezüglich Technik, Weiterbildung und Berufsgattungen.
Ein erster Teil behandelt die im 19. Jh. verwurzelte Zwangsvorstellung, dass das kriminelle Individuum ein spezieller Menschentypus sei. Im Gegenwartsteil stehen das immer stärker werdende Sicherheitsbedürfnis und die Hinwendung zu den Opferrechten im Zentrum. Schliesslich werden mögliche zukünftige Entwicklungstendenzen in der Kriminologie skizziert.
Chur/Zürich, Verlag Rüegger 2004
ISBN 3-7253-0771-7, CHF 55.10
Zwischen Mediation und Lebenslang. Neue Wege in der Kriminalitätsbekämpfung.
Schweizerische Arbeitsgruppe für Kriminologie SAK/ Groupe suisse de travail de criminologie GSC
Volker Dittmann / André Kuhn / Renie Maag / Hans Wiprächtiger (Hg. /éd.)
Der Vorentwurf der Revision des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafgesetzbuches sieht eine Ausdifferenzierung des Sanktionensystems vor (Geldstrafe nach Tagessätzen, gemeinnützige Arbeit als Kriminalstrafe, Verzicht auf kurze Freiheitsstrafen, Einführung des teilweise bedingten Vollzugs, Erleichterung der Verwahrung usw.). Welche Zwecke stehen bei diesen Sanktionen im Vordergrund? Vorbeugen? Vergelten? Verwahren? Resozialisieren? Wiedergutmachen? Versöhnen? Das vorliegende Buch enthält sämtliche am SAK-Kongress 2002 gehaltenen Referate und will die Diskussion über den Sinn und den Umgang mit Sanktionen neu beleben.
Chur/Zürich, Verlag Rüegger 2002
ISBN 3-7253-0724-5, CHF 55.10
Mehr Sicherheit weniger Freiheit? Ermittlungs- und Beweistechniken hinterfragt.
Schweizerische Arbeitsgruppe für Kriminologie SAK/ Groupe suisse de travail de criminologie GSC
Ursula Cassani / Volker Dittmann / Renie Maag / Silvia Steiner (Hg./éd.)
Dürfen wir alles, was wir können? Diese Frage stellte sich die Schweizerische Arbeitsgruppe für Kriminologie an ihrer Jahrestagung 2003 angesichts der Entwicklung immer perfekterer Ermittlungs- und Beweistechniken (DNA-Analyse, breite Überwachung des Fernmeldeverkehrs und des elektronischen Datenflusses, Videoüberwachung im öffentlichen Raum, usw.) Dabei wird oft zu wenig reflektiert, ob damit wirklich mehr Sicherheit zu erreichen ist oder ob damit nicht vielmehr ein eher bescheidener Zugewinn mit gravierenden Freiheitseinschränkungen für uns alle verbunden ist.
Chur/Zürich, Verlag Rüegger 2003
ISBN 3-7253-0739-3, CHF 55.10
Häusliche Gewalt.
Erscheinungsformen, Ausmass und polizeiliche Bewältigungsstrategien in der Stadt Zürich.
Silvia Steiner
Das Buch von Silvia Steiner befasst sich umfassend mit allen Aspekten des Kriminalitätsphänomens der Häuslichen Gewalt. Mittels Auswertung aller 907 Interventionen der Stadtpolizei Zürich wegen Häuslicher Gewalt in den Jahren 1999 bis 2001 gelangt die Autorin zu Resultaten, die vor allem für den Strafrechtspraktiker interessant sind und zur Professionalisierung der polizeilichen Arbeit in dieser Thematik beitragen können. Chur/Zürich, Verlag Rüegger 2004
ISBN 3-7253-0784-9, CHF 45.-
Häusliche Gewalt und ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Schweiz. Intervention Prävention Postvention.
Arbeitsgemeinschaft gegen die Ausnützung von Abhängigkeitsverhältnissen AGAVA (Hg.)
Etliche Kantone arbeiten zurzeit an neuen Gewaltschutz-Gesetzen, mit denen die Häusliche Gewalt nachhaltig verringert werden kann. Statistiken, die in diesem Zusammenhang entwickelt worden sind, zeigen auf, dass der Anteil von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowohl unter Opfern wie Tätern ausserordentlich hoch ist. Im Rahmen des AGAVA-Studientages/Kongresses im November 2004 in Zürich wurden Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Fachgebieten um eine Stellungnahme zu diesem Sachverhalt gebeten. Die Textsammlung enthält die acht thematischen Referate sowie weitere Materialien zum Thema Häusliche Gewalt mit dem Fokus auf die ausländische Bevölkerung. Trotz einigen kohärenten Einschätzungen führten die unterschiedlichen Blickwinkel zu keiner übereinstimmenden Antwort.
Zürich, AGAVA 2005
Bezug: info@agava.ch, ca. CHF 15.-
Migrantinnen: Aufenthaltsrecht und häusliche Gewalt.
Christina Hausammann
Von Häuslicher Gewalt betroffene Frauen riskieren den Verlust ihrer Aufenthaltsbewilligung, wenn sie sich von ihrem Ehemann trennen. Um ihren Aufenthaltsstatus nicht zu gefährden, bleiben sie oftmals in der gewalttätigen Beziehung. Unter dem Gesichtspunkt des Opferschutzes ist diese Situation stossend. Die kantonale Fachkommission für Gleichstellungsfragen Bern beauftragte die Expertin Christina Hausammann, eine Auslegeordnung der relevanten Bestimmungen zu erstellen und den bestehenden Handlungsspielraum der Behörden auszuloten.
Bern, Kantonale Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2004
Expertinnenbericht und Empfehlungen an die kantonalen Polizeibehörden
Gewalt zwischen Polizei und Bevölkerung.
Einflüsse von Arbeitsbelastungen, Arbeitszufriedenheit und Burnout auf polizeiliche Gewaltausübung und Opfererfahrungen.
Patrik Manzoni
In einer für die Schweiz erstmalig durchgeführten Studie werden Zusammenhänge zwischen Arbeitsbelastungen und Gewalterfahrungen der Polizei untersucht. Hierzu wurden Polizeibeamte der Stadtpolizei Zürich schriftlich befragt. Zusätzlich wurden in einer Aktenanalyse Strafuntersuchungen gegen Polizisten wegen Gewalt sowie Anzeigen gegen Personen, die Polizeibeamten drohten oder diese angriffen, untersucht. Die Studie präsentiert erstmals Zahlen und ermöglicht eine Einschätzung jenseits von Einzelfällen und normativen Bezügen. Die Ergebnisse dieser Studie sind für alle Akteure im Bereich der Polizei und Justiz, Politik und Verwaltung ebenso wie für die kriminologische Forschung von Interesse.
Chur/Zürich, Verlag Rüegger 2003
ISBN 3-7253-0749-0, CHF 46.-
Gewalt in der Schweiz. Studien zu Entwicklung, Wahrnehmung und staatlicher Reaktion.
Manuel Eisner / Patrik Manzoni (Hg.)
Seit der zweiten Hälfte der 80er Jahre ist in der Schweiz Gewalt zu einem zentralen öffentlichen Thema geworden. Der vorliegende Band vereinigt eine Reihe von neuen, vorwiegend empirischen Studien von einer interdisziplinären Gruppe jüngerer Autorinnen und Autoren. Die vorgestellten Themen reichen von der zeitlichen Entwicklung von Gewaltphänomenen über empirische Analysen von Jugendgewalt bis hin zu Forschungen über verschiedene Ebenen der staatlichen Reaktion auf Gewaltdelinquenz.
Chur/Zürich, Verlag Rüegger 1998
ISBN 3-7253-0613-3, CHF 49.-
Lebensqualität und Sicherheit im Wohnquartier.
Manuel Eisner, in Zusammenarbeit mit Patrik Manzoni und Ruth Schmid
Die Studie gibt einen Überblick über zentrale Ergebnisse einer Repräsentativbefragung zum Zusammenhang zwischen Sicherheitsgefühl und Lebensqualität im Stadtquartier, die im März 2000 in Winterthur durchgeführt wurde. Sie bildet eine Grundlage, um die polizeiliche Arbeit besser auf die Bedürfnisse der städtischen Bevölkerung auszurichten. Angereichert mit statistischen Grafiken wird dargestellt, wie sich die Wahrnehmung von Bedrohungen und Problemen zwischen Quartieren unterscheidet, mit welchen Faktoren das Ausmass von Kriminalitätsfurcht zusammenhängt und welche Personengruppen häufiger Opfer von Delikten werden bzw. ihren Alltag besonders stark durch Vermeide- und Schutzverhalten einschränken. Schliesslich zeigt die Studie, welche Massnahmen aus der Sicht der Bevölkerung besonders geeignet wären, die Sicherheit im Wohnquartier zu verbessern.
Chur/Zürich, Verlag Rüegger 2000
ISBN 3-7253-0695-8, CHF 29.70
Jugend und Gewalt.
Ergebnisse einer Befragung von Schülerinnen und Schülern im Kanton Zug.
Martin Willi, Rainer Hornung
Die vom Psychologischen Institut der Universität Zürich durchgeführte empirische Studie geht der in der Öffentlichkeit aktuellen Frage nach der Zunahme von Jugendgewalt nach. Sie hat zum Ziel, die Art und Häufigkeit ausgeübter sowie erlebter Gewalt bei Jugendlichen am Beispiel von Stadt und Kanton Zug zu beschreiben. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Identifizierung von Einflussfaktoren auf Gewalt und Gewaltbereitschaft Jugendlicher (z. B. Persönlichkeitsmerkmale, familiärer und schulischer Hintergrund, Peergroup und Freizeitverhalten). Schliesslich werden Ansatzpunkte für präventive bzw. korrektive Massnahmen aufgezeigt. Bern et al., Verlag Peter Lang 2002
ISBN 3-906769-88-7, CHF 76.-
Gewalt an Schulen.
Ursachen, Prävention, Intervention.
Matthias Drilling, Peter Friedrich, Hans Wehrli (Hg.)
Dieser Sammelband fasst die Ergebnisse der zweiten nationalen Fachtagung der Stiftung Erziehung zur Toleranz (SET) vom 5. Juni 2001 zusammen. Ziel der Tagung war eine Auslegeordnung von laufenden Forschungen und Projekten, um Erfahrungen und Erkenntnisse zum Thema Gewalt an Schulen unter Wissenschaftlern, Fachleuten der Praxis, Lehrkräften und Schulbehörden auszutauschen. Entstanden ist ein umfassendes Handbuch, welches Erziehungsfachleuten, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Juristinnen und Juristen, Politikerinnen und Politikern Gelegenheit bietet, sich in die Ursachenforschung von Gewalt, Vandalismus und Rassismus sowie in präventive Handlungskonzepte zu vertiefen.
Zürich, Verlag Pestalozzianum 2002
ISBN 3-907526-95-3, CHF 39.-
Strafen.
Ein Buch zur Strafkultur der Gegenwart.
Stapferhaus Lenzburg (Hg.)
Das Buch zur gleichnamigen Ausstellung vom 28.10.2004 bis zum 25.4.2005 in Lenzburg beleuchtet die gegenwärtige Strafkultur von vier Seiten: Strafdebatte, Strafzweck, Strafmethode und Straferfahrung. Dabei werden die wichtigsten historischen Veränderungen beleuchtet und auf kulturelle Unterschiede verwiesen. Zahlreiche Erfahrungsberichte von Bestraften und Strafenden, illustriert mit Schwarzweissaufnahmen, ergänzen die wissenschaftlichen Beiträge und bieten nebst einer interdisziplinären fachlichen Auseinandersetzung auch emotionale Zugänge zum Thema. Dem Leser werden keine Rezepte geliefert, sondern Anregungen zu einer Auseinandersetzung mit der Strafpraxis als Spiegel gesellschaftlicher und persönlicher Werte geboten.
Baden, Verlag hier + jetzt 2004
ISBN 3-906419-82-7, CHF 48.-
Bestrafungsverhalten von Erziehungsberechtigten in der Schweiz, vergleichende Analyse 1990/2004.
Dominik Schöbi, Prof. Meinrad Perrez
Die im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherung durchgeführte Studie konstatiert eine allgemeine Abnahme der Körperstrafen von Schweizer Eltern gegenüber ihren Kindern in den letzten 15 Jahren. Trotzdem werden vor allem Kleinkinder immer noch in einem Besorgnis erregenden Umfang körperlich bestraft. Die Autoren verweisen deshalb auf die Notwendigkeit von Präventionsmassnahmen. Zu den «relevanten Faktoren hinsichtlich der Disposition zur Körperbestrafung» zählen die Autoren das Alter von Eltern und Kindern, das Geschlecht der Kinder und das Ausmass der Berufstätigkeit der Eltern.
Unveröffentlichter Bericht, eine elektronische Version kann bestellt werden bei www.unifr.ch/psycho/Klinisch/ oder bei dominik.schoebi@unifr.ch
Opferhilfe in der Schweiz / Erfahrungen und Perspektiven
Bundesamt für Justiz (Hg.)
Das schweizerische Opferhilfegesetz (OHG), seit dem 1. Januar 1993 in Kraft, hat sich im Grossen und Ganzen gut bewährt. Allerdings hat die Anwendung des Gesetzes auch gewisse Lücken deutlich gemacht. Zurzeit wird an einer Revision gearbeitet. In den Beiträgen zu diesem Band werden verschiedene Erfahrungen mit dem geltenden Recht geschildert und die Herausforderungen beleuchtet, welche die praktische Arbeit zu Gunsten Betroffener mit sich bringt. Einen zweiten Schwerpunkt bildet die Frage nach dem Verhältnis von Opfern und Massenmedien. Zwei Artikel über neuere Entwicklungen auf internationaler Ebene und einer aus dem Fürstentum Liechtenstein setzen die schweizerische Opferhilfe in einen weiteren Kontext. Diskutiert wird schliesslich über Ziele und Inhalte der laufenden Revision des OHG. Dieser Band versammelt die Beiträge der Tagung zur Opferhilfe vom 13./14. März 2003, ergänzt mit sieben weiteren Aufsätzen.
Bern, Haupt Verlag 2004
ISBN 3-258-06726-0, CHF 48.-
Um Leib und Leben.
Gewalt, Konflikt, Geschlecht im Uri des 19. Jahrhunderts.
Töngi, Claudia
Die detailreiche Arbeit über Gewalt und Geschlecht entfaltet vielfältige Bezüge zur Alltags- und Sozialgeschichte einer alpin-bäuerlichen Gesellschaft in der wirtschaftlich-kulturellen Umbruchzeit des 19. Jahrhunderts. Das Buch erlaubt Einblicke in die unspektakuläre Seite alltäglicher physischer Gewalt, in die Wert- und Normvorstellungen der Menschen jener Zeit wie auch in die institutionellen und diskursiven Strategien der Verschleierung, der Dramatisierung oder der Dämonisierung einzelner Gewaltformen. Gleichzeitig werden die materiellen Interessen sowie die subjektiven Erfahrung der Beteiligten rekonstruiert. In behutsamen Fallanalysen wird nahe an den Quellentexten die Vielschichtigkeit gewalthafter Konflikte freigelegt. Die Autorin unterteilt in drei Arenen der Gewalt, denen sie je einen Teil des Buches widmet: das Dorf, das Haus und die Sexualität, wobei das Hauptaugenmerk immer auf dem Verhältnis von Gewalt und Geschlecht liegt. Eine Schlussfolgerung bezeichnet die Art des gewalttätigen Handelns von Frauen und Männern als Konsequenz des alltäglichen Rollenverhaltens.
Zürich, Chronos 2004
ISBN 3-0340-0663-2, CHF 68.-
Prügeljugend Opfer oder Täter?
Eidg. Kommission für Jugendfragen EKJ (Hg.)
Der Bericht zeigt die Folgerungen der EKJ nach zwei Jahren intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema «Jugendgewalt». Es wird festgestellt, dass zunehmende Gewalt ein allgemeines Phänomen ist und Jugendgewalt nur ein kleiner Teil davon ausmacht, was stark im Widerspruch zur öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion steht. Es wurden wichtige Zusammenhänge aufgedeckt, wie zum Beispiel der Einfluss des Grades der Integration auf den Umgang mit Gewalt. Die EJK fordert als zentrale Zielsetzung den Einbezug von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse.
Bern, Eidg. Kommission für Jugendfragen, Bundesamt für Kultur 1998
(neu: Eidg. Kommission für Kinder- und Jugendfragen EKKJ, Bundesamt für Sozialversicherungen BSV)
Download: www.kultur-schweiz.admin.ch/ekkjcfej/
Rassismus.
Ein historischer Abriss.
George M. Fredrickson
Der amerikanische Historiker George Fredrickson skizziert die Geschichte des rassistischen Denkens vom Antisemitismus des Mittelalters über die Legitimation der europäischen Expansion und der Sklavenwirtschaft bis hin zur Rassenhygiene der Nationalsozialisten. Die neusten Entwicklungen zeigen, wie an Stelle des biologistischen Rassenbegriffs nun eine ethnozentrische Ideologie der unvereinbaren Kulturen tritt, oder wie versucht wird, durch positive Diskriminierung Rassismus aufzuheben. Es gelingt ihm, in der wissenschaftlich fundierten aber knapp gehaltenen Studie dem Laien den strapazierten Begriff Rassismus näher zu bringen und ihn von anderen Erscheinungen wie religiöser Intoleranz oder Xenophobie abzugrenzen. Er schliesst seinen Abriss mit folgender Definition: «Wollten wir eine knappe Formulierung wagen, so könnten wir sagen, dass Rassismus vorliegt, wenn eine ethnische Gruppe oder ein historisches Kollektiv auf der Grundlage der Differenzen, die sie für erblich und unveränderlich hält, eine andere Gruppe beherrscht, ausschliesst oder zu eliminieren versucht.»
Hamburg, Hamburger Edition 2004
ISBN 3-930908-98-0, CHF 31.90
Schwarze Menschen in der Schweiz. Ein Leben zwischen Integration und Diskriminierung.
Carmel Fröhlicher-Stines, Kelechi Monika Mennel
Die Studie beschreibt, wie sich schwarze Menschen in der Schweiz fühlen und mit welchen Problemen sie im Alltag zu kämpfen haben. Auch wenn dunkelhäutige Personen seit langem den Schweizer Pass haben oder gar hier geboren und aufgewachsen sind, empfinden doch viele, dass sie wegen ihres anderen Aussehens nie richtig dazugehören. Die Studie erfasst mit qualitativen Interviews das individuelle Erleben, analysiert mit sozialpsychologischem Ansatz die Wahrnehmungen der Betroffenen und beschreibt deren Reaktionsmuster auf erfahrene Verletzungen. Dies wird gut nachvollziehbar durch die im O-Ton wiedergegebenen Zitate. Die Studie wurde von der EKR in Auftrag gegeben und von zwei Forscherinnen durchgeführt, die selber der Zielgruppe angehören.
Bern, Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR / Commission fédérale contre le rassisme CFR 2005
Bestellung/Commande: Sekretariat EKR, GS-EDI, 3003 Bern, ekr-cfr@gs-edi.admin.ch , CHF 10.-
Download: www.edi.admin.ch/ekr
Violence experienced by women in Switzerland over their lifespan.
Martin Killias, Jaqueline De Puy, Mathieu Simonin
There is relatively little academic research in Switzerland on violence against women. Initial investigations began in the 1990s, and since then have suggested that over 20% of women in Switzerland report acts of physical and/or sexual violence by any partner during their lifetime. To date the research has focused on domestic violence with little attention to aggression in other relationships and in the streets. The IVAWS project, of which the Swiss results are the first to be published, will constitute an important innovation because it will provide for the first time an international overview of different types of victimizations that affect women, including unreported cases. The results show that violence against women is not necessarily concentrated at home, and that characteristics of perpetrators are more important than victims' background and behaviour. Moreover, as the IVAWS was designed specifically to collect data on female victimization as part of an international, comparative study, this research will help to understand the dynamics of violence against women both at home and outside. The results question certain current perceptions and may have important implications for prevention and policy responses both nationally and worldwide.
Bern, Stämpfli Verlag AG 2004
ISBN 3-7272-9481-7, CHF 38.-
Internationale Perspektiven
Migration von Frauen und strukturelle Gewalt.
Formen struktureller Gewalt, denen Migrantinnen in Österreich ausgesetzt sind, die aus unterschiedlichsten Gründen hierher gekommen sind. Dokumentation eines Symposiums in Wien 2002.
Arbeitsgruppe Migrantinnen und Gewalt (Hg.)
Weil sie aus politischen, religiösen, ethnischen Gründen oder einfach wegen ihres Geschlechts verfolgt werden, bleibt vielen Frauen keine andere Wahl, als ihre Heimat zu verlassen. Sie fliehen vor Hunger, Krieg, Naturkatastrophen oder Armut. Nicht zuletzt treibt die ökonomische Zwangslage Frauen in die Migration, um die eigene Existenz und die ihrer Angehörigen zu sichern. In Österreich erwartet Migrantinnen allerdings neben fehlender Unterstützung und einer oft feindlichen Einstellung ausserdem eine restriktive Gesetzgebung. Das bedeutet für viele Frauen, die vor Gewaltstrukturen geflohen sind, hier anderen Formen von Gewalt ausgesetzt zu sein. Die hier versammelten Beiträge gehen der Frage nach, wie sich strukturelle Gewalt Frauenhandel, Gewalt an Migrantinnen in den Familien sowie rigide gesetzliche Massnahmen auf Frauen auswirken, die nach Österreich kommen und dort leben möchten.
Wien, Milena-Verlag 2003
Reihe Dokumentation Band 27
ISBN 3-85286-112-8, CHF 32.50
Gewalt in der Familie.
Für und Wider den Platzverweis.
Helmut Kury, Joachim Obergfell-Fuchs (Hg.)
Die Forschungsergebnisse zum Thema «Gewalt in der Familie» leiteten ein Umdenken hinsichtlich des Täter-Opfer-Bildes ein: Frauen werden nicht mehr nur in der Opferrolle gesehen, Männer nicht nur in derjenigen des Täters. So spiegelt auch der zunehmend häufiger verwendete Begriff «Familiäre bzw. Häusliche Gewalt» die Wechselseitigkeit gewalttätiger Beziehungen wider. Bisher praktizierte Lösungen wurden weiterentwickelt, neue Vorgehensweisen werden erprobt. Zu Letzteren gehört der «Platzverweis» (in der Schweiz «Wegweisung» genannt), mit dem in den USA, aber auch in europäischen Ländern gute Erfahrungen gemacht werden. Der Band enthält internationale Beiträge zur Gewalt in der Familie und vor allem zum Platzverweis. Es werden Erfahrungen aus verschiedenen Ländern vorgestellt, sowie Vor- und Nachteile sowie Probleme dieser Form des polizeilichen Einschreitens bei familiären Gewalttaten kritisch diskutiert.
Freiburg i. B., Lambertus-Verlag 2005
ISBN 3-7841-1565-9, CHF 38.60
Junge Zuwanderer und Kriminalität in Berlin.
Bestandsaufnahme-Ursachenanalyse-Präventionsmassnahmen.
Frank Gesemann
Die Studie entstand im Rahmen des transnationalen EU-Projektes Hippokrates, bei welchem Partnerinstitutionen der Städte Barcelona und Rom ähnliche Studien durchführten. Sie bietet eine gute Grundlage, um die Diskussion um Gewalt und Kriminalität in Bezug auf Einwanderer zu versachlichen. In einem ersten Teil werden Ergebnisse der nationalen und internationalen Forschung zusammengetragen, anschliessend Zahlen und Fakten zu Deutschland und Berlin präsentiert sowie Empfehlungen für Programme und Massnahmen zur Prävention von Kriminalität und Gewalt in der Zielgruppe vorgestellt. Neben der Auswertung von Forschungsarbeiten und Kriminalstatistiken wurde erstmals eine breit angelegte Befragung unter Polizisten, Sozialarbeiterinnen, Lehrkräften und anderen Fachleuten durchgeführt, um deren Einschätzung, Erfahrungsschatz und Lösungsvorschläge zugänglich zu machen.
Berlin, Der Beauftragte für Integration und Migration 2004
Berliner Beiträge zur Integration und Migration
ISBN 3-938352-00-0, EUR 2.50
Bezug: Integrationsbeauftragter@auslb.verwalt-berlin.de
Probleme der Kriminalität bei Migranten und integrationspolitische Konsequenzen.
Expertise für den Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration (Zuwanderungsrat) der Bundesregierung.
Christian Pfeiffer, Matthias Kleimann, Sven Petersen, Tilmann Schott
Die Expertise zeigt anhand vieler statistischer Tabellen Erkenntnisse zur Kriminalität der Migranten in Deutschland. Sie konzentriert sich auf die drei Komplexe «Kriminalitätsdaten der in Deutschland lebenden Ausländer in Abhängigkeit von Aufenthaltsstatus», «Alter und Geschlecht» sowie dem «Grad der sozialen Integration, der Kriminalität der Aussiedler und der Strafverfolgung der Ausländer». Im Anschluss an die Analysen werden integrationspolitische Konsequenzen erörtert, die sich aus den dargestellten Problemen ableiten lassen.
Hannover, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) 2004
Download: www.kfn.de
Unterrichtsmaterialien zum Thema Gewalt
Strafen. Die unangenehme Pflicht.
Texte und Materialien für Pädagoginnen und Pädagogen.
Karin Frey, Ernst Huber, Sibylle Lichtensteiger, Heinrich Zwicky (Hg.)
Die Publikation skizziert in grossen Zügen eine Geschichte des Strafens, gibt Einblick in Strafkonzepte verschiedener Schulen und Institutionen, wirft einen Blick hinter die Kulissen des Schweizerischen Jugendstrafrechts und beleuchtet Straferfahrungen von Kindern und Jugendlichen. Sie schliesst mit konkreten Anregungen zum Einbezug des Themas «strafen» in den Unterricht. Sie liefert aber kein ABC des Strafens, sondern soll zur Reflexion der eigenen Strafpraxis anregen und als Orientierungshilfe dienen. Die Texte und Materialien sind in Zusammenhang mit der Ausstellung strafen (vom 29. Oktober 2004 bis 25. April 2005 im Stapferhaus Lenzburg) entstanden.
Zürich, Verlag Pestalozzianum 2004
ISBN 3-03755-030-9, CHF 35.-
Hauen ist doof.
Charles Smit
Schon im Kindergarten hauen die Kids aufeinander ein. Diese Aggression macht uns manchmal hilflos. Aber Gewalt kann man nicht verbieten. Verbieten heisst allenfalls, einen Deckel übers Pulverfass zu legen. Es gilt, Erfahrungen zu organisieren, die zeigen, dass es auch friedlich geht. Dies kann spielerisch geschehen: Das Basteln eines Klassenmobiles mit dem Foto jedes einzelnen stärkt das Gruppengefühl. Das Aufhängen von Kärtchen mit Gesichtern, die Trauer, Glück, Ärger oder Freude widerspiegeln, erleichtert das Ausdrücken eigener Gefühle etc. Dieses Buch soll helfen, gegenseitig Respekt, Freundlichkeit, Grosszügigkeit, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl zu fördern. Die Spiele sind für die Kindergartenstufe konzipiert und können problemlos auch von den Eltern mitgemacht oder zu Hause weitergeführt werden.
Mülheim, Verlag an der Ruhr 2005
ISBN 3-86072-953-5, Fachbuch mit Lehrerunterlagen, CHF 28.-
Bezug auch beim Schulverlag blmv: www.schulverlag.ch
Julia ist kein Einzelfall. Wie das Opferhilfegesetz Kindern zu ihrem Recht verhilft.
Wormser Helen, Wigger Walter, Schnyder Nadine
In «Julia ist kein Einzelfall» wird beispielhaft das strafrechtliche Verfahren aus der Perspektive eines Opfers erzählt. Damit wird das Opferhilfegesetz auf den Boden der Alltagsrealität gestellt, d. h. es wird für alle nachvollziehbar, wie z. B. eine Untersuchung durchgeführt, ein Strafverfahren abläuft und welche Hilfeleistungen in Anspruch genommen werden können. Der Sachcomic ist eine Orientierungshilfe für Kinder und Erwachsene, aber auch für Fachleute.
Luzern, Verlag für Soziales und Kulturelles 2001
(D) ISBN 3-906413-14-4, CHF 29.80
Respekt.
Autorenteam Bernet Bildung
Zum breiten Thema Respekt haben Lehrpersonen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bundesämtern praxistaugliche Unterrichtsmaterialien für Lernende im 12. bis 15. Lebensjahr entwickelt. Dazu bestehen verschiedene Arbeitmaterialien: Im Themenheft für die Lernenden werden die drei Bereiche: Respektiere ich mich? Respektiere ich andere? Respektiere ich die Umwelt? mit altersgerechten Texten, Beispielen, Geschichten, welche zum Nachdenken anregen, dargestellt. Ziel ist es, dass die Lernenden über ihr Verhalten nachdenken und ihr eigenes Verhalten überprüfen. In der Arbeitsmappe für die Lehrperson sind zu jedem Teilbereich differenzierte Informationen inkl. Literaturtipps und Links vorhanden, und es werden konkrete Möglichkeiten beschrieben, wie der Unterricht gestaltet werden kann. Es liegt eine Werkstatt mit 31 Angeboten vor.
Bernhardzell, Bernet Verlag 2004
Arbeitsmappe für die Lehrperson, inkl. 20 Themenhefte für die Lernenden
ISBN 3-905356-24-4, CHF 36.-
DVD Respekt statt Rassismus.
Fachstelle «Filme für eine Welt»
Neun Kurzfilme aus verschiedenen Ländern stellen auf sehr unterschiedliche Weise Szenen und Geschichten zum Thema Rassismus dar. Zusammen mit den umfangreichen Begleitmaterialien, bestehend aus Hintergrundwissen, Unterrichtsvorschlägen und Arbeitsblättern, bietet dieses Lehrmittel eine ideale Grundlage zur kritischen und differenzierten Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten des Phänomens Rassismus. Schülerinnen und Schüler von der Primar- bis zur Sekundarstufe II sollen Ursachen, Mechanismen und Folgen analysieren, ihre eigene Haltung überdenken und Strategien entwickeln, wie man Rassismus vorbeugen, Vorurteile überwinden, Diskriminierung verhindern und Menschenrechte fördern kann. Filme und Material sind in Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar und eigenen sich deshalb auch gut für den Fremdsprachenunterricht.
Bern, Fachstelle «Filme für eine Welt»
DVD-Video (9 Filme, 140 min.) und DVD-ROM (Begleitmaterialien/ Documents pédagogique/ materiale per l'insegnamento), D/F/I, einige Filme mit Untertiteln in weiteren Sprachen
Bestellung: www.filmeeinewelt.ch/dvd/respekt oder
Stiftung Bildung und Entwicklung: verkauf@bern.globaleducation.ch
Miete CHF 25.-, Kauf CHF 60.- bis 100.-
DVD/Video Familienszenen Wege aus der Gewalt. Eine vierteilige Filmreihe mit Begleitbroschüren zur Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter.
Schweizerische Stiftung für audiovisuelle Bildungsangebote SSAB/FSFA
Die Filmreihe thematisiert Gewalt in Familien und zeigt Ansätze auf, anders mit Konflikten umzugehen und Hilfe zu leisten auf individueller wie auf institutioneller Ebene. Es geht um Gewalt in Familien mit Kleinkindern, Gewalt in unterschiedlichen Milieus und Schichten, Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, um psychische und physische Gewalt. Im zweiten Teil jedes Films werden «kleine Schritte» oder Verhaltensänderungen aufgezeigt, die helfen sollen, einen Ausweg aus der Gewaltspirale zu finden. Begleitbroschüren existieren in den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch, Türkisch, Portugiesisch, Albanisch sowie Serbisch-Kroatisch-Bosnisch.
Bern, Schweizerische Stiftung für audiovisuelle Bildungsangebote SSAB/FSFA 2003
www.familienszenen.ch , www.educa.ch
Bestellung: SSAB / SMD Schmid Media Distribution, Erlachstrasse 21, 3000 Bern 9, hs@schmidmedia.ch, Einzeln CHF 64.- All-in-one CHF 190.-
DVD Weder Bullen, noch Schwarze, noch Weisse.
Ursula Meier
Seit ein paar Jahren wird in Genf ein in seiner Art einmaliges Experiment durchgeführt. In diesem Kanton mit über 50 Prozent Ausländerinnen und Ausländer arbeitet die Polizei mit Vertretern und Vertreterinnen von Migrantengemeinschaften zusammen, um den für das Zusammenleben nötigen Dialog herzustellen. Alain, die Hauptfigur des Films, hat dieses Projekt initiiert. Nachdem er in seiner Jugend Mitglied einer rechtsextremen Partei gewesen war, hat der heute über vierzigjährige joviale Polizist seine Ansichten radikal revidiert. Er plädiert für die Suche nach Lösungen zur interkulturellen Vermittlung, da wo die Repression regelmässig versagt. Ursula Meier gestaltet eine Erzählung, in der sich verschiedene Lebenswege kreuzen und ergänzen. Es ist ein entschieden optimistischer Film in einer von Fremdenhass geprägten Zeit.
Suisse, Ciné Manufacture SA/TSR/ARTE 2002
DVD, 72 Min., F, Untertitel/sous-titres D/E/SP, Arbeitshilfen nur auf Deutsch
Verkauf: www.globaleducation.ch, CHF 55.- bis 75.-
Sackgasse Rassismus.
Didaktische Anregungen anhand von Plakaten eines Wettbewerbs der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR).
Angelica Wehrli
Das praxisorientierte Dossier für Lehrkräfte von Schulkinder zwischen 13 und 15 Jahren, thematisiert verschiedene Formen des Rassismus, Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit. Es setzt sich aus acht illustrierten Unterrichtseinheiten zusammen, welche Antworten liefern auf grundlegende Fragen wie «Was ist Rassismus?» oder «Wann ist eine Ideologie rassistisch?». Durch den einheitlichen Aufbau ist das Dossier handlich und regt Schülerinnen und Schüler wie Lehrkräfte an, eigene Erfahrungen oder Erlebnisse mit einzubeziehen.
Bern, Eidgenössische Kommission gegen Rassismus 2004
Download: www.edi.admin.ch/ekr
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Neuerscheinungen
Migrations- und Integrationspolitik
Das Grundrecht auf Hilfe in Notlagen.
Menschenwürdige Überlebenshilfe oder Ruhekissen für Arbeitsscheue?
Tschudi, Carlo (Hg.)
1995 anerkannte das Bundesgericht erstmals ein ungeschriebenes Grundrecht auf Existenzsicherung, das in der neuen Bundesverfassung von 1999 als Grundrecht auf Hilfe in Notlagen kodifiziert wurde. Die wenigen Gerichtsentscheide zu diesem BV-Artikel lassen noch etliche Fragen offen. Auf einige dieser Fragen versucht der vorliegende Band zu antworten. Besonders interessant ist die politisch aktuelle Frage, ob die Streichung der Sozialhilfeleistungen für Asylsuchende mit Nichteintretensentscheid (NEE), welche im Rahmen der Sparmassnahmen im Asylbereich beschlossen wurde, mit dem Grundrecht auf Hilfe in Notlagen vereinbar ist. Die in juristischer, aber doch verständlicher Sprache verfassten Texte basieren auf Referaten einer Tagung der Fachhochschule Solothurn Nordwestschweiz im April 2004 zu diesem Thema.
Bern, Paul Haupt Verlag 2005
ISBN 3-258-06797-X, CHF 38.-
Prävention irregulärer Migration.
Josef Martin Niederberger, Nicole Wichmann
Technische Zusammenarbeit mit den Grenzorganen der Auswanderungsländer, massenmediale Vermittlung realitätsgetreuer Informationen über die Einwanderungsländer und Entwicklungsprojekte mit Rückkehrern sind die Hauptschienen der Prävention irregulärer Migration.
Neuchâtel, Schweizerisches Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien SFM 2004
Forschungsbericht/Rapport de Recherche 34, CHF 20.-
Download: www.migration-population.ch
Immigration und Integration in Liechtenstein.
Janine Dahinden, Etienne Piguet (Hg.)
Die beiden in diesem Buch publizierten Studien geben zum ersten Mal einen umfassenden Einblick in das Migrationsgeschehen in Liechtenstein. Der erste Beitrag von Claudia Heeb-Fleck und Veronika Marxer arbeitet die liechtensteinische Migrationspolitik in einer historischen Perspektive auf. Janine Dahinden und Etienne Piguet zeigen unter einer statistischen Perspektive zuerst die Entwicklung der Einwanderung in Liechtenstein seit 1970 auf und richten dann den Blick auf den Bestand und die Merkmale der ausländischen Bevölkerung in Liechtenstein. Im letzten Teil der Studie wird das Augenmerk auf die Integrationsprozesse (Beteiligung am Bildungssystem sowie am sozialen und am ökonomischen System) der eingewanderten Bevölkerung gelenkt.
Zürich, Seismo 2004
ISBN 3-03777-024-4, CHF 38.-
Ausgrenzen, Assimilieren, Integrieren.
Die Entwicklung einer schweizerischen Integrationspolitik.
Josef Martin Niederberger
Im Mittelpunkt der Studie steht die rechtliche Entwicklung und politische Diskussion rund um das Thema der Integration von Migrantinnen und Migranten in der Schweiz seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Integrationspolitik wird in der Studie durch Beschreibungen des faktischen Integrationsgeschehens oder seines Ausbleibens vertieft. Josef Martin Niederberger legt mit dieser Studie eine facettenreiche und spannend geschriebene Rekonstruktion vor, die den Hintergrund für das Verständnis heutiger Diskussionen über die Einbeziehung sowie über den Ausschluss von Migrantinnen und Migranten bietet.
Zürich, Seismo, 2004
ISBN 3-03777-003-1, CHF 28.-
Minderjährige Hausangestellte in der Schweiz.
Luzia Jurt
Terre des hommes Schweiz regte an, eine Untersuchung über das gänzlich unerforschte Gebiet der minderjährigen Hausmädchen in der Schweiz durchzuführen. Die qualitative Studie beschreibt die Arbeits- und Lebensverhältnisse dieser jungen Frauen. Dabei werden einerseits die persönliche Sichtweise der Mädchen bezüglich ihrer Situation und andererseits auch die gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen beleuchtet. Wer sind die Arbeitgeber der Mädchen, und unter welchen Bedingungen sind diese zu ihrer Tätigkeit gekommen? Ein weiteres Themenfeld sind soziale Netzwerke der Betroffenen als Schutzraum oder als Ort der Abhängigkeit.
Download: www.fh-aargau.ch
Leben ohne Bewilligung in der Schweiz: Auswirkungen auf den sozialen Schutz.
Denise Efionayi-Mäder, Christin Achermann
Diese Studie befasst sich mit dem sozialen Schutz von so genannten Sans Papiers. Die explorativ angelegte Datenerhebung basiert auf einer kurzen Literaturübersicht, einer umfassenden Dokumentenanalyse sowie auf 60 Interviews mit Fachpersonen aus Behörden, Hilfswerken, Gewerkschaften und anderen Organisationen. Im Zentrum steht die Frage, welche Rechte hinsichtlich der sozialen Sicherheit, der Gesundheitsversorgung und der Schulbildung unabhängig von einer Aufenthaltsberechtigung gelten und wie diese Rechte eingefordert werden können. Am Beispiel der Kantone Zürich und Genf wird analysiert, unter welchen Bedingungen bestehende Rechte geltend gemacht werden können. Ausgehend von Erkenntnissen verschiedener Studien stellen die Autorinnen abschliessend Überlegungen zu politischen Gestaltungsmöglichkeiten und behördlichen Umgangsformen mit der unbewilligten Anwesenheit und Erwerbstätigkeit in der Schweiz an.
Bern, Bundesamt für Sozialversicherung BSV 2003
Reie Beiträge zur Sozialen Sicherheit. Forschungsbericht 24/03
ISBN 3-905340-93-3, CHF 22.80
Bestellung: www.admin.ch/edmz
Download: www.bsv.admin.ch
Sans Papiers Humanisierung des Alltags.
Arbeitsgruppe und Beirat, eingesetzt von den Landeskirchen und den Jüdischen Gemeinden des Kantons Bern
Die Kirchen sind auf vielfältige Weise mit der Situation von Sans Papiers konfrontiert. In den beiden Broschüren «Eine Erklärung» und «Handlungsvorschläge» stellt ein Expertengremium die Position der Kirchen dar. Zunächst wird der Beratungsbedarf von Sans Papier dargestellt. Anschliessend werden einige Lebensbereiche, welche den Sans Papiers besonders drängende Alltagsprobleme bereiten, näher ausgeführt und konkrete Handlungsvorschläge formuliert.
Kontakt: Fachstelle Migration der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, anne-marie.saxer@refbejuso.ch
Die Erfindung der Demokratie in der Schweiz.
Schweizerisches Bundesarchiv (Hg.)
Der Band Nr. 30 der Zeitschrift Studien und Quellen, mit Beiträgen von Historikerinnen, Archivaren und Sozialwissenschafterinnen, thematisiert die Erfindung und kontinuierliche Wiedererfindung der Demokratie. Im Zentrum der Ausführungen steht dabei die Verbindung von gesellschaftlichen Problemen mit dem Funktionieren des Politischen Systems, wobei sich mit der sozialen und kulturellen Rolle der Demokratie nicht nur die Praktiken, sondern auch die politischen Vorstellungen verändern. Von besonderem Interesse für die Leserschaft dürfte der Artikel «Politische Partizipation, Integration und die Ausländerfrage, von 1960 bis heute» sein.
Zürich, Chronos Verlag 2004
Reihe: Studien + Quellen, Band 30
ISBN 3-0340-0693-4, CHF 44.-
Jugendliche aus dem Balkan:
Fakten, Konzepte und Ressourcen der Jugendhilfe im Kanton Zürich.
Anna Maria Riedi, Katharina Haab, Karin Werner
Das öffentliche Bild von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist negativ besetzt. Insbesondere wird auf die Zunahme von Diebstählen, Drogen- und Gewaltdelikten durch Jugendliche aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens sowie Albanien hingewiesen. Im Interesse der Qualitätssicherung und -entwicklung untersucht dieses Projekt Theorie und Praxis der Jugendhilfeagenturen im Kanton Zürich und analysiert parallel auch die Erfahrungen der Zielklientel. Der Bericht ist als Vorarbeit zu einem grösseren Forschungsprojekt entstanden (2005-2006), soll aber den Akteuren der Praxis bereits jetzt wichtige Hinweise zur Weiterentwicklung ihrer Angebote liefern.
Im zweiten Teil des Bandes ist eine 50 Seiten umfassende kommentierte Bibliographie zu den Themen Jugendhilfe und (neu eingewanderte) Migrantenjugendliche angefügt. Diese Literaturdokumentation gibt einen umfassenden Überblick und wird im Hinblick auf bestehende Lücken kommentiert.
Zürich, Hochschule für Soziale Arbeit 2004
Schriftenreihe Nr. 8
Bestellung: www.hssaz.ch
Geschichte und Gedächtnis in der Einwanderungsgesellschaft. Migration zwischen historischer Rekonstruktion und Erinnerungspolitik.
Rainer Ohliger, Jan Motte (Hg.)
Migration und historische Erinnerung sind zwei in Deutschland stark und kontrovers diskutierte Themen, die bislang allerdings weitgehend unverbunden bleiben. Während in den letzten Jahren eine lebhafte Auseinandersetzung um die politische Ausgestaltung der heutigen Einwanderungsgesellschaft geführt wurde, blieb deren historische Dimension unterbelichtet. Zwar sind Migrantinnen und Migranten sichtbarer Teil der deutschen Gesellschaft, doch gilt es noch, das Wechselverhältnis von Geschichte, Migration und historischer Erinnerung zu bestimmen.
Die Autoren des Sammelbandes diskutieren dieses Thema sowohl an praktischen Beispielen (Museen, Ausstellungen, Denkmäler, Schulbücher) als auch auf theoretischer Ebene. Dabei wird deutlich, dass Geschichte und historische Erinnerung in der Einwanderungsgesellschaft wichtige Ressourcen für Anerkennung und Emanzipation sind. Eine auf Offenheit und Einbeziehung zielende historisch-politische Kultur eines Landes ermöglicht erst die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe und politische Partizipation von Migrantinnen und Migranten.
Essen, Klartext Verlag 2004
ISBN 3-89861-040-3, CHF 33.40
Soukous, Kathak und Bachata
Musik und Tanz aus Afrika, Asien und Lateinamerika in der Schweiz.
Mauro Abbühl, Chudi Bürgi und Dagmar Kope (Hg.), Driss Manchoube (Fotos)
Eingewanderte Musikerinnen und Musiker sowie Tänzer und Tänzerinnen aus Afrika, Lateinamerika und Asien spielen im Kulturleben der Schweiz eine immer wichtigere Rolle. Das Buch lässt Betroffene in Interviews selbst erzählen, auf welchen verschlungenen Wegen es sie in die Schweiz verschlagen hat erstaunlich oft war es die Liebe und dokumentiert ihre Arbeit der letzten Jahre. Mit unterschiedlichen Zugängen nähern sich auch Medienleute und Musikethnologen diesen kreativen Kultur-Kunst-Fusionen an. Die beigelegte CD ermöglicht eine akustische Kostprobe.
Zürich, Limmat Verlag 2004
ISBN 3-85791-468-8, CHF 42.-
Bildung
Sprachenvielfalt in den Schweizer Schulen ein wichtiges Potenzial.
vpod bildungspolitik, InterDIALOGOS, Babylonia (Hg./éd./ed.)
Dieses dreisprachige Sonderheft dokumentiert die Resultate der gleichnamigen Tagung am 24. Januar 2004 in Zürich. Ihr Anliegen ist das Einstehen für die Sprachenvielfalt und ihre Anerkennung durch Gesellschaft und Schule als Potenzial statt als Bedrohung.
Gemeinsames Sonderheft Nr. 138, vpod Bildungspolitik, InterDIALOGOS, Baylonia, 2004
Bestellung/Commande/Ordinazione: www.vpod-bildungspolitik.ch, CHF 15.-
Schulqualifikation und Berufsfindung.
Wie Geschlecht und nationale Herkunft den Übergang in die Berufsbildung strukturieren.
Christian Imdorf
Im Zentrum steht die Frage, wie die Schule die Chancen von Schulabgängerinnen und Schulabgängern auf dem Berufsbildungsmarkt strukturiert. Inwiefern stehen Schulqualifikationen sowohl mit einer erfolgreichen Ausbildungsplatzsuche als auch mit der Entwicklung beruflicher Präferenzen in einem Zusammenhang? Bourdieus Theorie der Praxis bildet den integrativen theoretischen Rahmen der Dissertation, die den Strukturkategorien Geschlecht und nationale Herkunft besonderes Gewicht zuweist.
Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005
ISBN 3-531-14441-3, CHF 60.40
Religion
Feste im Licht. Religiöse Vielfalt in einer Stadt.
Gaby Fierz, Michael Schneider (Hg.)
Durch die Migration hat sich in den letzten Jahrzehnten die kulturelle und religiöse Landschaft der Schweiz verändert. Doch was wissen wir über diese Gemeinschaften, ihre alltäglich gelebte Religiosität, ihre Feste, Bräuche und Traditionen? Die kreative Vielfalt äussert sich in den Festen der verschiedenen Religionsgemeinschaften, welche dem Blick der Allgemeinheit aber zumeist verborgen bleiben. Die Begleitpublikation «Feste im Licht» zur gleichnamigen Ausstellung im Museum der Kulturen Basel führt in die Feste ein, beleuchtet Hintergründe und lässt Angehörige der verschiedenen Religionen zu Wort kommen. Vorgestellt werden, neben dem Weihnachtsfest (Dezember, Januar), die hinduistischen Lichterfeste Gauri Puja und Deepavali (November), das islamische Ramadanfest, welches das Ende des Fastenmonats feiert, das Lichterfest Loy Krathong des thailändischen Buddhismus (Dezember), das jüdische Lichterfest Chanukka (Dezember) sowie das kurdisch-iranische Neujahrsfest Newroz (März).
Basel, Christoph Merian Verlag, 2004
ISBN 3-85616-234-8, CHF 29.-
Religionslandschaft der Schweiz. Eidgenössische Volkszählung 2000.
Claude Bovay, Bundesamt für Statistik
Die Analyse vermittelt detaillierte Informationen zur Religionszugehörigkeit der Bevölkerung und zeigt die relevanten Merkmale anhand verschiedener Indikatoren aus den Daten der Volkszählung auf. Sie beleuchtet dabei verschiedene Aspekte wie die Pluralisierung, die abnehmende Dominanz der beiden grössten Religionsgemeinschaften (katholische und protestantische), die wachsende Zahl der Personen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, die Entstehung neuer religiöser Bewegungen, die Weitergabe der Religionszugehörigkeit innerhalb der Familie, religiös gemischte Beziehungen, usw.
Neuchâtel, Bundesamt für Statistik 2004
ISBN 3-303-16073-2, CHF 30.-
Bestellung/Commande: order@bfs.admin.ch
Download: www.statistik.admin.ch
Arbeit
Die Integration von MigrantInnen am Arbeitsplatz in der Schweiz. Situationsanalyse und Empfehlungen.
Denis Torche (Hg.), Schweizerisches Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM), im Auftrag von Travail.Suisse
Dieser Kurzbericht basiert auf der umfassenden Studie des Schweizerischen Forums für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM), welche zurzeit vergriffen ist. Er enthält aus der Gesamtstudie die Empfehlungen sowie nützliche Beispiele von praktischen und nachahmenswerten Integrationsmassnahmen am Arbeitsplatz. Sie kann von all jenen, die in irgendeiner Weise vom Thema betroffen sind, als praktisches Arbeitsinstrument genutzt werden.
Gesamtstudie: Neuchâtel, SFM 2004, vergriffen
Download: www.migration-population.ch oder www.travailsuisse.ch
Kurzversion: Bern, Travail.Suisse 2004, CHF 9.- (+Versandkosten) Bestellungen unter info@travailsuisse.ch
Gesundheit
Ein Gesundheitsmonitoring von MigrantInnen: Sinnvoll? Machbar? Realistisch?
Alexander Bischoff, Philippe Wanner
Die vorliegende Machbarkeitsstudie informiert über die Verwendbarkeit und Tauglichkeit von bestehenden Datenbanken für die Evaluation der Gesundheit von Migrantinnen und Migranten und beschreibt verschiedene Szenarien zum Aufbau eines Monitorings des Gesundheitszustandes und -verhaltens von Zugewanderten.
Szenario 1 schlägt vor, eine schon existierende Gesundheitsbefragung durch ein Modul migrationsspezifischer Fragen zu erweitern. Szenario 2 beinhaltet ein so genanntes Patchwork-Monitoring, in dem schon bestehende Datenbanken migrationsspezifisch untersucht werden. Szenario 3 umfasst Entwicklung, Aufbau, Stichprobenbildung von fünf ausgewählten Migrationsgruppen und die Durchführung einer Gesundheitsbefragung von Personen mit Migrationshintergrund, unter besonderer Berücksichtigung migrationsspezifischer und sprachlich angepasster Fragenkataloge.
Neuchâtel, Schweizerisches Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien SFM 2004
Forschungsbericht/Rapport de Recherche 34, CHF 30.-
Download: www.migration-population.ch
Gesundheit Eine Herausforderung für die Integration? Schweizerisches Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien SFM (Hg.)
Im thematischen Teil der Zeitschrift werden drei Beiträge vorgestellt, welche sich mit verschiedenen theoretischen Integrations-Ansätzen im Spannungsfeld Migration und Gesundheit auseinandersetzen. Ausgehend von einer Kritik an der universalistischen Perspektive der sechziger und siebziger Jahre sowie an Empowerment-Ansätzen der achtziger und neunziger Jahre werden pragmatische Möglichkeiten zur Überwindung der Frage nach dem richtigen Ansatz skizziert. Im zweiten Teil der Zeitschrift werden die aktuellen Forschungen des SFM zu weiteren Themen vorgestellt.
Neuchâtel, SFM 2004
Zeitschrift/revue Forum Nr. 3, 2004
Download: www.migration-population.ch
Ratgeber
Ausländerrecht. Leben, lieben und arbeiten in der Schweiz.
Ruth Dönni, Peter Frei, Peter Nideröst
Hier kommt der erste populäre Rechtsratgeber für Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz und ihre Schweizer Angehörigen, Nachbarn oder Arbeitgeber. Dieses Handbuch erläutert alle wichtigen Themen: Einreise, Visum, Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung, Heirat, Familiennachzug, Einbürgerung, Asylverfahren, Härtefälle und Rückkehr ins Heimatland. Es erklärt kompetent und leicht verständlich, mit vielen Beispielen aus der Praxis, konkreten Tipps und Empfehlungen, worauf es im Umgang mit den Behörden ankommt und was im Problemfall zu tun ist.
Zürich, Beobachter Buchverlag 2005
ISBN 3-85569-272-6, CHF 36.-
Reportagen, Porträts und Geschichten
Gräben und Brücken.
Freundschaften vor und nach den Kriegen im Balkan. 16 Porträts.
Elisabeth Kaestli
Auf Reisen durch das ehemalige Jugoslawien sind Elisabeth Kaestli Frauen und Männer unterschiedlichen Alters mit verschiedensten Berufen begegnet. Einige von ihnen haben ihr erzählt, wie es ist, wenn Menschen zu Feinden werden, die vorher zusammengearbeitet haben. Oder wie Freundschaften standhalten.
Immer zwei der Befragten kennen sich, denn die eine Person schlug jeweils eine zweite vor, die einer anderen Volksgruppe angehört. So sind die Geschichten aus Kosovo, Serbien und Bosnien über die ethnischen Grenzen hinweg miteinander verbunden. Anhand von unzähligen Episoden und Alltäglichkeiten erzählen sie, wie sich gegenseitiges Misstrauen, Angst und Hass ausbreiten und wie mutige Menschen dem etwas entgegenzusetzen versuchen. Und sie zeigen, wie vielschichtig die Realität ist und wie wenig Schwarz-weiss-Muster der Wirklichkeit gelebten Lebens entsprechen.
Mit einem Fotoessay von Michael von Graffenried und einem Aufsatz von Erich Hackl.
Zürich, Limmat Verlag 2004
ISBN 3-85791-464-5, CHF 36.-
Emigration and Return. Photo Stories of Armenian Migrants.
Texts: Carinne Bachmann, Janine Dahinden, Martina Kamm, Anna Neubauer, Aurélie Perrin
Photography: Zaven Khatchikyan
Since the independence of Armenia in 1991, approximately a quarter of the population has left the country. This massive emigration movement has a big impact on the Armenian society, an impact which has been little investigated until now. The project Emigration and Return: Photo Stories of Armenian migrants have focused on these new migrants to grasp their motives for migration, their experiences abroad and impressions after return. Another unique facet of the project consists in the strong collaboration between social scientists from CIMERA and the SFM and the internationally known photographer Zaven Khatchikyan. The collaboration resulted in an inventive itinerant photo-exhibition (Oct. 04 June 05) and the present publication.
The publication presents an analysis of interviews conducted with Armenia migrants living in Russia , Switzerland or who have recently moved back to Armenia . The last part of the book is dedicated to photo stories of the interview participants.
Geneva, Cimera 2004
ISBN 2-88490-009-8, in English or Armenian, CHF 35.-
www.cimera.org, www.migration-population.ch
Information about the exhibition: anna.neubauer@unine.ch
«Als Serbe warst Du plötzlich nichts mehr wert».
Serben und Serbinnen in der Schweiz.
Dejan Mikic, Erika Sommer
Die serbische Bevölkerung ist eine der grössten Migrationsgruppen in der Schweiz. Seit dem Krieg auf dem Balkan hat ihr Image stark gelitten und sie wurden vom geschätzten Gastvolk zur verrufenen Migrantengruppe, von der die meisten Schweizerinnen und Schweizer nicht viel wissen. Mit acht autobiographischen Lebensberichten sollen serbische Migrantinnen und Migranten ein Gesicht erhalten. Gleichzeitig entstehen auch acht ganz subjektive Bilder der Schweiz, welche eine kritische Reflexion über die Schweiz ermöglichen. Ergänzt werden die Biographien durch vier Fachartikel, welche zum einen die serbische Migration und zum anderen die politische Lage im ehemaligen Jugoslawien bzw. Serbien behandeln. Die beiden Herausgeber möchten mit diesem Buch Vorurteile und Nichtwissen über Serbien und Menschen aus Serbien abbauen. Zürich, Orell Füssli 2003
ISBN 3-280-06002-8, CHF 39.80
Sprich langsam, Türke.
Kerim Pamuk
Kerim Pamuk erzählt in «Sprich langsam, Türke» mit treffsicherer Komik vom türkisch-deutschen Zusammenleben. Ob er über die sprachlichen Eigentümlichkeiten der dritten Generation sinniert, das anarchische Chaos einer türkischen Hochzeit schildert oder das neue Ethno-Marketing der Deutschen Telekom erläutert Kerim Pamuk gewährt verblüffende Einblicke in die Geheimnisse türkischer Lebenskunst in der teutonischen Diaspora. Pamuk ist in der Türkei geboren und in Hamburg aufgewachsen. Er schreibt mit gekonntem Wortwitz, melancholisch, manchmal auch sarkastisch.
Hamburg, Edition Nautilus 2003
ISBN 3-89401-410-5, CHF 22.70
Noch einmal den Koffer packen?
Heimat Schweiz Heimat Spanien. Ältere Migrantinnen und Migranten erzählen.
Stadt Zürich, Stadtentwicklung, Integrationsförderung (Hg.)
Migrantinnen und Migranten stehen nach der Pensionierung vor der Frage Rückkehr ins Heimatland oder hier bleiben? In diesem Heft erzählen pensionierte Spanierinnen und Spanier von ihren Motiven für die Migration, über ihre Erfahrungen in der Schweiz und von Gründen für einen Lebensabend in Spanien oder in der Schweiz. Es werden auch Schweizer Rentner in Spanien porträtiert und es ist verblüffend, wie ähnlich viele Schwierigkeiten und Probleme sind. Zusätzlich werden spanische Organisationen, Vereine und Projekte für ältere Migrantinnen und Migranten vorgestellt. Verschiedene Rahmenartikel vertiefen das Thema. Zürich, Stadt Zürich, Integrationsförderung, Heftreihe Einblicke 2005 Bezug: integrationsfoerderung@zuerich.ch
Download: www.stzh.ch
Über den Tellerrand hinaus. 20 Lebensgeschichten von Auslandschweizerinnen und -schweizern.
Philipp Dreyer
Rund 600'000 Schweizerinnen und Schweizer leben heute im Ausland Tendenz steigend. Was hat sie bewogen, unser Land zu verlassen? Wie erleben sie die heutige Schweiz aus geografischer Distanz, was bedeutet ihnen Heimat? Der Autor lässt 20 Vertreterinnen und Vertreter der fünften Schweiz selber über ihre spannenden Lebensgeschichten berichten und illustriert die Erzählungen zudem mit stimmigen Porträtaufnahmen. So eröffnen sich dem Leser persönliche Einblicke und faszinierende Aussenansichten von unserem Land.
Zürich, Orell Füssli 2003
ISBN 3-280-02699-7, CHF 44.80
Das Paradies in den Sümpfen. Eine Schweizer Auswanderungsgeschichte nach Brasilien im 19. Jahrhundert. Dilney Cunha, Herausgegeben und mit einem Vorwort von Hans-Jürg Fehr
Im Auftrag der Stadt Joinville hat der brasilianische Historiker Dilney Cunha die Entstehungsgeschichte der 150-jährigen südbrasilianischen Stadt aufgearbeitet. Seine Recherche führt ihn in die Schweiz, in die Region Schaffhausen. Von dort brachen im 19. Jahrhundert 444 der 739 Schweizerinnen und Schweizer auf, die der Armut durch Auswanderung entfliehen wollten. Ihnen wurde das Paradies auf Erden versprochen, doch die Realität präsentierte sich anders: Im Sumpfgebiet mitten im dichten atlantischen Regenwald wurden die Schweizer Auswanderer zum Spielball der Interessen einer deutschen Kolonisationsfirma, de r b rasilianischen Regierung und der Schweizer Gemeinden, die ihre Reisevorschüsse zurückerhalten wollten. Durch die brasilianische Sicht Cunhas auf die damalige Schweiz hebt sich das Buch überraschend von bestehenden Auswanderungsbüchern ab. Und jenseits von Brasilienklischees schildert es die Entstehung einer Stadt, die heute zu den zukunftsträchtigsten Wirtschaftsmetropolen Brasiliens zählt.
Zürich, Limmat Verlag 2004
ISBN 3-85791-471-8, CHF 36.-
F remde Federn. Geschichten zur Migration in der Schweiz.
Migros Kulturprozent (Direktion Kultur und Soziales, Migros Genossenschafts-Bund) (Hg.)
Die Beiträge dieses Geschichtenbandes basieren auf einem Geschichtenwettbewerb, an dem vorwiegend erwachsene, in der Schweiz lebende Ausländerinnen und Ausländer Erlebnisse und Eindrücke über die Begegnung mit der deutschsprachigen Kultur und ihre Wahrnehmung von Fremdheit und Integration beschreiben. Entstanden ist ein interkulturelles Lesebuch, das auch Schweizerinnen und Schweizern den Blick auf ihr eigenes Land weitet. Zusammen mit den vorhandenen Schülerunterlagen ist es auch für den Schulunterricht ab der 8. Klasse geeignet.
Bern, Schulverlag 2004
ISBN 3-292-00373-3, mit Schülerunterlagen, CHF 24.-
global_kids.ch. Die Kinder der Immigranten in der Schweiz.
Eva Burkard, Genny Russo
17 jugendliche Secondos treffender eben: global-kids erzählten Eva Burkhard aus ihrer Geschichte und von ihren Perspektiven. Genny Russo hat sie mit der Kamera begleitet.
Kinder von Immigranten sind Experten des Fremdseins und der Flexibilität, Grenzgängerinnen zwischen Diskriminierung und multikulturellem Alltag. Die aussagestarken, berührenden und auch unterhaltsamen Schilderungen des Lebens in einer neuen Kultur zwischen den Kulturen fordern heraus zum Nachdenken über Identität in einer globalisierten Welt. Die Texte eignen sich auch gut als Gesprächsimpulse in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen.
Zürich, Limmat Verlag 2004
ISBN 3-85791-469-6, 30 Fotos, CHF 34.-
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| Unterrichtsmaterialien zum Thema Migration
Migration Unterrichtsmagazin.
Manfred Pöpperl
Das Unterrichtsmagazin führt durch eine Reihe kontrovers zusammengestellter Texte aus Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und dem Internet. Thematisiert werden Ursachen und Folgen von Migration sowie die Situation betroffener Menschen. Die breite inhaltliche Palette ist untereilt in die drei Teile Flucht (Kinder auf der Flucht, Flucht aus Europa im 20. Jh.), Migration im Zweiten Weltkrieg (Exil, Verfolgung, Vertreibung, Deportation) Migration und Weltkrisen (Nachkoloniale Krisen, Religionskonflikte, Unabhängigkeitsbewegungen, Bürgerkrieg, Land-Stadt-Migration, Umweltkatastrophen
) und Migrationsziel Deutschland (Gastarbeiter, Aussiedler, Asylsuchende, illegale Migration). Kurze, aber hilfreiche didaktische Anregungen liefern Ideen für die Umsetzung im Unterricht.
Stuttgart, Spiegel/Klett 2004
ISBN 3-12-065504-X, CHF 10.80
Zur Zeit: Einbürgerung.
Das Heft «Zur Zeit: Einbürgerung» beleuchtet die Einbürgerungspraxis der Schweiz, wirft einen Blick auf «Heimatkult», zeigt das Einbürgerungsverfahren am Beispiel dreier Gemeinden auf und porträtiert einen abgewiesenen Gesuchsteller sowie einen jungen Notar, der soeben Schweizer Bürger geworden ist. Ausgehend von diesen Materialien regt das Heft Jugendliche an, sich eine eigene Meinung zu bilden und über Fragen nachzudenken wie «Was bedeutet es mir, das Schweizer Bürgerrecht zu besitzen? Was denke ich über die Einbürgerung? Gibt es so etwas wie Heimat?» Die Vorschläge für den Unterricht (Lehrerkommentarheft und im Internet) ermöglichen einen aktuellen und methodisch vielfältigen Zugang zum Thema.
Bern, Schulverlag blmv, 2004
SchülerInnenheft 24 S., Kommentar für Lehrpersonen 6 S., CHF 18.75
Bezug auch bei verkauf@bern.globaleducation.ch
Aufwachsen in verschiedenen Kulturen.
Interdisziplinäres Lehrmittel für die Sekundarstufe I und II. Roman Meyer
Der vorliegende Film ist für Menschen ab 12 Jahren konzipiert und kann von MultiplikatorInnen im Bildungs-, Sozial- und Gemeinwesen in der Arbeit mit Jugendlichen eingesetzt werden. Er kann als Sensibilisierung für das interkulturelle Zusammenleben, für die Prävention, zur Aufarbeitung bestehender bzw. potentieller Konflikte oder als Ausgangslage für integrationsfördernde Projekte, eingesetzt werden. Die partizipativ mit Jugendlichen erarbeiteten Filmporträts erlauben einen persönlichen Einblick in das Aufwachsen in verschiedenen Kulturen. Sowohl die Filmporträts wie auch die Text- und Arbeitsblätter können je nach Bedarf zum Beispiel als Unterrichtsmaterialien in Lebenskunde, Geschichte, Geographie oder im Integrationsfach Deutsch ausgewählt und eingesetzt werden. Sie enthalten Länderinformationen, Beobachtungsaufgaben und Aufgaben zu Einzel-, Zweier- und Gruppenarbeiten. Im Zentrum stehen die Selbstreflexion und der Austausch zu zweit, in Gruppen oder in der Klasse. Das Wissen um unterschiedliche Biographien und Hintergründe des Aufwachsens soll vertieft und damit das gegenseitige Verständnis gefördert werden.
Luzern, FABIA, Fachstelle für die Beratung und Integration von Ausländerinnen und Ausländern 2004
DVD (4 Filme à 20 min.) und CD-ROM (Unterrichtsmaterialien und Arbeitsblätter)
Vertrieb: FABIA Luzern, info@fabialuzern.ch , CHF 55.-
Clandestino illegal.
TAPAS - gemeinnütziger Verein für Kultur, Völkerverständigung und Umweltschutz
Was in der Zeitung ein paar Zeilen füllt, wird hier als Geschichte erzählt: Ein junger Marokkaner ist an der spanischen Küste gestrandet. Er schildert einer jungen Touristin aus Deutschland die Überfahrt im offenen Boot, die Situation der Illegalen und die Arbeit in den Tomatenplantagen Andalusiens. Nebst Hörspielpassagen, deren Texte ausgedruckt werden können, bietet die CD-ROM Links zu Migration, Tourismus und Fair Trade. Es gibt die Möglichkeit, für Anlässe, Projektwochen usw. eine Erlebnisausstellung zu mieten.
Lehrte, tapas multimedia 2004, www.tapas-mm.de
CD-ROM, Bestellung bei verkauf@bern.globaleducation.ch , CHF 15.-
Informationen zur Ausstellung: www.clandestino-illegal.de
Begegnungen auf der Milchstrasse.
Jürg Neuenschwander
In «Q» begegnen sich Viehzüchter und Milchhändler aus dem Sahel und der Schweiz. Das Aufeinandertreffen von zwei unterschiedlichen Welten führt zu Begegnungen, die zum Nachdenken anregen. Gängige Vorstellungen von Kuh und Milch, von Markt und Fortschritt geraten in Bewegung.
Zurück in ihrer Heimat berichten die Afrikaner von den Erfahrungen im Alpenland. Überraschend und eigensinnig! Die DVD bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine vertiefte Auseinandersetzung mit Themen wie interkulturelle Kommunikation, Viehhaltung, Konsum/Werbung, Weltanschauung, Globalisierung oder Nachhaltigkeit und kann auch gut im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden.
Bern, Container TV 2004
DVD-Video: 2 Dokumentarfilme 94/45 Minuten, Originalsprachen mit Untertitel: D/F/E
DVD-ROM: Begleitmaterialien
Bestellungen bei www.container-tv.com oder verkauf@bern.globaleducation.ch, CHF 60.- bis 80.-
Xenophilia Schweiz.
Das interkulturelle Spiel über dich und andere.
Carole Berthoud
In einem unterhaltsamen Frage- und Antwortspiel thematisiert das interkulturelle Lehrspiel auf CD-Rom Situationen, Tatsachen und Vorurteile, die aus dem Kontakt verschiedener Kulturen resultieren, und sensibilisiert so die Spielenden für einen konstruktiven Umgang mit Fremdheit und kultureller Differenz. Die 100 Quizfragen sind in die zwei Themenkomplexe «Fremd sein in der Schweiz» und «Fremd sein im Ausland» gegliedert.
Xenophilia-Schweiz richtet sich insbesondere an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren aller Schultypen. Es kann in verschiedensten Fächern wie Geographie, Religionslehre, Ethik, Staatskunde oder Deutsch sowie in Projektwochen, Bibliotheken oder Vertretungsstunden zum Einsatz kommen. Als Arbeitshilfe für den Einsatz an Schulen dient die dazugehörige «Begleitbroschüre für Lehrpersonen», welche nützliche Informationen zum Spiel sowie Ideen und Vorschläge für weiterführende Aktivitäten und Gruppendiskussionen liefert.
Die CD-ROM ist witzig und ansprechend gestaltet und wird von Jugendlichen sicherlich mit Interesse gespielt. Das erklärte Lehrnziel «konstruktiver Umgang mit Fremdheit» kann aber nicht allein durch das Spiel erreicht werden. Ein weiterführendes Rahmenprogramm der Lehrperson mit einer vertieften inhaltlichen Auseinandersetzung ist dafür unabdingbar.
Biel: Swiss Academy for Development 2004
1 CD mit Begleitbroschüre, CHF 52.-
10 CD mit Klassenraumlizenz, CHF 340.- Bezug: info@sad.ch
Pubertät.
Jugendliche und Eltern aus verschiedenen Kulturen über das Erwachsenwerden.
Femmes-Tische mit Migrantinnen
Zehn Mütter aus sechs verschiedenen Kulturen haben ihre Landsleute interviewt und gefilmt: Mütter, Väter, Jugendliche zwischen zwölf und zwanzig Jahren sowie Fachpersonen. Herausgekommen sind sechs individuelle und berührende Momentaufnahmen, die uns einladen, das Erwachsenwerden aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Die Videos eignen sich für Veranstaltungen in der Erwachsenenbildung, Schule, interkulturellen Arbeit sowie für Beratungsstellen.
6 Videos VHS in Albanisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Tamilisch, Türkisch, mit deutschen Untertiteln, Kopiervorlagen in denselben Sprachen und in deutsch.
ISBN 3-7152-2071-6, Set à 6 Videos CHF 160.-, auch einzeln erhältlich CHF 34.- Bestellung: bookit@sbz.ch
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